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Ein erfahrener Lastwagenfahrer berichtet
„Letztlich wollen die Regale ja gefüllt sein“

Kevin Gillner sitzt seit dem Jahr 2011 für Regupol in Bad Berleburg am Steuer seines Lastwagens.  Foto: Martin Völkel
  • Kevin Gillner sitzt seit dem Jahr 2011 für Regupol in Bad Berleburg am Steuer seines Lastwagens. Foto: Martin Völkel
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vö Bad Berleburg. Wenn Kevin Gillner heute Morgen zu einer Zwei-Tages-Tour in Richtung Süddeutschland aufbricht, auf der A 5 entlang, dann ist das schon so etwas wie eine Wundertüte: „Ich habe drei Abladestellen, das ist nicht an einem Tag zu schaffen. Ich gehe davon aus, dass ich auf einer Raststätte landen werde“, sagt der 41-Jährige, der das Transportgeschäft im Blut hat.

Raststätten werden zu bleiben
Und was erwartet ihn dort? Ungewiss. In den vergangenen Tagen machten deutschlandweit Schlagzeilen die Runde, dass die Raststätten an den Autobahnen ihr Angebot auf ein Minimum zurückgefahren hätten. Tanken ja – mehr aber auch nicht. Wenn es gut läuft, vielleicht noch ein Kaffee aus dem Pappbecher zum Mitnehmen.

Bad Berleburg. Wenn Kevin Gillner heute Morgen zu einer Zwei-Tages-Tour in Richtung Süddeutschland aufbricht, auf der A 5 entlang, dann ist das schon so etwas wie eine Wundertüte: „Ich habe drei Abladestellen, das ist nicht an einem Tag zu schaffen. Ich gehe davon aus, dass ich auf einer Raststätte landen werde“, sagt der 41-Jährige, der das Transportgeschäft im Blut hat.

Raststätten werden zu bleiben

Und was erwartet ihn dort? Ungewiss. In den vergangenen Tagen machten deutschlandweit Schlagzeilen die Runde, dass die Raststätten an den Autobahnen ihr Angebot auf ein Minimum zurückgefahren hätten. Tanken ja – mehr aber auch nicht. Wenn es gut läuft, vielleicht noch ein Kaffee aus dem Pappbecher zum Mitnehmen. Die Restaurants blieben geschlossen, meldeten Medien übereinstimmend, bei den sanitären Anlagen oder vor allem den Duschen für die Lkw-Fahrer werde am Reinigungspersonal gespart – oder sie blieben gleich komplett geschlossen. Kevin Gillner ist da Realist: „Ich gehe davon aus, dass die Raststätten zu sind – nach allem, was ich von Berufskollegen gehört habe.“ Er sei vorbereitet, stelle sich auf die neue Situation ein.

Spediteure steuern auf Sorgen zu

Dennoch: Wenn er abends seine Schicht beendet habe und er unterwegs sei, freue er sich in der Regel auf eine heiße Dusche und ein warmes Essen. Beides sei angesichts der momentanen Situation mehr als fraglich.

Der Familienvater ist seit über einem Vierteljahrhundert Berufskraftfahrer aus Leidenschaft, kennt das Geschäft aus dem Eff-Eff – und gehört zweifellos zu jenen Berufsgruppen, die systemrelevant sind, wie es die politischen Verantwortungsträger gerne formulieren. Es geht darum, Waren von A nach B zu bringen. Oder, wie es Kevin Gillner mit dem ihm eigenen Humor formuliert: „Letztlich wollen die Regale in den Geschäften ja gefüllt sein. Bei allem, was ich weiß, funktioniert das nicht digital oder aus dem Homeoffice heraus.“

Kraftfahrer stellen Versorgung sicher

Es ist ein Plädoyer für die Kraftfahrer, die die Versorgung der Bevölkerung in dieser schwierigen Zeit sicherstellen. Er sei sich nicht ganz sicher, ob das immer jedem bewusst sei. Kevin Gillner ist seit 2011 mit den grünen Transportern des Bad Berleburger Unternehmens Regupol unterwegs. Der Weltmarktführer in Sachen Sportböden vertreibt seine Produkte weltweit, in Europa kommt die Ware zumindest zu großen Teilen mit eigenen Lastwagen zum Kunden.

Die Corona-Krise führt auch auf den Straßen zu deutlichen Veränderungen. Kevin Gillner: „Am Montagmorgen war ich in Richtung Frankfurt unterwegs. Die Straße war frei, keine Staus – das ist um die Zeit sonst nie der Fall.“ Das gleiche gelte für das Ruhrgebiet, wo er Ende vergangene Woche Kunden angefahren habe.

Übrigens seien die Niederländer mit ihren Maßnahmen offenbar noch längst nicht so weit wie andere europäische Länder: „Mit Grenzkontrollen war da in der vergangenen Woche noch überhaupt nichts.“ Das könne sich aber jetzt schon deutlich verändert haben.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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