»Krankhaftes Verhalten erkennt selbst ein Laie«

Zirkus Luna: Tierschützerin kritisiert die Behörden

sz Bad Berleburg. Nach dem umstrittenen Gastspiel des Zirkus Luna in Bad Berleburg (die Siegener Zeitung berichtete) scheinen auch einige Wochen nach der Abreise der vermeintlichen Artisten noch Fragen offen zu sein. Mehr noch, der eine oder andere besorgte Bürger ist mit dem Vorgehen der Behörden nicht einverstanden. Beispielhaft eine SZ-Leserin aus Erndtebrück, die die Situation sehr emotional schildert. »Wie kann eine Stadtverwaltung solch einen umstrittenen Zirkus überhaupt in Bad Berleburg gastieren lassen?«, fragt die Erndtebrückerin mit Blick auf die Genehmigung des Gastspiels aus dem Rathaus.

Zumal erst wenige Wochen zuvor der Siegener Tierschutzverein vor dem Zirkus Luna in Dillenburg demonstriert habe, um auf die Missstände der dort gehaltenen Tiere, insbesondere der Braunbären, aufmerksam zu machen. »Die Zirkusbetreiber selbst geben bei der Untersuchung der zuständigen Amtstierärztin an, dass es die Platzverhältnisse in den Städten immer weniger erlauben, die Gehege zur Erfüllung der gesetzlichen Mindestauflagen aufstellen zu können, so auch in Bad Berleburg«, heißt es in der Stellungnahme der Erndtebrückerin.

Kreisveterinäramt und Zirkusbetreiber hätten festgestellt, dass der Zirkus nicht die gesetzlichen Mindestanforderungen zur Haltung der Tiere erfülle. »Es werden Verhaltensauffälligkeiten besonders der Bären festgestellt, gleichzeitig lässt das Kreisveterinäramt durch den Pressesprecher über einen guten Gesundheitszustand der Tiere berichten«, wundert sich die besorgte Bürgerin. Bei ihrem letzten Besuch habe sie mit Erschrecken feststellen müssen, dass die Behörden keine gravierenden Maßnahmen unternommen hätten, um die Missstände abzustellen. Sie hätten noch nicht einmal veranlasst, dass vor allem die Bären wenigstens einen schattigeren und ruhigeren Standort bekommen haben, weg von der stark befahrenen Straße«, kritisiert die Tierliebhaberin.

Es habe sich immer noch der gleiche Anblick wie in den Tagen zuvor geboten. Der angeblich so perfekte Bärenkäfig habe in der prallen Sonne gestanden und keinen Schutz vor der brütenden heißen Mittagssonne geboten. »Der kleinere Bär geht trotz der Hitze unentwegt in dem viel zu kleinen Käfig auf und ab, hebt dann jedesmal vor der Wand die Vordertatzen. Das stereotype, krankhafte Verhalten erkennt selbst ein Laie«, wird die Erndtebrückerin deutlich.

Die Pferde seien auch nach der Überprüfung durch die Behörden in dem engen Gehege untergebracht gewesen. »Auch in den angrenzenden Wagen, der wohl Schutz vor der Hitze bieten soll, knallte gnadenlos die Sonne. Es war immer noch kein Eimer mit Wasser zu sehen, der tagsüber zumindest den Durst der Tiere stillen konnte. Das Wetteramt kündigte weiter steigende Temperaturen an. Einblick hatte man auch in das sicher von der Sonne aufgeheizte Zelt, wo die anderen Tiere vor sich hin vegetierten. Der Affe war wieder angekettet sowie auch der Elefant. Traurige, abgestumpfte Tieraugen blickten mich an«, so das verbitterte Fazit der Leserin.

Mittlerweile hätten die Zirkus-Betreiber wieder ihren Standort gewechselt – erneut stünde den Tieren das Verladen und der Weitertransport bevor. »Für den Tierschutzverein ist nicht einmal durch die Behörden die Reiseroute des Zirkus Luna erfahrbar, damit er vorbeugende Maßnahmen treffen kann. Behörden und Ämter entziehen sich der Verantwortung. Der Zirkus zieht weiter und das Leid der Tiere nimmt seinen Lauf«, so das abschließende Fazit einer Tierschützerin.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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