Landwirt Feige machte aus der Not eine Tugend

Beim Fest Butterproduktion aus Milchüberschüssen gezeigt

Christianseck. Was aus einer »Schnapsidee« alles werden kann, davon überzeugten sich am Wochenende zahlreiche Besucher, die das idyllische Fleckchen Erde rund um Hof Teiche besuchten. Als nämlich Oliver Rothenpieler aus Bad Berleburg vor rund 6 Jahren seine Verlobte Silke heiratete, die ihre Heimat auf Hof Teiche hat, beratschlagten er und seine Freunde Karl Briel, Jörg Althaus und die Familie um Herbert Feige, dass man dort oben doch mal »was machen könnte«, so Jörg Althaus, »um zu zeigen, dass es hier ein recht schönes Plätzchen ist«. Zum vierten Mal konnten sich jetzt Feriengäste, aber natürlich auch Wittgensteiner davon überzeugen, dass Hof Teiche nicht nur im Winter ein lohnenswertes Ziel ist, um dort Ski zu fahren und sich hinterher bei Kaffee und Waffeln in der Wittgensteiner Schweiz zu stärken. Das dortige Schierefest hat sich nämlich gut etabliert, was schon daran zu sehen war, dass bei Eröffnung am Samstag Nachmittag zahlreiche Neugierige den Hof bevölkerten. Der schwarze Hofhund Eika staunte nicht schlecht – ist es doch sonst wesentlich ruhiger dort. Aber er ließ sich von dem Trubel nicht stören, sondern legte sich gemütlich ins grüne Gras, um ein Nickerchen zu halten.

Währenddessen stand Initiator Oliver Rothenpieler in der Nähe des neugebauten Stalles, wo er mit den Kindern mit Hilfe einer Maschine Seile zum Hüpfen herstellte. Ein besonderes Erlebnis war es für die Kids, selbst an der Kurbel drehen zu dürfen. Erfahrungen mit dem Gummieuter einer Holzkuh waren an anderer Stelle zu machen. Hier wurde aber keine wohlschmeckende Milch, sondern nur Wasser gewonnen, und besonders die kleinen Gäste machten sich einen Spaß daraus, die Kuh zu melken oder an anderer Stelle auf der Strohhüpfburg herumzutoben. Thomas Feige hingegen richtete eine Traktorhaltestelle ein, von der aus er Fahrten in den nahegelegenen Wald anbot.

Aus 45 Litern werden zwei Kilo Butter

Den Weg von der Milch zur Butter demonstrierte sein Vater Herbert. Der 46-Jährige, der neben der Gastronomie rund 40 Stück Vieh sein Eigen nennt, das er hauptsächlich als Schlachtvieh verkauft, machte bei Maul- und Klauenseuche und BSE aus der Not eine Tugend. Er fand ein motorbetriebenes Butterfass aus der Zeit seiner Kindheit, grübelte über seinen Milchüberschuss und zog sein Fazit: »Na gut, dann machst du eben Butter.«

Seit März produziert er meist für den Eigenbedarf den Brotaufstrich, wobei er aus 45 Litern Milch fünf Liter Sahne gewinnt, was wiederum rund zwei Kilo Butter ergibt. Die Magermilch verfüttert er an die Kälber, die man ebenfalls im neugebauten Stall besichtigen konnte. Erstaunen und Interesse rief Herbert Feige bei den Gästen hervor, die in das Butterfass schauten und auch gern die überschüssige Buttermilch probierten. Aber auch vor der Veranstaltung war der Gastgeber nicht faul gewesen und hatte morgens Spiralnudeln hergestellt, die hervorragend zu selbstgemachter Bolognaisesauce schmeckten. Um den Hunger zu stillen, standen allerdings auch andere Leckereien wie Zwiebelfleisch, Waffeln, Würstchen und Steaks zur Verfügung. Die Kinder durften sich kostenlos beim Speiseeis bedienen. Das Programm wurde vervollständigt durch eine Ausstellung von land- und forstwirtschaftlichen Maschinen. In der liebevoll geschmückten Scheune sorgte Jörg Althaus dafür, dass auch abends und vor allen Dingen beim Frühschoppen am Sonntag die Musik nicht verstummte.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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