Kreiskrankenhaus: Eingriffe mit modernster Technik

Zahl der Magen- und Darmspiegelungen erneut gesteigert

sz Bad Berleburg. Das Kreiskrankenhaus Wittgenstein hat die Zahl der Endoskopien im Jahr 2003 erneut deutlich gesteigert. Bei einer Endoskopie wird eine schlauchartige flexible Sonde für Untersuchungen und Behandlungen verwendet. Der Arzt kann mit diesem Endoskop von außen in Echtzeit das Körperinnere beobachten. Vor allem das Fachgebiet der Gastroenterologie, das sich mit dem Verdauungstrakt befasst, spielt dabei eine herausragende Rolle. Insgesamt wurden 2003 im Kreiskrankenhaus exakt 2714 solcher Untersuchungen vorgenommen, dies sind rund 13 Prozent mehr als im Jahr 2002. Die Endoskopie ist die diagnostische Betrachtung (Spiegelung) von Körperhöhlen und Hohlorganen mit einem Endoskop, wobei diese zum Teil kombiniert wird mit operativ-therapeutischen Eingriffen und erforderlichenfalls auch mit der Röntgendiagnostik.

Dazu sagt der Chefarzt für Innere Medizin und Spezialist für Gastroenterologie am Kreiskrankenhaus Wittgenstein, Dr. Stephan F. Kolbe: »Für den Altkreis Wittgenstein gibt es im Umkreis von mehr als 40 Kilometern keine vergleichbare spezialisierte Einrichtung.« Auch die niedergelassenen Ärzte der Region können dieses Angebot nicht machen. Das heißt zum Beispiel: Für die Untersuchung des Dickdarms mit einem sich unmittelbar anschließenden therapeutischen Eingriff – etwa zur Entfernung von Polypen oder der Laserbehandlung von blutungsgefährdeten Gefäßmissbildungen – müssten Patienten, wenn es die Leistungen in der WKA-Klinik nicht gäbe, eine rund 95-minütige Zugfahrt für die einfache Strecke zu einer gleichwertigen Versorgung in Kauf nehmen. Deshalb, unterstreicht der Bad Berleburger Chefarzt, »ist die moderne, hoch auflösende Videoendoskopie nicht nur für die hiesige Region ein nicht mehr wegzudenkendes, entscheidendes Instrument der Diagnostik und Behandlung vieler internistischer Erkrankungen.«

Diese Technik, unterstreicht Dr. Kolbe, gelte darüber hinaus als »Paradebeispiel für den medizinischen Fortschritt der vergangenen drei Jahrzehnte.« Der Auf- und Ausbau der Gastroenterologie am Kreiskrankenhaus Wittgenstein ist eng mit der Arbeit Dr. Kolbes verbunden, der 1991 zum Chefarzt der Inneren Abteilung berufen wurde. Damals belief sich die Anzahl der Magenspiegelungen auf jährlich rund 150, bei den so genannten »hohen Koloskopien«, die weit in den Dickdarm bis zum Dünndarm führen, tendierten die erbrachten Leistungszahlen gegen 20. Bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres 1991 strukturierte Dr. Kolbe die Abteilung um, legte somit den Grundstein für ein umfassendes und modernes diagnostisches und therapeutisches Angebot und baute fortan die Endoskopie stetig und eindrucksvoll aus. So wurden 1997 schon 761 diagnostische und therapeutische Gastroskopien (Magenspiegelungen) vorgenommen sowie 532 Koloskopien (Dickdarmuntersuchungen) durchgeführt. 1999 wurde erstmals die Zahl von 1000 Magenspiegelungen überschritten, und im Jahr 2003 nahm das Team um Dr. Kolbe erstmals mehr als 1000 Dickdarmspiegelungen vor, exakt 1086, bei den Gastroskopien waren es über 1350.

In jüngster Zeit sind diese Methoden am Kreiskrankenhaus durch den Einsatz von Färbungsmitteln, die so genannte Chromo-Endoskopie, ergänzt worden. Sie ermöglicht es unter Verwendung der hochauflösenden Videotechnik (high resolution), auch kleinste Veränderungen zum Beispiel der Darmschleimhaut etwa in einem frühen Krebsstadium zu erkennen. Außerdem wurde in der Klinik die Voraussetzung für die Versorgung von in der Regel alten Patienten, die unter einer Mangelernährung leiden, aufgebaut. Dabei kommen Magenernährungssonden (PEG) zum Einsatz, die unter endoskopischer Sicht direkt über die Bauchdecke in den Magen gelegt werden. Allein im Jahr 2002 wurden 115 Patienten mit solch einer Sonde versorgt. Die »Königsdisziplin« der Endoskopie, unterstreicht Dr. Stephan Kolbe, ist die so genannte ERCP. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich die diagnostische und therapeutische Untersuchung des Gallen- und des Bauchspeicheldrüsengangsystems mit Hilfe eines Endoskops. Sie ist seit mehr als zwölf Jahren am Kreiskrankenhaus fest etabliert. Jährlich werden mehr als 125 solcher Untersuchungen vorgenommen.

Mit dieser Methode lassen sich zum Beispiel Gallensteine auf endoskopischem Weg entfernen, ohne dass der Patient operiert werden muss. Außerdem verfügt die Klinik über eine hochauflösende flexible Video-Bronchoskopie: Mit Hilfe dieser Bildtechnik werden Untersuchungen des Bronchialsystems vorgenommen, mehr als 75 pro Jahr. Ein weiteres neues Verfahren, das Dr. Kolbe in der Klinik etabliert hat, ist die minimal-invasive Laparoskopie. Das heißt: Damit kann eine kugelschreiberminendicke Sonde zur Beobachtung von eventuellen Veränderungen direkt an die Leber oder andere Organe des Oberbauchs geführt werden. Für den Patienten sind diese Eingriffe wegen des nur minimalen Stichs wenig belastend und er kann sich schnell erholen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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