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Amtsgericht Bad Berleburg
Mann stellt "Ex" nach und beschimpft sie

Zehn Monate auf Bewährung: So lautet das Urteil des Amtsgerichts Bad Berleburg gegen einen jungen Mann, der seiner Ex-Freundin nachstellte.
  • Zehn Monate auf Bewährung: So lautet das Urteil des Amtsgerichts Bad Berleburg gegen einen jungen Mann, der seiner Ex-Freundin nachstellte.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Bad Berleburg. Die Zeugin zitterte während sie aussagte. „Ich hatte ihn regelmäßig in der JVA besucht, ihm Geld gebracht und wollte ihm eine Stütze sein.“ Als ihr Freund aus dem Gefängnis entlassen worden sei, habe sie festgestellt, dass das Zusammenleben nicht funktionierte. „Es gab sehr viele Streitigkeiten, viel Drama“, berichtete die 24-Jährige. Sie machte Schluss, wollte sich von ihm trennen. Das wiederum akzeptierte der Ex-Freund nicht. Im Gegenteil.
Der 23-Jährige stellte der jungen Frau nach, beobachtete sie und lauerte ihr auf. „Er ging mich sogar körperlich an. Das war Terror hoch zehn. Ich habe keine Ruhe gehabt.“ Einen neuen Handy-Vertrag habe sie abgeschlossen, jedoch habe sie der „Ex“ immer noch auf dem alten Handy kontaktiert.

howe Bad Berleburg. Die Zeugin zitterte während sie aussagte. „Ich hatte ihn regelmäßig in der JVA besucht, ihm Geld gebracht und wollte ihm eine Stütze sein.“ Als ihr Freund aus dem Gefängnis entlassen worden sei, habe sie festgestellt, dass das Zusammenleben nicht funktionierte. „Es gab sehr viele Streitigkeiten, viel Drama“, berichtete die 24-Jährige. Sie machte Schluss, wollte sich von ihm trennen. Das wiederum akzeptierte der Ex-Freund nicht. Im Gegenteil.
Der 23-Jährige stellte der jungen Frau nach, beobachtete sie und lauerte ihr auf. „Er ging mich sogar körperlich an. Das war Terror hoch zehn. Ich habe keine Ruhe gehabt.“ Einen neuen Handy-Vertrag habe sie abgeschlossen, jedoch habe sie der „Ex“ immer noch auf dem alten Handy kontaktiert.

Angeklagter ignoriert einstweilige Verfügung

„Er hat meine Familie und Freunde bedroht. Bis aufs Letzte. An die einstweilige Verfügung hat er sich nicht gehalten.“ Mit der Aussage der 24-Jährigen bestätigte sich der Vorwurf der Staatsanwaltschaft vor dem Bad Berleburger Amtsgericht. Der Mann habe nämlich gegen das Gewaltschutzgesetz verstoßen und in einem Fall die ehemalige Freundin sogar massiv beleidigt. „Hure“ und „Schlampe“ soll er sie am Telefon beschimpft haben, auch andere Ausdrücke unterhalb der Gürtellinie fielen.
Dabei hatte das Familiengericht in Bad Berleburg dem Angeklagten damals verboten, mit der Frau fernmündlichen Kontakt aufzunehmen, sich ihr auf weniger als 20 Meter zu nähern oder sie anderweitig zu belästigen. Was der Beschluss des Familiengerichts im Übrigen auch aussagte: Bei Zuwiderhandlung droht für gewöhnlich ein Ordnungsgeld bis zu 250 000 Euro oder sechs Monate Gefängnis. Jedenfalls war es vor Gericht die Aussage des Opfers, die doch sehr nachdenklich stimmte. Denn die junge Frau tat sich sichtlich schwer, in Gegenwart des angeklagten Ex-Freundes auszusagen. „Das war die schlimmste Zeit meines Lebens, besonders psychisch“, erzählte die 24-Jährige.

Zehn Monate Haft auf Bewährung

Erst vor ein, zwei Wochen habe er sie wieder kontaktiert. Meistens nachts, teilweise spät und immerzu betrunken. Bedroht habe er sie, unter anderem habe er gesagt, er würde Fotos von ihr weiterleiten – was auch immer er damit gemeint habe.
„Er hat auch meine Freundin versucht, zu kontaktieren. Das hatte alles massive Auswirkungen auf mich. Egal, was ich machte, er war immer da.“ Der Angeklagte habe ihr auch damit gedroht, den Hunden Giftköder zu geben. „Ich habe viel geweint. Er hat richtig Psychoterror gemacht. Was das mit einem Menschen anstellt, das habe ich noch nie erlebt.“ Richter Torsten Hoffmann verurteilte den mehrfach vorbestraften Mann zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung. Eine Therapie soll er wegen seiner Alkoholsucht beginnen, außerdem 120 Sozialstunden ableisten.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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