34 Dateien von Mädchen unter 14 Jahren
Kinderpornos für die „Sexsucht“

Ein 52-jähriger Mann sammelte Kinderporno-Dateien. Die Ermittler kamen ihm auf die Schliche.
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howe Bad Berleburg. Man hätte gerne etwas zu den Beweggründen erfahren, warum der 52-jährige Mann aus Bad Berleburg über 60 Dateien kinder- und jugendpornografisches Fotomaterial auf seinem Laptop und Tablet abgespeichert hatte. Um seinen Mandanten zu schützen, beantragte aber Rechtsanwalt Norbert Wickel, für die Dauer der Einlassung des Angeklagten den Ausschluss der Öffentlichkeit. Richter Torsten Hoffmann folgte dem und begründete, es müssten Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich erörtert werden, deren öffentliche Erörterung das Persönlichkeitsrecht des Angeklagten verletzten würde. Also wartete die Presse eine halbe Stunde lang draußen, um anschließend wieder hereingebeten zu werden.

Wir reden zum Teil sogar von Säuglingen.
Judith Hippenstiel
Oberamtsanwältin

Eine erschreckende Vielzahl von Bildern

Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel hatte dem Mann vorgeworfen, zwischen 2017 und 2018 zwei Bilddateien versendet zu haben. Das erste Foto zeigte ein nacktes, weniger als 14 Jahre junges Mädchen mit einem erwachsenen Mann und dessen Geschlechtsteil. Das zweite Bild verschickte der Angeklagte via Facebook an jemanden, es zeigte die Nahaufnahme des Intimbereichs eines Kleinkindes. Aufgrund der Bildsendungen stießen die Ermittler auf den 52-Jährigen und durchsuchten Ende 2018 dessen Wohnung. Dabei fanden sie 34 Dateien von Mädchen unter 14 Jahren und 18 Dateien von etwas älteren Mädchen – „teilweise gänzlich unbekleidet“. Weitere zehn Dateien von Mädchen unter 14 Jahren zeigten diese in deutlich pornografischen Posen. Die Sachverhalte hätten sich durch die geständige Einlassung des Angeklagten bestätigt, leitete Judith Hippenstiel ihr Plädoyer ein. „Wir können von Glück reden, dass wir uns nicht noch diese ekelhaften Bilder anschauen mussten.“ Erschreckend sei die Vielzahl von Bildern.

Angeklagter bemühe sich um Therapie

Und noch schwerwiegender: „Wir reden zum Teil sogar von Säuglingen.“ Es gehe nicht nur darum, dass der Angeklagte seine Taten bereue. „Man muss sehen, dass jedes Bild letztlich einen Kindesmissbrauch zum Hintergrund haben. Kinder werden missbraucht, um Ihre Neigungen zu befriedigen“, wandte sich die Vertreterin der Staatsanwaltschaft an den Angeklagten. „Der Angeklagte hat erklärt, sich um eine Therapie zu bemühen. Er hätte sich schon viel früher psychologische Hilfe suchen müssen, spätestens sei dem letzten Verfahren.“ Was die SZ auch erfuhr: Der Angeklagte habe von seiner „Sexsucht“ berichtet. Richter Torsten Hofmann erklärte, der Beschuldigte habe Reue gezeigt und mehrfach betont, dass er sich dafür schäme und unter dem Verfahren leide.

,,Ein Markt gibt es nur, solange es Nutzer gibt''

„Aber die eigentlich Leidtragenden sind die Kinder. Hinter jedem Bild und Video steht ein tatsächlicher Missbrauch.“ Judith Hippenstiel forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung und fügte hinzu, dass hier noch das alte Strafmaß gelte, wonach für jede Tat drei Monate bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe gelten würde. „Seit 1. Juli 2021 bewegen wir uns im Verbrechenstatbestand. Da gilt eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr.“ Zugleich beantragte sie eine Geldauflage von 3600 Euro, die an eine Kinderschutzeinrichtung gezahlt werden sollte. Torsten Hoffmann schloss sich in seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. „Ein Markt gibt es nur, solange es entsprechende Nutzer gibt. Sie waren einer von diesen“, so der Amtsrichter. Neben der einjährigen Bewährungsstrafe – die Bewährungszeit beträgt vier Jahre – muss der 52-Jährige 3600 Euro an die DLRG-Ortsgruppe Bad Laasphe zahlen und innerhalb von sechs Monaten eine Therapie machen.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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