Bürgermeister vor Ort
Leerstand kennt das Dorf nicht

Rund 40 Diedenshäuser – mehr als zehn Prozent der Bevölkerung – beteiligten sich am Montagabend am Dorfspaziergang mit Bürgermeister Bernd Fuhrmann (l.) und Ortsvorsteher Ulrich Dienst (r.).  Foto: Martin Völkel
  • Rund 40 Diedenshäuser – mehr als zehn Prozent der Bevölkerung – beteiligten sich am Montagabend am Dorfspaziergang mit Bürgermeister Bernd Fuhrmann (l.) und Ortsvorsteher Ulrich Dienst (r.). Foto: Martin Völkel
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Diedenshausen. Das frühere Bundesgolddorf Diedenshausen feiert am letzten August-Wochenende 825-jähriges Bestehen – der Dorfspaziergang mit Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann am Montagabend stellte aber eindrucksvoll unter Beweis, dass diese Ortschaft nicht in die Jahre gekommen ist. Mehr noch: Diedenshausen lebt in jeglicher Hinsicht. Gut 40 Menschen beteiligten sich am Rundgang mit dem Rathaus-Chef, das waren immerhin mehr als zehn Prozent der Bevölkerung. Und wenn Ortsvorsteher Ulrich Dienst am Heimathaus feststellte, „dass wir insgesamt gut aufgestellt sind“, dann war das keineswegs übertrieben.

Im Ort stehe lediglich ein älteres Haus leer, ansonsten kenne man dieses Problem bislang nicht, sagte Ulrich Dienst im Gespräch mit der SZ: „Wenn dann bei uns im Ort mal eine Wohnung frei wird, ist die auch relativ schnell wieder vermietet.“ Vier Baugrundstücke stünden aktuell im Seibelsbach noch zur Verfügung – mit einem Bodenrichtwert von derzeit 20 Euro je Quadratmeter habe man durchaus einen nicht unerheblichen finanziellen Anreiz zu bieten. Stichwort Seibelsbach: Dieser Teil von Diedenshausen liegt bekanntlich im benachbarten Hessen, die Landesgrenze verläuft quer durch den Ort. Ulrich Dienst: „Eine schöne Besonderheit für uns, mehr aber auch nicht. Im Alltag kennen wir diese Grenze nicht, wir machen alles gemeinsam.“

Vor dem Dorfspaziergang waren Vertreter der Verwaltung, Ortsvorsteher und Vereinsrepräsentanten bereits einige Stationen angelaufen, die für Diedenshausen prägend sind. Beeindruckt zeigte sich Bernd Fuhrmann von der Bäckerei Schwan, die in Kürze investieren und dann im August neu eröffnen wolle: „Es ist gut, dass der Laden noch im Dorf ist. Zumal hier noch Handwerkskunst gelebt und nicht mit Chemie gearbeitet wird.“ Weitere Themen des Dorfspaziergangs:

Festhalle auf der Steinert: Es sei gut, dass der Heimatverein die Immobilie gut in Schuss halte, so Bernd Fuhrmann. Klar sei allerdings, dass es in Sachen energetische Sanierung, Fußboden und Heizung Handlungsbedarf gebe: „Die Situation ist nicht optimal.“ Eine Förderung sei zu prüfen.

Saale-Stadion: Der Rathaus-Chef strich heraus, dass der Sportplatz weit mehr als ein Fußballfeld sei, hier bestehe ein wichtiger Kommunikationspunkt. Der TuS leiste eine hervorragende Jugendarbeit. Wenn Unterstützung benötigt werde, wolle die Stadt dies im Rahmen der Möglichkeiten leisten.

Dorfplatz: Ulrich Dienst war zumindest vorsichtig optimistisch, dass der gestellte Förderantrag an das Land auch Aussicht auf Erfolg habe. Mit einer Entscheidung sei noch vor der Sommerpause zu rechnen. Wenn es ein positiver Entscheid sein sollte, wolle man nach der 825-Jahr-Feier mit den ersten Arbeiten am Heimathaus an den Start gehen.

Feuerwehrgerätehaus: Bernd Fuhrmann lobte die Eigeninitiative beim Bau des Gerätehauses und das Engagement, die eigene Löschgruppe im Dorf zu erhalten – beispielsweise mit einer starken Jugendfeuerwehr: „Die eigenen Löschgruppen im Dorf sind immens wichtig und für den Ersteinsatz nicht zu ersetzen.“

Straßenschäden: Hier bildet Diedenshausen im Vergleich zu anderen Ortschaften keine Ausnahme -einige Anliegerstraßen müssten saniert werden. Doch der Bürgermeister wollte keine falschen Hoffnungen wecken: „So lange die KAG-Diskussion nicht in eine Regelung mündet, kommen wir mit Projekten nicht voran.“

Wasserbeschaffungsverband: Mit zwei Tiefenbohrungen sei man in Sachen Trinkwasser sehr gut aufgestellt für den Ort, erklärte Peter Dienst, Vorsitzender des Wasserbeschaffungsverbandes Diedenshausen-Helle. Nur: „Wenn es um die geforderte Löschwasserreserve geht, könnte es eng werden.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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