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Hohe Investitionen in den Sommerferien
Kommunen sanieren die Schulen

Mittels Rampen will die Gemeinde Erndtebrück weitere Barrierefreiheit in der Realschule Erndtebrück herstellen. Dazu soll zudem ein Aufzug für die Einrichtung beitragen.
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  • Mittels Rampen will die Gemeinde Erndtebrück weitere Barrierefreiheit in der Realschule Erndtebrück herstellen. Dazu soll zudem ein Aufzug für die Einrichtung beitragen.
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tika Bad Berleburg/Bad Laasphe/Erndtebrück. Selbst die Sommerferien muten in diesem Jahr alles andere als gewöhnlich an. Immerhin waren sie langfristig planbar, anders als etwa die Schulzeit – Corona hat die Abläufe auf den Kopf gestellt. Und während vor einigen Wochen der Betrieb in den Schulen stillstand, herrscht derzeit geschäftiges Treiben in den Wittgensteiner Bildungseinrichtungen. Denn die Kommunen lassen ihre Schulen sanieren und erweitern – und nutzen dafür planmäßig die „großen“ Ferien. Die Siegener Zeitung wirft einen genauen Blick auf die Maßnahmen in den Altkreis-Kommunen.

• Bad Berleburg: Das umfangreichste Projekt bringt die Stadt Bad Berleburg im Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG) in Bad Berleburg über die Bühne.

tika Bad Berleburg/Bad Laasphe/Erndtebrück. Selbst die Sommerferien muten in diesem Jahr alles andere als gewöhnlich an. Immerhin waren sie langfristig planbar, anders als etwa die Schulzeit – Corona hat die Abläufe auf den Kopf gestellt. Und während vor einigen Wochen der Betrieb in den Schulen stillstand, herrscht derzeit geschäftiges Treiben in den Wittgensteiner Bildungseinrichtungen. Denn die Kommunen lassen ihre Schulen sanieren und erweitern – und nutzen dafür planmäßig die „großen“ Ferien. Die Siegener Zeitung wirft einen genauen Blick auf die Maßnahmen in den Altkreis-Kommunen.

Bad Berleburg: Das umfangreichste Projekt bringt die Stadt Bad Berleburg im Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG) in Bad Berleburg über die Bühne. Dort findet derzeit die Aufstockung und Sanierung des südlichen Klassentrakts statt. Das Maßnahmenvolumen beträgt 575 000 Euro, davon stammen 184 000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz II (KInvFG). Im JAG steht zudem der Aufbau der strukturierten Verkabelung in Trakt II mit einem Gesamtvolumen von 90 000 Euro auf dem Plan – 50 000 Euro davon aus auf dem Programm Digitalpakt Schule und 40 000 Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“. Aus diesem Programm erhält das Gymnasium auch weitere 10 000 Euro für das Verwaltungsnetzwerk.

Für den Aufbau strukturierter Verkabelungen in der Grundschule „Unterm Heiligenberg“ in Elsoff sowie in der Grundschule „Im Odeborntal“ in Wemlighausen läuft derzeit jeweils die Ausschreibung – die Ausführung steht jeweils im August an. Die Kosten in Elsoff belaufen sich auf 35 000 Euro, davon 15 000 Euro aus dem Digitalpakt Schule und 20 000 Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“. In Wemlighausen betragen die Gesamtkosten 50 000 Euro, sie teilen sich auf den Digitalpakt (30 000 Euro) und das Programm „Gute Schule 2020“ (20 000 Euro) auf.

In der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule in Bad Berleburg gehen für 46 000 Euro die Sanierung der Böden und Malerarbeiten über die Bühne, 9500 Euro sind für die Sanierung eines Klassenraums in der Grundschule Dotzlar fällig. In den Sommerferien will die Stadt Bad Berleburg außerdem die Modernisierung der Turnhalle der Grundschule „Im Odeborntal“ in Wemlighausen fertigstellen – Kosten: 57 000 Euro, die mit Mitteln des KInvFG II zu begleichen sind. Weitere 149 000 Euro – darin enthalten 32 000 Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“ – sind für die Fertigstellung der Modernisierung der Schulsportanlage „Kleinspielfeld“ auf dem Bad Berleburger Stöppel fällig. Für in den Sommerferien verortete Maßnahmen investiert die Odebornstadt in Summe also 1 021 500 Euro. Geplant ist in diesem Jahr noch jeweils in oder ab den Herbstferien der Austausch von Außentüren der Städtischen Realschule (41 000 Euro), die Sanierung von Bodenbelägen und Wänden im JAG (36 000 Euro) und die energetische Aufwertung der Außen-WC-Anlage der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule (für 129 000 Euro aus dem KInvFG II).

