Mehr los als bei der Hochzeit von Prinz Richard

Forstdirektor Johannes Röhl und Moderator Dirk Glaser gaben den Gästen noch einige Detailinformationen mit auf den Weg.
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howe Bad Berleburg. Die Stellungnahme des Tages kam gestern nicht von einem Teilnehmer der Pressekonferenz in der gemütlichen Scheune des Forsthauses Homrighausen, sondern von einem neutralen Beobachter aus Feudingen, der die Wisent-Ankunft unmittelbar miterlebte: „Das ist mit Geld nicht zu bezahlen. So ein Marketing würde Millionen kosten, wenn man dafür diesen Aufwand betriebe.“ In der Tat war das ein großer Tag für die Region, denn mehr als 120 Journalisten sorgen nun dafür, dass Wittgenstein im absoluten Rampenlicht steht.

Ein Bad Berleburger Verwaltungsmitarbeiter formulierte es im SZ-Gespräch so: „Hier ist heute medienmäßig mehr los als bei der Hochzeit von Prinz Richard.“ Und der Gewinner ist: die Region, das Wittgensteiner Land, Siegen-Wittgenstein, Rothaargebirge, Südwestfalen. Das war auch Tenor der Pressekonferenz. Ministerpräsident und Wisent-Schirmherr Dr. Jürgen Rüttgers freute sich sogar für ganz Nordrhein Westfalen, dass es dieses viel versprechende Naturschutz-Experiment habe. Immerhin handele es sich um den Versuch, das größte Landsäugetier Europas auszuwildern. Es gehe um Tiere, die vor mehreren hundert Jahren hier gelebt hätten. Man wolle ein Stück ursprüngliche Natur zurückerobern. Dr. Alfred Herberg, Fachbereichsleiter im Bundesamt für Naturschutz, erwartet einen gewichtigen Beitrag zum Erhalt der gefährdeten Tierart. Ihm komme es darauf an, die Wisente langfristig gesehen in ganz Deutschland wieder heimisch zu machen.

Bernd Fuhrmann, Vorsitzender des Trägervereins Wisent-Wildnis-Wittgenstein, fand die Ankunft des Wisent-Bullen Egnar „durchaus aufregend und beeindruckend“. Er dankte Prinz Richard für diese „grandiose Idee“ und er dankte für das Festhalten an der Umsetzung dessen. „Wir sind dem Traum einen guten Schritt näher gekommen.“ Fünf Jahre habe es bis zur Realisierung des Projekts gedauert. Und so manches Mal habe sich die Projektgruppe gefragt, warum sie sich das antue. Bernd Fuhrmann: „Das ist Enthusiasmus für die Natur und eine gewisse Portion Verrücktheit.“

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