Mit 1,51 Promille erwischt

jg Bad Berleburg. Eine vorsätzliche Trunkenheitsfahrt zwischen Girkhausen und Bad Berleburg wurde gestern im Berleburger Amtsgericht verhandelt. Der angeklagte 52-jährige Wittgensteiner war am Nikolaustag morgens um halb Vier erwischt worden, die Blutprobe eine Stunde später ergab einen Wert von 1,51 Promille.

Er sei bei einer Feier in dem Berleburger Ortsteil gewesen und habe dort auch übernachten wollen, doch dann sei es zu Ärger gekommen, etwas was der Angeklagte nicht mag: „Ich bin nicht für Krach.“ Deshalb sei er vor die Tür gegangen, sein Handy habe er nicht dabei gehabt. Auch wenn er sich nicht mehr so richtig sicher gefühlt habe, habe er sich auf seinen direkten Heimweg begeben. Bis ihn in Bad Berleburg die Polizei anhielt. Wieviel er getrunken hatte, wusste der Mann nicht mehr, es sei jedoch nur Bier gewesen, aber „so billiges Zeug“. Dass sich das dennoch nicht anders auf den Blutalkohol auswirkt als Hochwertiges, erklärte Richter Kurt Grauel dem Angeklagten. „Die Umdrehungen sind so ziemlich gleich, die Hirse unterscheidet sich.“

Weil der Mann gleich vor fünf Monaten seinen Führerschein abgeben musste, kann er derzeit nicht in seiner alten Arbeit tätig sein. Deshalb war insbesondere die Lizenz dem Angeklagten wichtig. Unglücklicherweise hatte er vor vier Jahren den Schein aus dem gleichen Grund schon mal abgegeben. Dennoch schaffte es der Mann, der Schwierigkeiten mit Lesen und Schreiben hat, die volkstümlich als Idioten-Test bezeichnete Untersuchung erfolgreich zu absolvieren.

Gerade deshalb hätte er noch vorsichtiger sein müssen, erläuterte ihm Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel, dass er sich durch seine Mühen vor Gericht keine Sonderbehandlung verdient habe. Sie machte bei dem 52-Jährigen eine „gewisse Unbelehrbarkeit“ aus, Auch deshalb forderte sie eine viermonatige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Der Führerschein sei einzuziehen und dem Mann frühestens in 15 Monaten wieder auszuhändigen. Verteidiger Erdmann von Gersdorff wollte wenigstens vom Vorwurf der vorsätzlichen zur fahrlässigen Trunkenheitsfahrt kommen. Und hoffte dabei dann auf eine deutlich reduzierte Sperrfrist. Auch der Angeklagte bat um Gnade: „Ohne Arbeit ist alles ’rum, ich muss arbeiten.“

In seiner Urteilsbegründung ordnete Richter Kurt Grauel den Blutalkohol zwar genau ein: „Für 1,51 muss man schon ordentlich tanken.“ Und redete dem Mann auch deutlich ins Gewissen: Autoschlüssel und Flasche Bier müssten möglichst weit getrennt von einander aufbewahrt werden. Sein Urteil fiel dennoch ein bisschen milder aus, als von Judith Hippenstiel gefordert. Der Angeklagte solle eine Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen zu 10 Euro zahlen, außerdem darf er sich frühestens in zehn Monaten wieder um einen Führerschein bemühen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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