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Geplanter Neubau in Bad Berleburg
Kritik am Standort der Rettungswache wird lauter

Der Kreis hat dieses Grundstück oberhalb des Berufskollegs als Standort für die neue Rettungswache ausgewählt. Anwohner befürchten erhöhtes Lärm- und Verkehrsaufkommen und hinterfragen auch, wie sinnvoll dieser Standort ist.
  • Der Kreis hat dieses Grundstück oberhalb des Berufskollegs als Standort für die neue Rettungswache ausgewählt. Anwohner befürchten erhöhtes Lärm- und Verkehrsaufkommen und hinterfragen auch, wie sinnvoll dieser Standort ist.
  • Foto: Alexander Kollek
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bw Bad Berleburg. Die Stimmen, die den künftigen Standort der Rettungswache in Bad Berleburg kritisieren, werden mehr und lauter. Anwohner aus dem direkten Umfeld des Grundstücks oberhalb des Berufskollegs, auf dem der Kreis eine neue Rettungswache bauen will, haben sich mit einem Brief an Landrat Andreas Müller und damit an den Kreis gewandt. Bislang haben 27 Personen unterschrieben. „Es wurde aber aus dem erweiterten Umfeld auch schon deutlich signalisiert, dass wir als Anwohner da nicht alleine gelassen werden“, sagte Sven Rath am Dienstag im SZ-Gespräch. Durch die Inbetriebnahme der Rettungswache in der direkten Nachbarschaft befürchten die Anwohner „nicht nur einen erheblichen Einschnitt unserer Lebensqualität“ mit einem Blick auf Ruhe und Verkehrsaufkommen.

bw Bad Berleburg. Die Stimmen, die den künftigen Standort der Rettungswache in Bad Berleburg kritisieren, werden mehr und lauter. Anwohner aus dem direkten Umfeld des Grundstücks oberhalb des Berufskollegs, auf dem der Kreis eine neue Rettungswache bauen will, haben sich mit einem Brief an Landrat Andreas Müller und damit an den Kreis gewandt. Bislang haben 27 Personen unterschrieben. „Es wurde aber aus dem erweiterten Umfeld auch schon deutlich signalisiert, dass wir als Anwohner da nicht alleine gelassen werden“, sagte Sven Rath am Dienstag im SZ-Gespräch. Durch die Inbetriebnahme der Rettungswache in der direkten Nachbarschaft befürchten die Anwohner „nicht nur einen erheblichen Einschnitt unserer Lebensqualität“ mit einem Blick auf Ruhe und Verkehrsaufkommen. Darüber hinaus sprechen aus Sicht der Anwohner noch einige andere Gründe gegen den gewählten Standort.

Hohes Lärmaufkommen durch Martinshorn

Es sei davon auszugehen, dass von der neuen Rettungswache aus mit dem Martinshorn ausgefahren werde, durchschnittlich sechs Mal am Tag und zwei Mal in der Nacht. Das gesamte Wohngebiet, das Ayurveda-Zentrum als neu entstandener Hotelbetrieb sowie zwei auf dem Nachbargrundstück angrenzende Praxen (Logopädie und Naturheilkunde) wären von diesem Lärmaufkommen unmittelbar betroffen, kritisieren die Anwohner.

Nicht alle erfreut über neuen Standort

Fragezeichen wirft für sie aber auch die logistische Strategie der neuen Rettungswache auf. Die Rettungsfahrzeuge sollen ja über den Espeweg ausfahren: „Jeder weiß, dass es bei einer Rettungsfahrt vor allem um Schnelligkeit geht“, schreiben die Anwohner dazu. „Die Ausfahrt aus dem Espeweg gestaltet sich in jede Richtung als äußerst schwierig und mündet in die Knotenpunkte Sählingstraße oder Am Breitenbach. Die Ausfahrt Am Breitenbach mündet in einen Kreuzungsbereich, auf den insgesamt fünf Straßen treffen: Marienburger Straße, Am Breitenbach von unten und oben, sowie die Fortführung des Espewegs.“ Diese Kreuzung biete ohnehin ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Die Ausfahrt sei dort nur durch ein langsames Herantasten auf den Kreuzungsbereich möglich. Auf dem Espeweg seien generell auch viele Kinder unterwegs, weil es sich bei diesem Anliegerweg um einen beliebten Spazierweg zum Tretbecken handelt.

Viel Verkehr durch Berufskolleg und Kfz-Zulassungsstelle

Zu bedenken sei auch das erhöhte Verkehrsaufkommen durch das benachbarte Berufskolleg Wittgenstein und die Kfz-Zulassungsstelle im Kleinen Kreishaus. Hier werde an vielen Tagen die Straße Am Breitenbach bis in den Bereich des Parkverbotes zugeparkt, sodass sie nur noch einseitig befahrbar sei. Am Fuß der Straße befinden sich zwei Bushaltestellen, die vorwiegend von Kindern genutzt werden. Auf der Sählingstraße sei außerdem immer wieder ein Rückstau zu beobachten. „Auch mit einem stellenweisen Ausbau des Espewegs dürfte sich an dieser Situation nichts ändern“, heißt es im Schreiben der Anwohner weiter. Das Ziel einer schnelleren Ausfahrt des Rettungswagens werde damit schwerlich erreicht. Die Nachbarn fragen, ob es Überlegungen zu möglichen Ampelschaltungen gebe, um die entstehenden Risiken sowie den zu erwartenden Lärm des Martinshornes zu reduzieren. Ein Ausbau des Espewegs sei auch deshalb fragwürdig, da die Straße Am Breitenbach sowie Bereiche des Espewegs erst 2018/2019 saniert wurden und dies für die Anwohner mit erheblichen Kosten verbunden gewesen sei.

Wertminderung der Immobilien durch neue Rettungswache

Die Anwohner befürchten auch durch die Ansiedlung eine Wertminderung ihrer Immobilien: „Ein Interesse an Immobilien oder Wohnungen dürfte mit einer benachbarten Rettungswache und dem damit verbundenen Lärmaufkommen natürlich erheblich zurückgehen.“ Dass der Kreis offenbar keine Alternativen zu dem Standort gefunden hat und mit dem eigenen Grundstück eine günstige Lösung parat hat, ist für die Anwohner nicht akzeptabel. „Daher bitten wir, diese Wahl zugunsten der Anwohner noch einmal zu überdenken, um eine bessere und langfristige Lösung zu finden. Unserer Meinung nach sollte mit einem Neubau auch eine Verbesserung in Sachen Anbindung erzielt werden können“, heißt es in dem Schreiben, das auch an Bürgermeister Bernd Fuhrmann ging.
Eine Alternative benennen die Anwohner auch direkt: „Wäre es nicht eine Idee, die Rettungswache im Bereich der Feuerwehrwache anzusiedeln?“ Hier ist ja Platz auf dem Grundstück neben den ehemaligen Tennisplätzen. Auch in der Herrenwiese, in der Mühlwiese oder beim früheren „Eins A“ sei eine Umsetzung möglich.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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