Arfelder Eulen in Hünsborn gelandet
Kreisübergreifende Greifvogelrettung

Der Besuch der Waldohreulen war für die Belegschaft der Arfelder Tierarztpraxis ein bemerkenswertes Erlebnis.
  • Der Besuch der Waldohreulen war für die Belegschaft der Arfelder Tierarztpraxis ein bemerkenswertes Erlebnis.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

vc Arfeld/Hünsborn. Die Tierarztpraxis in Arfeld sorgt täglich für die Gesundheit der Haus- und Nutztiere in Wittgenstein. Doch die Behandlung von Wildtieren ist und bleibt für das Team um Tierärztin Ulrike Jochims etwas Besonderes. Das ist für Ulrike Jochims auch der Fall, wenn sie zwei Waldohreulen zu Gast hat. Bei der Pflege des flauschigen Geschwisterpaars war das gesamte Praxis-Team mit eingebunden. „Die waren noch sehr jung, als sie zu uns gebracht wurden“, erinnert sich Ulrike Jochims.

Eigentlich dürfe man ja keine Wildtiere der Natur entnehmen. „Da steht recht schnell der Vorwurf des Wilderns im Raum. Ich bin aber der Meinung, wenn ein Tier in Bedrängnis gerät, sollte man versuchen zu helfen. Bei diesen beiden Exemplaren war es gut, dass man sie eingesammelt hat.“

Wenn solche für eine Tierarztpraxis exotischen Besucher zu Gast sind, greift die Tierärztin oft zum Telefon. „Wir finden es toll, dass es so viele Menschen gibt, die sich um Tiere in Not kümmern. Ein großes Dankeschön gilt ebenfalls all den Wildtierexperten, die uns mit ihrem fachkundigen Rat schon ganz oft weiter geholfen haben“, betont die Arfelderin.

Hünsborner Expertise gefragt

Das sei auch bei den Waldohreulen der Fall gewesen. „Ich schaue dann immer auf der Seite des Naturschutzbundes Siegen-Wittgenstein. Da habe ich auch diesmal einen Experten gefunden, der mir bereits bei unserem letzten Fall, einem verletzten Fischadler, sachkundig geholfen hat. Das Wissen vieler Experten ist einfach umfassend, zuverlässig und erstaunlich detailliert. Das ist ein Ehrenamt, vor dem man den Hut ziehen kann“, unterstreicht Ulrike Jochims, deren Metier eher Haustiere und Nutztiere sind.

Im Fall der Waldohreulen war klar, dass eine Aufzuchtbetreuung notwendig wurde. „Wir stoßen damit hier an unsere Grenzen. Das war auch bei dem Fischadler der Fall, der ein paar Tage unser Gast war.“
Ulrike Jochims nahm mit Alexander Fischer Kontakt auf, einem Experten aus Hünsborn, der sich auch für den Nabu-Siegen-Wittgenstein um Wildvögel kümmert. Alexander Fischer konnte die Tiere Anfang Mai begrüßen: „Den Waldohreulen geht es gut. Optimal ist, dass es eine Geschwisteraufzucht ist. So bleibt die Prägung auf den Menschen minimal. Die Tiere fressen selbständig. Es wird aber noch mindestens vier Wochen dauern, bis die Tiere ausgewildert werden können. “

Schule für's Leben

Nun gelte es, die so genannte Bettelflugperiode zu überbrücken und die Tiere letzten Endes an lebende Nahrung wie etwa Mäuse zu gewöhnen. Der Greifvogelexperte weist darauf hin, dass junge Eulen früh das Nest verlassen und dann außerhalb von den Eltern weiter versorgt werden. „Auch wenn die Sorge nachvollziehbar ist – es ist meistens nicht gut, junge Tiere aus dem Wald mitzunehmen. Die Situation, dass junge Eulen auf Ästen in Bodennähe sitzen, ist zum Beispiel völlig normal. Man nennt die Tiere in dem Stadium nicht umsonst Ästlinge. Sie können dann nur begrenzt fliegen, sind aber auf alle Fälle mit Krallen und Schnabel sehr gut in der Lage, Bäume hochzuklettern.“

Neben den Waldohreulen fand ebenfalls der in Arfeld gestrandete Fischadler seinen Weg zu Alexander Fischer. Der Wendener betont, dass die meisten Fischadler in Auffangstationen landen, weil sie in Überspannungen von Fischteichen aufgefunden werden. „Der Fischadler ist übrigens nicht mehr bei mir. Seit Mittwoch wird er in Marsberg in einer Auffangstation betreut., die auf Greifvögel spezialisiert ist.“

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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