Keine Almosen – faire Preise zahlen

Laaspher eröffnen im Berleburger SPD-Büro »Unterm Höllscheid« eine Eine-Welt-Laden-Filiale

wette Bad Berleburg. Ein Besuch ist wie eine Entdeckungsreise: Aromatischer Kaffee, pikante Gewürze, geschmackvolle Reissorten und schöne Geschenkartikel wie Körbe oder Tücher sind hier zu finden. Eben das Beste aus dem Süden. Und es gibt noch mehr zu entdecken. Die Produkte im Weltladen sind nicht nur von besonderer Qualität – sie sind zugleich ein kleines Stück Weltpolitik. Denn sie stammen alle aus fairem Handel, die Erzeuger haben faire Preise für ihre Produkte erhalten. Arbeitslohn, der ihnen ein Leben in Würde ermöglicht. Das kämpferische Motto dabei: »Eure Almosen könnt ihr behalten – wenn ihr faire Preise zahlt.«

Neuanfang zwei Jahre nach dem Ende

Nachdem vor fast zwei Jahren der Eine-Welt-Laden an der Berleburger Schlossstraße geschlossen wurde, feierten jetzt die Verantwortlichen der ökumenischen Aktionsgruppe Eine-Welt-Laden Bad Laasphe in der Nachbarkommune die Eröffnung einer Filiale. Die Feudinger Vorsitzende Brigitte Beine hofft nach dem früheren Scheitern nun auf einen Erfolg in der Odebornstadt, die Berleburger haben es selbst in der Hand. Denn ob der Laden in den SPD-Büro-Räumen »Unterm Höllscheid 2« Zukunft hat, entscheiden die Berleburger indem sie das Angebot entweder annehmen – oder nicht.

Freier Welthandel und zu niedrige Preise

Brigitte Beine ist jedenfalls ebenso wie Bärbel und Michael Sittler von der Idee überzeugt. »Faire Preise für die Produzenten sind leider nicht so selbstverständlich wie es klingen mag. Die Erlöse für viele Produkte aus dem Süden sind im freien Welthandel so niedrig, dass Kleinproduzenten kaum davon leben können«, so Bärbel Sittler als eine der ehrenamtlichen Helferinnen, die mittwochs von 15 bis 18 und samstags von 9.30 bis 12.30Uhr die Ladentür öffnen werden.

Leben und Menschen in die Räume

Auch Michael Sittler als Berleburger SPD-Fraktionsvorsitzender ist erfreut über die Öffnung der Filiale – gleich in dreifacher Hinsicht: »Zum einen haben wir uns überlegt, wie wir endlich wieder Leben in unsere Büroräume bekommen und dabei die Nähe zum Bürger wahren können.« Zum anderen sei er schon seit längerer Zeit ein Anhänger der Eine-Welt-Läden, »da die Produkte sicherlich intensiver schmecken als die eines Großkonzernes«. Nicht umsonst tragen fast alle der über 90 in der Berleburger Filiale erhältlichen Produkte das Biosiegel. Der dritte Grund ist der gerechtere Umgang mit den Menschen in den ärmeren Ländern. Michael Sittler verwies hier auf eine Broschüre: Durch den fairen Handel verdient eine 49-jährige Frau mit fünf Kindern 6400 Pesos. Umgerechnet 600 e, die die Lebenshaltungskosten für ein ganzes Jahr knapp decken. Würde die Kaffeebäuerin ihre Ernte im üblichen Handel verkaufen müssen, erhielte sie lediglich 2400Pesos, also nur ein Drittel.

Verpackung informiert über Verwendung

Kein Wunder also, dass Brigitte Beine sowie Bärbel und Michael Sittler von diesen Produkten dermaßen angetan sind und darauf hoffen, auch weitere Wittgensteiner dafür zu begeistern. »Sicherlich bezahlt der Käufer einige Cent mehr im Gegensatz zu den Produkten im Supermarkt, doch ist es nicht schön, gleichzeitig genießen und helfen zu können«, fragte Bärbel Sittler. Eines dürfte sicher sein: Wer sich zum Beispiel mit Gebäck, Honig, Tee, Gewürzen oder aber Zucker im Eine-Welt-Laden eindeckt, dem wird das Kaffeekränzchen zusätzlich versüßt. Denn auf jeder Verpackung sind Angaben darüber, inwiefern und wo das zuvor noch bezahlte Geld eingesetzt werde. Und wenn der faire Handel ermöglicht, dass Kinder nicht mehr arbeiten müssen, sondern medizinisch versorgt und zur Schule gehen können, na dann sollte es doch wirklich möglich sein, dass die Berleburger Filiale zur Unterstützung der Menschen im Süden eine Zukunft bekommt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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