Im JAG ist der Neubau des Behinderten-WC und Sanierung der WC-Anlagen geplant (120 000 Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“). Zudem steht die Herstellung eines Multifunktionsraums in der Grundschule „Im Odeborntal“ (39 000 Euro), die Dämmung des Gymnastikraums in der Grundschule Aue-Wingeshausen (20 000 Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“) und der Aufbau der strukturellen Verkabelung in der Grundschule Berghausen und der Grundschule Dotzlar (86 000 Euro, davon 46 000 Euro aus dem Digitalpakt Schule und 40 000 Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“ für begleitende Maßnahmen) an. Vorgesehen ist zudem der Aufbau der strukturellen Verkabelung in der Grundschule „Am Burgfeld“ (82 000 Euro, davon 37 000 Euro aus dem Digitalpakt Schule und 45 000 Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“).

Eine solche Maßnahme ist auch an der Grundschule Aue-Wingeshausen mit einem Gesamtvolumen von 52 000 Euro geplant – davon 32 000 Euro aus dem Digitalpakt und 20 000 Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“. Geplant sind außerdem grüne Klassenzimmer in den Grundschulen Dotzlar, „Unterm Heiligenberg“, „Im Odeborntal“, Berghausen, Burgfeld, Aue-Wingeshausen (130 000 Euro). Die Kosten für den geplanten Ausbau der Photovoltaikanlagen in der Städtischen Realschule und der Grundschule Berghausen sind noch unklar, es handelt sich laut der Pressesprecherin der Stadt Bad Berleburg, Stefanie Treude, aber um eine Fördermaßnahme. In Summe kommen also noch einmal mehr als 787 000 Euro Investitionskosten in diesem Jahr hinzu. Im Zuge der Corona-Pandemie hatte der Stab für außergewöhnliche Ereignisse zudem die ehemalige Salzmann-Schule in Bad Berleburg reaktiviert. Und für die Beschaffung von Hygienemitteln sowie Reinigungsleistungen waren Extraausgaben entstanden. Bereits erledigt sind Restarbeiten für Maßnahmen aus dem Vorjahr und diverse Unterhaltungs- und Wartungsarbeiten sowie eine Brandschutz-Deckenbekleidung in der Grundschule „Im Odeborntal“.

Bad Laasphe: Die Stadt Bad Laasphe musste nach eigenen Angaben Corona-bedingt zahlreiche in den Sommerferien geplante Maßnahmen – auch solche, die über das Programm „Gute Schule 2020“ gefördert werden – verschieben, wie Ann Kathrin Müsse auf SZ-Anfrage mitteilte. Laut der Pressesprecherin der Stadt Bad Laasphe fehlten die personellen Ressourcen zur entsprechenden Vorbereitung: „Einerseits waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung gezwungen, ihren Aufgabenschwerpunkt zu verlagern und zum Beispiel die Erfüllung der neuen, umfassenden Hygieneauflagen, die sich aus den Coronaschutzverordnungen ergaben, umzusetzen. Andererseits standen gerade überregional viele Handwerker- und Dienstleistungen in den letzten Wochen und Monaten nicht zur Verfügung“, erklärte Ann Kathrin Müsse. Derzeit finden an beziehungsweise in allen städtischen Schul- und angrenzenden Nebengebäuden – etwa Turnhallen – die wiederkehrenden, turnusmäßigen Reinigungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten statt. „Dazu gehören beispielsweise Wartungsmaßnahmen an den Lüftungsanlagen oder Reparaturarbeiten an Türanlagen sowie die Überprüfung von Flucht- und Rettungswegeplänen“, erklärte Ann Kathrin Müsse. Unklar ist, ob die ursprünglich vorgesehenen Maßnahmen noch in den Sommerferien über die Bühne gehen können. „Es ist jedoch vorgesehen, die Maßnahmen bis spätestens Ende dieses Jahres umzusetzen.“ Das avisierte Investitionsvolumen in diesem Jahr beträgt dabei 260 000 Euro. Davon fließen 100 000 Euro in die OGS Niederlaasphe. Die weiteren Mittel aus dem Programm „Gute Schule 2020“ fließen mit 100 000 Euro in das Städtische Gymnasium Bad Laasphe, mit 40 000 Euro in die Grundschule Bad Laasphe und mit 20 000 Euro in die Grundschule Feudingen. Am Städtischen Gymnasium sind im Einzelnen die Überarbeitung des Blitzschutzes, Pflasterarbeiten, die Überarbeitung von Treppenauf- und -abgängen, die Beseitigung von Feuchteschäden in der alten Turnhalle, die Einhausung von Mülltonnenstellflächen sowie die Beleuchtung von Wegen im Außenbereich vorgesehen.

