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Amtsgericht Bad Berleburg
Mit Cannabis im Blut lenkt der Wagen in den Graben

Im März landete ein 24-jähriger Autofahrer mit seinem Wagen wegen eines Fahrfehlers im Graben. Die Polizei stellte Cannabis-Konsum fest. Archivfoto: Timo Karl
  • Im März landete ein 24-jähriger Autofahrer mit seinem Wagen wegen eines Fahrfehlers im Graben. Die Polizei stellte Cannabis-Konsum fest. Archivfoto: Timo Karl
  • hochgeladen von Holger Weber (Redakteur)

howe Bad Berleburg. Die geringe Einsichtsfähigkeit des 24-jährigen Angeklagten war es am Dienstag, die einen faden Beigeschmack hatte. Weil der Mann unter dem Einfluss von Drogen stand, dürfte er im März während seiner Abendfahrt nahe Röspe in einer Kurve die Kontrolle über sein Auto verloren haben. Statt kleine Brötchen zu backen, bestand der 24-Jährige zunächst auf seine Feststellung, dass die Geschwindigkeit und sein Fahrfehler für den Unfall verantwortlich gewesen seien – nicht die Drogen, die er tags zuvor konsumiert habe. Als Profi-Gamer verfüge er über schnelle Reaktionen, sagte er vor Gericht und bekam als Antwort von Richter Torsten Hoffmann, dass er genau diesen Satz bei der MPU sagen müsse, die ihn demnächst erwarte. Dann nämlich bekomme er seinen Führerschein gar nicht wieder.

howe Bad Berleburg. Die geringe Einsichtsfähigkeit des 24-jährigen Angeklagten war es am Dienstag, die einen faden Beigeschmack hatte. Weil der Mann unter dem Einfluss von Drogen stand, dürfte er im März während seiner Abendfahrt nahe Röspe in einer Kurve die Kontrolle über sein Auto verloren haben. Statt kleine Brötchen zu backen, bestand der 24-Jährige zunächst auf seine Feststellung, dass die Geschwindigkeit und sein Fahrfehler für den Unfall verantwortlich gewesen seien – nicht die Drogen, die er tags zuvor konsumiert habe. Als Profi-Gamer verfüge er über schnelle Reaktionen, sagte er vor Gericht und bekam als Antwort von Richter Torsten Hoffmann, dass er genau diesen Satz bei der MPU sagen müsse, die ihn demnächst erwarte. Dann nämlich bekomme er seinen Führerschein gar nicht wieder. An jenem Abend im März hatte es den 24-Jährigen mit dem Wagen aus der Kurve befördert. Die Polizei stellte vor Ort winzige Mengen – Nanogramm – THC, also Cannabis, fest.

„Ich hatte den Abend vorher mit Kumpels was geraucht“, so der Angeklagte. Er habe die Eltern im Banfetal besuchen wollen und sei eigentlich extra ein bisschen später losgefahren – im Wissen, dass Restmengen durchaus im Körper vorhanden sein könnten. „Ich hatte die Musik laut, war etwas zügig, und da war es halt passiert.“ Torsten Hoffmann schaute sich in den Akten die Bilder an und fand: „Sie können froh sein, dass Sie heute hier sitzen.“ Man wisse nie genau, wie schnell der Körper Cannabis abbaue und wie hoch die Konzentration noch sei.

Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel wollte als Vertreterin der Staatsanwaltschaft festgestellt wissen, dass sehr wohl die Restmengen THC für den Unfall verantwortlich seien. Schließlich sei der 24-Jährige auf der Strecke von der Arbeit bis nach Hause seit geraumer Zeit unterwegs. Bisher sei ja nie etwas passiert. In welche Situation sich der 24-Jährige mit dem Unfall selbst gebracht hat, das verdeutlichte Verteidiger Thomas Biek. Das Fahrzeug sei nur eineinhalb Jahre alt gewesen und habe wirtschaftlichen Totalschaden. Aufgrund einer Finanzierung müsse sein Mandant für den zerstörten Wagen noch 9000 Euro aufbringen. Problem an der Sache: Er hänge recht weit weg vom Banfetal auf der Arbeitsstelle fest. Da sei auch der Abstinenznachweis nur schwer zu erbringen. „Es gibt da wohl eine Möglichkeit in Siegen, aber da hat er es schwer, da hinzukommen.“

Judith Hippenstiel zeigte wenig Mitleid: „Ihre Einstellung zu Betäubungsmitteln, da müssen Sie dran arbeiten“, sagte sie auch im Hinblick auf die Vorstrafe, als der heute 24-Jährige vor drei Jahren erst – nach neunmonatiger Sperrfrist – wegen Trunkenheit seinen Führerschein wiedererlangt hatte. Damals schon musste der junge Mann durch die Mühle von einjährigem Abstinenznachweis und MPU. „Ich hoffe, dass er es heute begriffen hat.“

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft beantragte eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 50 Euro und eine Sperrfrist des Führerscheins von noch einem Jahr. Seit fünf Monaten muss der Angeklagte bereits auf die Fahrerlaubnis verzichten. „Da wären wir bei strammen 17 Monaten“, bemerkte Anwalt Thomas Biek. Der beantragte seinerseits eine mildere Strafe von 60 Tagessätzen zu je 50 Euro und „nur“ acht Monate Sperre. Torsten Hoffmann sprach das Urteil, stimmte Thomas Biek bei der Geldstrafe zu und wählte bei der Sperrfrist mit noch zehn Monaten (zu den bereits „abgesessenen“ fünf) den Mittelweg zwischen Verteidigung und Anklage.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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