Schüllar punktet mit guter Anbindung
Ländlich und nah an der Stadt

Die Schüllarbank ist so etwas wie der Ortsmittelpunkt von Schüllar. Hier lebt man ländlich und trotzdem nah an der
Stadt.
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  • Die Schüllarbank ist so etwas wie der Ortsmittelpunkt von Schüllar. Hier lebt man ländlich und trotzdem nah an der
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schn Schüllar. Andreas Meinecke meldet sich via Skype bei der Siegener Zeitung, um als Ortsvorsteher für unsere Sommerserie Rede und Antwort zu stehen. Er ist einer der wenigen Ortsvorsteher, die zusätzlich zu ihrem Dorf noch einen eigenen Ortsteil in ihrem Bereich zu vertreten haben. Kühhude ist eine eigene Siedlung, gehört aber zur Gemarkung Schüllar. Gern erinnert er sich an den 100. Geburtstag von Gertrud Eckelsbach in Kühhude im Winter. Die alte Dame kann jetzt im Sommer endlich feiern und Meinecke gönnt ihr diese Möglichkeit. „Wir sind, gemessen an der Fläche pro Einwohner, eines der größten Dörfer in Nordrhein-Westfalen“, so Meinecke mit Stolz. Seit 2009 ist Andreas Meinecke Ortsvorsteher, angeworben von Friedhelm Aderhold. Er hat seine Kollegin Doris Frank gemeinsam mit Friedhelm Aderhold ins Amt in Wemlighausen gelotst: „Ich war da nicht unbeteiligt.“ Mit Frank verbindet ihn ein „dickes freundschaftliches“ Verhältnis. Oder anders ausgedrückt, die beiden Ortsvorsteher arbeiten gut zusammen. So wie auch die beiden Dörfer Schüllar und Wemlighausen, die im Alltag kaum zu trennen sind. „Seit Jahrzehnten ist die Zusammenarbeit zwischen den Dörfern gewachsen“, sagt Andreas Meinecke.

"Wir sind, gemessen an der Fläche pro Einwohner,
eines der größten Dörfer in Nordrhein-Westfalen."

Andreas Meinecke
Ortsvorsteher Schüllar

Er betont, dass man mit dem Verein für Kultur und Heimatpflege als Dachverein schon viele Jahre vor anderen Ortschaften eine organisierte Dorfgemeinschaft etabliert habe. Dieser Verein mache sehr viel aus und man müsse sagen, dass ohne diese Institution Manches nicht in Gang gekommen sei. Auch wenn die Ortsvorsteher in der Regel keine einzelnen Vereine aus ihren Dörfern herausheben, macht Meinecke bei der Dorfjugend eine Ausnahme. Die jungen Leute sieht er als großen Pluspunkt für Schüllar an: „Die bringen sich richtig ein und sind eine große Stütze bei Aktionen im Dorf.“ Auch die Jugendlichen organisieren sich ganz selbstverständlich über beide Dörfer hinweg. Ganz aktuell hat die Freiwillige Feuerwehr mitgeholfen, eine Spendenaktion für das Ahrtal zu organisieren.

Die Grundschule im Odeborntal ist beiden Ortsvorstehern wichtig. Der Bau steht fast auf der Grenze zwischen Schüllar und Wemlighausen.
  • Die Grundschule im Odeborntal ist beiden Ortsvorstehern wichtig. Der Bau steht fast auf der Grenze zwischen Schüllar und Wemlighausen.
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Wie eng Schüllar und Wemlighausen zusammengewachsen sind, zeigt sich daran, dass die Schule noch in Schüllar steht, die Turnhalle aber schon in Wemlighausen. Die Kirche hat zwei Eingänge, einen für jedes Dorf. Schade findet Meinecke, dass sein Dorf durch die B 480 zerschnitten wird. Entlang der Straße zwischen Bad Berleburg und Wemlighausen gibt es einen sehr gut ausgebauten und stark genutzten Radweg. Gerne dürfte dieser verlängert werden, findet Meinecke. Der Radweg sei in weiten Teilen „doch recht naturnah“, sagt der Ortsvorsteher. Stellenweise sei es im Lauf der Bundesstraße für Radfahrer aber auch gefährlich.

Keine größeren Sorgen um Leben in Schüllar

Schüllar hat rund 200 Einwohner und potenzielle Neubürger haben den recht kleinen Stadtteil häufig nicht auf dem Schirm. „Aber die, die herziehen, fühlen sich hier sehr wohl“, stellt Andreas Meinecke fest. Auch wenn er den einen oder anderen Leerstand in den kommenden Jahren erwartet, so macht sich der Ortsvorsteher keine größeren Sorgen, dass auch dort wieder neues Leben einkehren wird. Die Nähe zur Kernstadt sei ein klarer Pluspunkt für das Dorf, da könne er sich seiner Kollegin Doris Frank nur anschließen. Der Weg zum Krankenhaus, oder zum Einkaufen am Nordknoten sei von Schüllar aus wahrscheinlich schneller zu bewältigen als etwa vom Stöppel – „und man muss nicht durch die ganze Stadt.“ Meinecke sieht für Schüllar ganz ähnliche Stärken, wie sie Wemlighausen hat: „Wir sind richtig ländlich und trotzdem ganz nah an der Stadt.“ Deswegen ist für ihn der Regionalplan ein ganz heikles Thema.

Andreas Meinecke ist Ortsvorsteher in Schüllar.
  • Andreas Meinecke ist Ortsvorsteher in Schüllar.
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Meinecke holt tief Luft, bevor er etwas zu den Planungen aus Arnsberg sagt. Aus seiner Sicht rücken die Windkraftanlagen bedenklich nah an einzelnstehende Gebäude heran, die auch touristisch genutzt werden. Betroffen wären, sollten alle möglichen Standorte genutzt werden, Ferienhäuser und auch das Abenteuerdorf. Ganz nebenbei werde auch massiv in das Auswilderungsgebiet der Wisente eingegriffen, stellte der Ortsvorsteher fest. Gegen Windkraft in den heimischen Wäldern spreche nichts, jede Region müsse ihren Beitrag leisten. Allerdings möchte Meinecke nicht, dass kleine Dörfer als nicht wichtig betrachtet werden. „Die Dörfer wie Schüllar sind wichtig und lebenswert, das sollte man nicht leichtfertig kaputt machen“, so seine deutliche Aussage.

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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