In der Grundschule Bad Laasphe will die Verwaltung einen Klassenraum in einen Sozialraum umwandeln – dazu zählt auch die Anschaffung der entsprechenden Ausstattung mit Teppichboden und Sitzecke sowie eine Überarbeitung von Wänden, Decke und Boden. Außerdem ist eine Überarbeitung der Treppengeländer im Schulgebäude vorgesehen. Am Teilstandort Niederlaasphe ist eine OGS-Erweiterung geplant, in der Grundschule Feudingen die Herrichtung von Pflasterflächen auf dem Schulhof sowie die Sanierung von Feuchteschäden im Keller.

Erndtebrück: Zwei große Maßnahmen realisiert die Gemeinde Erndtebrück derzeit in der Realschule Erndtebrück, derweil in der Grundschule nur kleinere notwendige Reperaturarbeiten über die Bühne gehen – letzteres wohl vor dem Hintergrund eines Umzugs, der immer realistischere Züge annimmt. In der Realschule steht derweil die Herstellung der Barrierefreiheit im Fokus, die mit der Herstellung einer Rampe in einem ersten Schritt vollzogen worden sei, teilte die Pressestelle der Gemeinde Erndtebrück auf SZ-Anfrage mit. Die Kosten dafür betragen im ersten Bauabschnitt rund 7500 Euro – die Verwaltung begleicht sie mit Mitteln auf dem Fördertopf „Gute Schule 2020“. Weitere 32 500 Euro fließen im ersten Bauabschnitt in die grundlegende Sanierung des Schulhofs der Realschule. Im Vorfeld der Sommerferien hatte die Verwaltung noch keine größeren Arbeiten ausführen lassen, sondern „überwiegend Reparaturarbeiten“ für kurzfristig aufgetretene Schäden. Die Realschule hat im Flurbereich Trennwände sowie neue Türen erhalten.

Geplant ist nun in der Realschule noch die Herstellung eines Aufzugs sowie einer weiteren Rampe zur weiteren Verbesserung der Barrierefreiheit. „Soweit zeitlich noch möglich, sind die Überdachung der beiden Rampen, ein überdachter Gang über den Schulhof sowie innergebäudliche Verbesserungen vorgesehen. Die notwendige Baugenehmigung wurde bereits erteilt, sodass auf deren Grundlage die Ausführung geplant wird. Anschließend kann eine aktuelle Terminierung der Maßnahmen erfolgen.“ Die Kosten für den Aufzug belaufen sich auf rund 115 000 Euro, die ebenfalls durch Mittel aus dem Programm „Gute Schule 2020“ zu begleichen sind. Die Herstellung der zweiten Rampe finanziert die Gemeinde ebenfalls aus diesem Fördertopf – sie kostet rund 11 000 Euro.

Die weitere Sanierung des Schulhofs schlägt mit rund 85 000 Euro zu Buche. In der Grundschule hingegen sind auch in den kommenden Monaten keine größeren Maßnahmen geplant: „In der Grundschule sind Maßnahmen zur Verbesserung des Brandschutz und kleinere Sanierungsarbeiten an Decken und Wänden vorgesehen.“ In Summe rund 251 000 Euro hat beziehungsweise will die Gemeinde Erndtebrück in ihre beiden Schulen investieren – nicht ausschließlich in den Sommerferien, das Gros allerdings in die Realschule Erndtebrück. In diesem Betrag sind rund 133 500 Euro aus dem Fördertopf „Gute Schule 2020“ enthalten. Zudem hat die Verwaltung in beiden Gebäuden bereits defekte Schulmöbel durch neue ausgetauscht – in Summe waren dafür weitere 8000 Euro fällig. „Zusätzlich hat die Realschule Erndtebrück eine neue Verkabelung des Verwaltungsnetzwerkes und neue PC-Arbeitsplätze für Schulleitung und Sekretariat erhalten“, teilte die Pressestelle mit. Die Kosten dafür haben sich demnach auf rund 2000 Euro belaufen.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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