»Man tut gern was für Kinder«

Wenn Laaspher 150 E zahlt, wird Verfahren eingestellt

JG Bad Berleburg. Beleidigung warf gestern Hanne Gummersbach als Vertreterin der Staatsanwaltschaft einem 69-Jährigen im Berleburger Amtsgericht vor. Der Laaspher hatte mehrere Baugenehmigungsanträge für eine Wittgensteiner Eisdiele gestellt, diese waren abgelehnt worden. Daraufhin hatte der jetzt Angeklagte vor einem Jahr dem Landrat einen Brief geschrieben, wo in Zusammenhang mit der Arbeit der zuständigen Frau bei der Kreisverwaltung das Wort »irrsinnig« auftauchte. Außerdem hatte der Laaspher an dem geschlossenen Geschäft ein Schild angebracht: Dieses ermunterte im Oktober 2002 potenzielle Eisesser, die vor verschlossener Tür hungrig blieben, eben jene Frau – mit Namensnennung und unter Angabe ihrer Durchwahl – im Siegener Kreishaus anzurufen.

Ein Brief und ein Schild – darauf stützte sich die Anklageschrift. Das vorher gemachte Angebot, dass die Sache gegen Zahlung von 250 e aus der Welt sei, hatte der Laaspher ausgeschlagen, schließlich wähnte er sich im Recht. Deshalb kam es überhaupt zur Verhandlung. Aber auch hier bemühten sich wenigstens die Justiz-Profis, den Ball flach zu halten.

Richter Torsten Hoffmann wollte in der unendlichen Eisdielen-Geschichte, die ja verschiedenste Gerichte beschäftigt, gar nichts wissen von den vielen »Nebenkriegsschauplätzen«, Verteidiger Wolfgang Bojer mahnte seinen Mandaten mehrfach zur Ruhe, und Hanne Gummersbach fand es auch in Ordnung, dass das Verfahren gegen Zahlung von 150 e – wie von Torsten Hoffmann angeregt – eingestellt wurde. Und am Ende sagte auch der Angeklagte Ja. 150 e für einen Laaspher AWo-Kindergarten, denn wie sagte der Angeklagte: »Man tut eben gern was für die Kinder.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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