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Wohnungsgenossenschaft Wittgenstein
Langfristiger Trend der Vermietungen positiv

Das Gros der WSG-Mieter ist vornehmlich zufrieden mit der Wohnsituation. Die Verantwortlichen hatten alle Bewohner der 922 Wohnungen erstmals umfassend dahingehend befragt – auch in den Gebäuden in der Erndtebrücker Wabrichstraße.
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  • Das Gros der WSG-Mieter ist vornehmlich zufrieden mit der Wohnsituation. Die Verantwortlichen hatten alle Bewohner der 922 Wohnungen erstmals umfassend dahingehend befragt – auch in den Gebäuden in der Erndtebrücker Wabrichstraße.
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  • hochgeladen von Timo Karl (Redakteur)

tika Bad Berleburg. Tatsächlich angekommen ist die Diskussion über eine Mietpreisbremse in Wittgenstein bislang nur bedingt. Dennoch griff Marc Hofmann das Thema am Donnerstagabend im Bürgerhaus am Markt in Bad Berleburg auf. Der Vorsitzende der Wohnungsgenossenschaft Wittgenstein (WSG) nahm im Rahmen der Mitgliederversammlung dabei Bezug auf den Fall Berlin, wo dieses Thema momentan groß ist. „Das ist eine Zeit der Ungewissheit, die Vorstufe zur Enteignung, auf der man sich da befindet – wenn man es böse formulieren will. Das sind Verhältnisse, in denen der Klassenkampf beginnt“, erklärte Marc Hofmann, der diese Verhältnisse nicht auf Wittgenstein übertragen wollte. Die Botschaft war aber klar: „Auch wir brauchen steigende Mieten. Die Investitionskosten steigen.

tika Bad Berleburg. Tatsächlich angekommen ist die Diskussion über eine Mietpreisbremse in Wittgenstein bislang nur bedingt. Dennoch griff Marc Hofmann das Thema am Donnerstagabend im Bürgerhaus am Markt in Bad Berleburg auf. Der Vorsitzende der Wohnungsgenossenschaft Wittgenstein (WSG) nahm im Rahmen der Mitgliederversammlung dabei Bezug auf den Fall Berlin, wo dieses Thema momentan groß ist. „Das ist eine Zeit der Ungewissheit, die Vorstufe zur Enteignung, auf der man sich da befindet – wenn man es böse formulieren will. Das sind Verhältnisse, in denen der Klassenkampf beginnt“, erklärte Marc Hofmann, der diese Verhältnisse nicht auf Wittgenstein übertragen wollte. Die Botschaft war aber klar: „Auch wir brauchen steigende Mieten. Die Investitionskosten steigen. Wenn wir die Mieten einfrieren, hört das nicht auf.“ Zumal die demografische Entwicklung einen Bevölkerungsrückgang erwarten lasse.

Dennoch, bislang befindet sich die WSG auf einem guten Weg. Unter dem Strich stand für das Jahr 2018 eine Bilanzsumme von 24,7 Mill. Euro. Seit nun sieben Jahren hat die Genossenschaft jeweils einen leichten Jahresüberschuss erwirtschaftet – im Geschäftsjahr 2018 insgesamt 188 000 Euro. Nach Bildung von durch die Versammlung beschlossenen Reserven blieb ein Bilanzgewinn von exakt 70 619,98 Euro – vier Prozent Dividende sollen nun auf die Geschäftskonten der Mitglieder fließen.

Klar ist: Die WSG ist ein Eckpfeiler auf dem Wohnungsmarkt in Wittgenstein. In den vergangenen Monaten haben sich die Verantwortlichen auch deshalb mit einem möglichen Kauf von ehemaligen Kuhlmann-Häusern in Erndtebrück befasst, mit den ehemaligen AWo-Seniorenwohnungen auf der Pfingstweide in Bad Laasphe – und mit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Berghausen. Letzteres auf Bitten des CDU-Stadtverbandes von Bad Berleburg. „Bislang gibt es noch keine konkreten Ergebnisse“, bekannte Marc Hofmann.

