Konzentration und Geschicklichkeit

Kutschentreff auf dem Stünzelplatz: Parcours forderte Teilnehmern großes Können ab

BW Stünzel. Wer glaubt, dass der bekannte Festplatz am Stünzel lediglich einmal pro Jahr genutzt wird, der täuscht sich gewaltig. Nur rund drei Wochen nach der Kreistierschau folgte am Sonntag der Kutschentreff des Wittgensteiner Pferdezuchtvereins. Am frühen Morgen, während einige Wittgensteiner sicherlich noch an ihrer Matratze horchten, trafen die vierbeinigen Athleten auf dem Stünzelplatz ein. Nach und nach kamen die Gespanne aus der näheren Umgebung und die Pferdeanhänger mitsamt Kutsche aus dem Sauerland an die beiden Parcours: den Holzrückekurs und den Kutschenrundlauf.

Mit einiger Verzögerung stand zunächst das Holzrücken an, bei dem kleinere und größere Pferde unterschiedlich dicke Holzstämme durch einen Kurs ziehen mussten. »Ein schwieriger, sehr anspruchsvoller Kurs«, meinte Juror Dr. Jürgen Schulte von der Landwirtschaftskammer Olpe. Drei Pferdezüchter gingen mit Ponys den Kurs mit insgesamt 13 Hindernissen an. Dazu gehörte auch Manuela Dietrich aus Feudingen mit ihrer Schimmelstute »Dixi«. Die Holzstämme waren über zehn Meter lang und mussten von den Arbeitspferden möglichst ohne Fehler über den Kurs gezogen werden.

Die Hindernisse bestanden vor allem aus zwei Pfählen, auf denen jeweils ein Holzklotz stand. Fiel einer dieser Klötze herunter, bekam das Pferd-Mensch-Gespann einen Fehlerpunkt. Dazu durften die Pferde mit ihrer Last ebenso nicht die Buchen anschlagen oder bei einer laufenden Motorsäge unruhig werden. Die größte Schwierigkeit lag nicht zuletzt darin, mit dem Stamm zurück zu laufen und einen kleineren Stamm so zu rollen, ohne hierbei zwei Pfähle mit Klötzen umzustoßen. Zum Schluss der Prüfung galt es für die Pferde, den Stamm auf einen Wagen hoch und wieder hinunter zu rollen.

Auf dem sehr kurvigen Kurs musste sich die Feudingerin Manuela Dietrich diesmal den zwei Konkurrenten aus dem Sauerland geschlagen geben: Hinter den Schmallenbergern Paul Wiese und Bernhard Müller, die beide ohne Fehler durchkamen, wurde sie mit zwei Fehlern Dritte. Bei den größeren Pferden war kurzerhand eine Änderung notwendig: Mit den viel dickeren Stämmen war es fast unmöglich, den schwierigen Kurs zu durchqueren. Die einfache Lösung: diese Holzstämme wurden gekürzt. Davon ließ sich der Banfer Richard Weil aber nicht beeindrucken und siegte mit »Weil's Bosen« vor Paul Wiese mit »Lisa«. Dritter wurde Erwin Dreisbach aus Birkefehl mit »Bubi«, ebenfalls ohne Fehler.

Am Nachmittag folgte das Kutschenrennen über den Hindernisparcours. Mit Einspännern und Zweispännern mussten die Starter möglichst fehlerfrei durch den Kurs kommen, natürlich am Besten mit einer sehr schnellen Zeit. Das Problem dabei war der Riesentorlauf: Mit ihren Gespannen fuhren die Kutscher durch sehr enge Tore, die nur 40 Zentimeter breiter als die eigene Kutsche waren. Hinzu kamen zwei Kleeblätter, in denen diese Gespanne sehr enge Kurven fuhren. Probleme bereitete das »Hütchenspiel«, bei dem der Fahrer einen Hut von einem Pfahl aufnahm und einige Meter später wieder ablegte.

Für Heinz-Hermann Knebel aus Schameder bedeutete die Aufgabe das Scheitern: er saß ganz einfach auf der falschen Seite und musste über seinen Kompagnon klettern. Damit war für ihn der Kampf um die vorderen Plätze bei jenen Einspännern verloren. Hier siegte statt dessen die Feudingerin Manuela Dietrich. Ihr jüngerer Bruder Maik Dietrich, gerade einmal 13 Jahre alt, startete übrigens als jüngster Kutscher der Konkurrenz der Einspänner – mit sehr lautstarker Unterstützung seiner Schwester wurde er immerhin Vierter und blieb ohne Fehler.

Seine Schwester Manuela bewältigte den Parcours mit »Dixi« in der Bestzeit von 2:51 Minuten. Hinter ihr landete der Schmallenberger Bernhard Müller mit »Sandy« auf dem zweiten Rang, Dritter wurde Wolfgang Kohlen aus Driedorf mit seinem Pferd »Bonny«. Die Klasse der Einspänner mit Kaltblutpferd entschied Paul Wiese für sich – mit 66 Jahren der älteste Starter bei diesem Kutschentreff. Auch bei den Zweispännern siegte nun anschließend Manuela Dietrich mit »Benny« und »Bianca« in 3:14 Minuten. Hinter ihr kamen ebenso fehlerfrei Rüdiger Eich aus Anhausen mit »Aki« und »Bella« sowie Paul Wiese mit »Max« und »Moritz« ins Ziel. Bei den zweispännigen Kaltblütern siegten »Bosco« und »Hektor« aus dem Stall des Kreuztalers Klaus Strunk. Dahinter wurde der Banfer Richard Weil mit »Don Camillo« und »Weil's Bosen« Zweiter vor Michael Dietrich aus Bermershausen, der mit »Don Lothar« und »Don Diego« angetreten war.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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