Volksbank Wittgenstein ändert Dresscode
Kleider machen (Bank)-Leute

Eine „ordentliche Jeans“ gehört jetzt in der vierwöchigen Testphase genau so zur möglichen Arbeitskleidung wie eine Chino mit lockerem Hemd.
  • Eine „ordentliche Jeans“ gehört jetzt in der vierwöchigen Testphase genau so zur möglichen Arbeitskleidung wie eine Chino mit lockerem Hemd.
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  • hochgeladen von Sarah Benscheidt (Volontärin)

sabe Bad Berleburg. Kleidung erzählt. Über uns, unsere Stimmung, unsere Gefühle. Kleidung ist längst nicht mehr nur Mittel zum Zweck, sondern sendet auch immer eine bestimmte Botschaft aus. Das weiß auch die Volksbank Wittgenstein. Seit Montag testen die Bankangestellten einen neuen „Dresscode“ – und zwar: „Casual“. Will heißen: Die goldene Mitte zwischen eleganter Abendgarderobe und lockerer Freizeitkleidung. Julia Teutsch war Mitglied der Arbeitsgruppe, die das Konzept angeschoben und ausgetragen hat, und wird im SZ-Gespräch explizit.

Eine "ordentliche Jeans" darf es sein

Eine „ordentliche Jeans“ dürfe es jetzt in der vierwöchigen Testphase sein, gerne auch eine Chino, eine schicke Leinenhose oder für die Damen auch die Kleid- oder Rockvariante („Knieumspielend“). Um hellblaue Schlabberjeans im „Distressed-Look“ und kunterbunte T-Shirts mit Aufdruck gehe es dabei nicht. Sicherlich solle durch das neue Projekt mit der Kleidung auch die eigene Identität und Kreativität ausgedrückt werden können, die Wertschätzung des Kunden und Gesprächspartners steht dabei aber gleichwohl im Fokus. Ein Meeting im bequemen Jogginganzug? Weit gefehlt. Das sei auch nicht Sinn der Sache und das habe auch im Kollegium nie zur Debatte gestanden. Die Motivation, die hinter dem Konzept steht, sei im Kollektiv gut kommuniziert worden. Daher: „Keine neonfarbenenen Printshirtausbrüche seit Montag“, lacht Julia Teusch, meint es aber durchaus ernst.

Weiterhin dem Anlass entsprechen

„Man muss immer noch dem Anlass entsprechen.“ Den einzuschätzen, dass traue man den Mitarbeitern in jedem Falle zu: „Unsere Kolleginnen und Kollegen wissen am besten, welcher Auftritt von ihnen in ihrem jeweiligen Tätigkeitsfeld erwartet wird“ und weiter: „Sie haben ein gutes Gespür für die Erwartung unserer Kunden und Mitglieder.“ Dabei soll der „Casual-Dresscode“ denn auch nicht nur gut aussehen, sondern noch viel mehr können, nämlich Distanz abbauen. Man will mit der Zeit gehen. Die nachgesagte „angestaubte Spießigkeit“ vom Sakko des Bankkaufmannes fegen, wie es Franziska Dreisbach von der Volksbank Wittgenstein formulierte. „Es wurde einfach mal Zeit, das passt nicht mehr ins Bild“, findet die 27-Jährige und weiter: „Ich habe die Stimmung hier im Büro als sehr gut wahrgenommen.“

Mit dem Gegenüber auf einer Augenhöhe

Da kann auch Kollege Sven Althaus nur zustimmen. Auch wenn er – zugegebenermaßen und ein bisschen augenzwinkernd – eine ganze Weile länger vor dem heimischen Kleiderschrank habe verbringen müssen, es habe sich gelohnt. Gerade beim Umgang mit junger Kundschaft könne man sich mit dem Gegenüber auf Augenhöhe begegnen. Julia Spieß, die als Servicekraft im direkten Kundenkontakt steht, kann auch – zumindest bisher – nur Gutes von dem Kleiderwechsel berichten: „Bis jetzt habe ich durchweg positive Rückmeldungen bekommen.“ Auch die ausliegende Kundenumfrage gibt dem Gefühl der Mitarbeiter Recht: Das Häkchen „sehr gut“ wurde fast durchgängig bei der Frage nach dem Gefallen des neuen Kleiderstils angekreuzt.  Wer dabei gerne bei traditioneller Dienstkleidung bleiben möchte, dem stehe auch das jederzeit frei. Ob nun Anzughose oder die ordentliche Jeans-Variante – bei der Bewegung im Kleiderschrank soll eine Konstante mit Sicherheit bleiben: die zufriedenen Kunden. Genau deshalb sollen die auch mitentscheiden dürfen: In den nächsten vier Wochen sammeln die Banker Kunden-Meinungen. „Eine endgültige Entscheidung treffen wir dann Ende Juli“, so Vorstandsmitglied Kai Wunderlich.

Autor:

Sarah Benscheidt (Volontärin) aus Bad Berleburg

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