Genügend Arbeit haben die Verantwortlichen fraglos mit ihrem eigenen Wohnungsbestand. Die erste Mieterbefragung hat zwar ein äußerst positives Bild der WSG gezeichnet – vor allem hinsichtlich des Services –, dennoch haben sich dadurch auch Handlungsfelder aufgetan. Immerhin 33,8 Prozent aller Mieter hatten sich aus den im Altkreis bestehenden 922 Wohnungen in 172 Häusern befasst. Mit der Sanierung der Gebäude in der Osterwiese in Bad Berleburg etwa hat die WSG bereits begonnen, im kommenden Jahr sollen dort zwei weitere Sanierungen erfolgen. Denn zumeist sind es Altbauwohnungen, die die WSG vermietet – und die diese nun peu à peu erneuert.

Insgesamt sind im Jahr 2018 in alle bestehenden Objekte 1,5 Mill. Euro Herstellungskosten geflossen, zudem 1,47 Mill. Euro Instandhaltungskosten. „Mehr als 40 Prozent der Mieten fließt in den Bestand, damit alles gut aussieht und intakt ist“, rechnete der hauptamtliche WSG-Vorstand vor. Ob der laufenden Investitionen definiert sich letztlich auch die vornehmliche Zufriedenheit der Mieter.

Exakt 96 Kündigungen verbuchte die WSG im Jahr 2018 und blieb damit auf dem Niveau der Vorjahre. „Im Vergleich zu Metropolregionen ist das eine relative hohe Fluktuation“, erklärte Marc Hofmann. Bei zwölf Wohnungen verbuchten die Verantwortlichen einen Leerstand, derzeit sind also freie Wohnungen auf dem Markt. „Der Trend der Vermietungssituation setzt sich fort und ist grundsätzlich positiv. Gerade in den vergangenen Monaten haben wir aber einen leichten Rückgang verbucht, für einige Wohnungen suchen wir derzeit Mieter. Ob dies nun dauerhaft ist oder nur kurzfristig, müssen wir abwarten“, konstatierte der Vorstand. Dabei sind die durchschnittlichen Kaltmieten mit 4,78 Euro pro Quadratmeter deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt, der in Nordrhein-Westfalen 7,22 Euro beträgt.

Exakt 1132 Mitglieder zählte die WSG zum Stichtag im Jahr 2018 und verbuchte damit einen Zuwachs von zwei Mitgliedern, die 3443 Anteile (plus 16) zeichneten. Besonders lange dabei sind Peter Galler aus Banfe und Johannes Klöer aus Bad Laasphe, die seit 50 Jahren Genossenschaftsmitglieder sind. Sie erhielten ebenso eine Auszeichnung sowie ein Präsent wie die Eheleute Ursula und Manfred Weidlich aus Bad Berleburg, Günter Kohnke und die Eheleute Beate und Christoph Thee aus Bad Laasphe sowie die Eheleute Kornelia und Alexander Kämpf aus Erndtebrück – sie alle verbuchten eine 40-jährige Wohndauer unter dem Dach der WSG. Ebenso wie die Mitglieder einstimmig den Erndtebrücker Friedrich Wilhelm Birkelbach für weitere drei Jahre in den Aufsichtsrat wählten, votierten sie auch für eine Satzungsänderung. Diese soll im Wesentlichen neuen gesetzlichen Bestimmungen Rechnung tragen und diverse Paragraphen präzisieren sowie die digitale Informationsübermittlung tiefgreifender in der Satzung verankern.

Das Gros der WSG-Mieter ist vornehmlich zufrieden mit der Wohnsituation. Die Verantwortlichen hatten alle Bewohner der 922 Wohnungen erstmals umfassend dahingehend befragt – auch in den Gebäuden in der Erndtebrücker Wabrichstraße.
Der WSG-Vorsitzende Marc Hofmann (l.) und der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Schmalz (2. v. r.) ehrten langjährige Mieter und Mitglieder.
Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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