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Wachwechsel nach 15 Jahren in Bad Berleburg
Martin Kroh neuer Leiter der Polizei

Drei Leiter der Bad Berleburger Wache: Martin Kroh, Richard Feige und Bernd Dickel (v.l.).
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vc Bad Berleburg. Drei Wachleiter aus Bad Berleburg auf einem Bild – das hat sich Bernd Dickel im Vorfeld seiner Pensionierung gewünscht. Auch wenn die geplante Abschiedsfeier Corona-bedingt ausgefallen ist: Nachfolger Martin Kroh und Vorgänger Richard Feige standen natürlich für das Abschiedsfoto parat. Schließlich übergibt Bernd Dickel am Dienstag den Staffelstab an Martin Kroh. Schon am Donnerstag waren beide zusammen auf Tour.

„Wir haben alle drei Bürgermeister besucht“, berichtete der 59-jährige Pensionär in spe. Die Kontakte zu den Verwaltungen sind wichtig, das wissen beide Beamte. Nicht minder bedeutsam ist die gute Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und der Feuerwehr. „Daher werde ich mich in den kommenden Tagen auch dort vorstellen“, betonte Martin Kroh.

vc Bad Berleburg. Drei Wachleiter aus Bad Berleburg auf einem Bild – das hat sich Bernd Dickel im Vorfeld seiner Pensionierung gewünscht. Auch wenn die geplante Abschiedsfeier Corona-bedingt ausgefallen ist: Nachfolger Martin Kroh und Vorgänger Richard Feige standen natürlich für das Abschiedsfoto parat. Schließlich übergibt Bernd Dickel am Dienstag den Staffelstab an Martin Kroh. Schon am Donnerstag waren beide zusammen auf Tour.

„Wir haben alle drei Bürgermeister besucht“, berichtete der 59-jährige Pensionär in spe. Die Kontakte zu den Verwaltungen sind wichtig, das wissen beide Beamte. Nicht minder bedeutsam ist die gute Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und der Feuerwehr. „Daher werde ich mich in den kommenden Tagen auch dort vorstellen“, betonte Martin Kroh. Wie sein Vorgänger schätzt er die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr. Bernd Dickel: „Wir sind hier weit weg. Bis die Kollegen aus Kreuztal mal zur Verstärkung da sind, dauert es manchmal. Da ist es gut, wenn die Feuerwehr beispielsweise bei einem Unfall mit einer Straßensperrung aushilft.“ Es sind Erfahrungen wie diese, die der Wemlighäuser seinem Kollegen mit auf den Weg geben kann. Auch für ihn war es eine große Umstellung, vom geschäftigen Siegen in seine Heimat zu wechseln. „In Wittgenstein gibt es die gleichen Delikte wie in Siegen. Nur eben weniger“, stellte der Erste Polizeihauptkommissar Dickel klar. Was ihm in Wittgenstein gefehlt habe, sei das Adrenalin gewesen. Von 1991 bis 2006 war Bernd Dickel in der Kreisstadt Siegen im Wachdienst aktiv.

Christkind-Fall bleibt in Erinnerung 

Es war eine Zeit, an die er sich gerne erinnert. Unzählige Fälle hat er bearbeitet. Im Gedächtnis geblieben ist dem Wittgensteiner unter anderem ein Fall aus der Weihnachtszeit. „Ich wollte für die Kollegen Brötchen holen und war fast beim Bäcker, da kam der Einsatz: Marktleute hätten ein lebloses Baby unter der HTS gefunden.“ Der Fall des Christkinds, wie es Bernd Dickel ausdrückte, ging gut aus. „Ich habe die Decke des Korbs zurückgeschlagen. Du erwartest etwas Schreckliches. Aber dann bewegt sich da ein Fingerchen. Ich habe das wenige Wochen alte Kleinkind mit in den warmen Wagen genommen“, erzählte der Wachleiter. Was aus dem Kind geworden ist, habe er aber bis heute nicht erfahren. 42 Jahre war Bernd Dickel tätig. „Es gab keine zehn Tage, an denen ich nicht gerne zum Dienst gegangen bin“, unterstrich der Wachleiter. Die ersten Schritte als Polizeianwärter tat Bernd Dickel übrigens im Bildungszentrum der Polizei auf Schloss Holte-Stukenbrock – das war 1979. Die nächste Station war Köln. 1986 ging es nach Dortmund zur Fachhochschule. „Dann kam 1989 eine Versetzung nach Gummersbach. 1991 kam ich dann nach Siegen“, berichtete Bernd Dickel. 2006 trat er den Weg nach Bad Berleburg an, um Richard Feige abzulösen.

Martin Kroh übernimmt den Staffelstab

Jetzt ist es an Martin Kroh, das Ruder zu übernehmen. „Für mich bricht eine neue Zeit an“, betonte Kroh, der selbst aus Bad Berleburg stammt und sein Abitur am JAG gemacht hat. Er sei „Kripo-sozialisiert“ und habe seine neue Uniform auch erst ein paar Tage. „Nach den ersten Jahren in Bonn besuchte ich die Fachhochschule in Köln. Seit 1995 bin ich in Siegen tätig gewesen und war dort zwölf Jahre Todes- und Brandermittler.“ Es folgten bis 2011 der Dienst in Stabsfunktion und dann der Posten des Leiters der Kripo. In den kommenden Jahren wird der 54-Jährige die Wache in Bad Berleburg leiten. „Das ist eine Aufgabe, auf die ich mich freue.“ Bernd Dickel war sehr froh, „dass es wieder ein Witti ist.“
Die Freude auf die Pensionierung war dem zweifachen Vater anzusehen: „Ich habe keinen festen Wünsche, aber das Ferienhaus in Ungarn wird schon ein Ziel sein.“ Auf dem To-do-Zettel steht auch Skilaufen und Altherrenfußball. Nochmals als Fußball-Trainer wie damals beim TSV Aue-Wingeshausen will der 59-Jährige nicht tätig werden. Er mache etwas nur gerne, wenn er sich hundertprozentig darauf konzentrieren kann. Und noch plane Bernd Dickel einige Monate am Stück in sein Ferienhaus zu fahren – einfach so, nach dem Wetterbericht, ohne weitere Verpflichtungen zu haben.

Mit Träne im Knopfloch 

Der Pensionär wollte eigentlich mit seinen Kollegen aus Siegen und Wittgenstein den Abschied feiern. „Das geht pandemiebedingt nicht – was mich wirklich traurig macht. Ich habe mich darauf gefreut, die alten Kollegen zu sehen.“ Nun rückt der letzte Tag im Berufsleben näher. Bernd Dickel: „Ich habe heute wohl das letzte Mal meine Waffe entleert und eine Waffe getragen. Es könnte auch die letzte Fahrt im Streifenwagen gewesen sein. Eins ist sicher – ich werde nicht ohne eine Träne im Knopfloch gehen.“

Autor:

Christian Völkel

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