60-Jähriger Unternehmer
Mit 1,77 Promille im Straßenverkehr unterwegs

Fahrlässige Trunkenheit im Verkehr wurde am Dienstagmorgen einem Bad Berleburger in einer Verhandlung am Bad Berleburger Amtsgericht von Oberstaatsanwältin Judith Hippenstiel vorgeworfen.
  • Fahrlässige Trunkenheit im Verkehr wurde am Dienstagmorgen einem Bad Berleburger in einer Verhandlung am Bad Berleburger Amtsgericht von Oberstaatsanwältin Judith Hippenstiel vorgeworfen.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

vc Bad Berleburg. Fahrlässige Trunkenheit im Verkehr – das wurde am Dienstagmorgen einem Bad Berleburger in einer Verhandlung am Bad Berleburger Amtsgericht von Oberstaatsanwältin Judith Hippenstiel vorgeworfen. Der Angeklagte konnte sich laut eigener Aussage an wenig erinnern, was an jenem 10. Dezember 2020 passiert sei. Am Anfang der Verhandlung verzichtete der 60-Jährige zunächst auch auf eine Aussage.

Der selbständige Unternehmer sei laut Protokoll an besagtem Tage in seinem Fahrzeug auf dem Parkplatz „Auf der Leimstruth“ von der Polizei angetroffen worden. Beim Verlassen des Fahrzeugs habe er „deutliche Anzeichen der Trunkenheit“ gezeigt. Dies war dem Protokoll der Polizei zu entnehmen, das Richter Torsten Hoffmann vorlag. Der Führerschein sei eingezogen und der Wittgensteiner zu einer Blutalkoholkontrolle aufgefordert worden. Hier habe die erste Messung 1,77 Promille Blutalkohol ergeben. Die Beamten gaben in ihrem Protokoll auch an, dass der Wagen des Angeklagten erheblich beschädigt sei: Fahrzeugteile hätten im Innenraum des Wagens gelegen – neben drei leeren Flaschen Rotwein. Ein vermuteter Unfallort wurde untersucht. Der Landesbetrieb Straßen gab aber laut Protokoll an, dass kein Sachschaden entstanden sei. Dieser vermutete Unfallhergang war aber nicht Teil des Verfahrens.

Alkoholisiert zum Parkplatz gefahren

Seitens der Justiz konzentrierte sich das Verfahren auf den gemessenen Blutalkohol und die Einlassung des Bad Berleburgers am Tattag, zum Parkplatz gefahren zu sein und sich erst dort betrunken zu haben. Letzteres wollte die Oberstaatsanwältin Judith Hippenstiel dem Wingeshäuser nicht abnehmen. In anderthalb Stunden so viel Wein zu trinken, sei laut ihrer 25-jährigen Erfahrung bei der Verhandlung solcher Delikte nicht möglich. Sie warf dem Bad Berleburger vor, bereits alkoholisiert zum Parkplatz gefahren zu sein.

Nach einem Blick in die Akte schlug Judith Hippenstiel zwei Möglichkeiten vor: Entweder man lasse ein Gutachten erstellen, um zu klären, ob die Angaben des Angeklagten realistisch seien. „Das wird aber drei bis vier Monate dauern – Minimum.“ Dann folge noch die Verhandlung, in dem im Falle einer Verurteilung nochmals vier Monate Führerscheinsperre drohten.

Alkoholwert mehrfach über zulässigem Wert

Alternativ forderte die Staatsanwältin den Unternehmer dazu auf, den Tatvorwurf der Trunkenheit am Steuer zuzugeben. Sie hielt ihm zugute, dass er nicht vorbestraft sei und dass er den Führerschein auch beruflich benötigt. Deutliche Worte fand sie jedoch angesichts der gemessenen Alkoholmenge in seinem Blut. „Damit liegen die Werte mehrfach über den Werten, mit denen das Führen eines Fahrzeuges unzulässig ist.“

Verteidiger Frank Henk beriet den Vorschlag mit seinem Angeklagten und führte dann aus, dass sein Klient die fahrlässige Trunkenheit im Verkehr zugebe. Der 60-Jährige Angeklagte warf noch ein, dass er niemanden mit seinem Verhalten geschadet habe, er aber den Führerschein so schnell wie möglich zurückhaben müsse. Frank Henk zeigte sich mit der Forderung der Staatsanwaltschaft mit Blick auf die 30 Tagessätze zu 80 Euro einverstanden, forderte aber im Unterschied zu seiner Kollegin der Staatsanwaltschaft lediglich drei weitere Monate Führerscheinsperre für den Angeklagten.

Richter folgte Forderung der Staatsanwaltschaft

Richter Torsten Hoffmann folgte der Forderung der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Bad Berleburger zu 30 Tagessätzen in Höhe von 80 Euro – inklusive einer weiteren vier Monate andauernden Führerscheinsperre. Der Wittgensteiner hatte schon zuvor vier Monate auf den Führerschein verzichten müssen. Der Angeklagte wolle nun die angebotene Frist nutzen, um zu überlegen, ob er das Urteil annehmen wird. Die anwesenden Zeugen wurden am Ende des Verfahrens informiert und ohne Anhörung entlassen.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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