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Berleburger liefert Visiere
Mit dem 3D-Drucker gegen die Corona-Krise kämpfen

Daniel Neutzler hat 19 Visiere für die Kita „Blauland“ produziert – den Anstoß gab seine Freundin Emelie Crone. Fotos: privat
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  • Daniel Neutzler hat 19 Visiere für die Kita „Blauland“ produziert – den Anstoß gab seine Freundin Emelie Crone. Fotos: privat
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tika Bad Berleburg/Raumland. In Serie geht Daniel Neutzler mit seinem Produkt nicht. Dazu fehlen dem 28-jährigen Bad Berleburger die technischen Möglichkeiten. Dennoch leistet der Kurstädter inmitten der Corona-Krise einen wertvollen Beitrag: Der ehemalige Student der Mechatronik und Automatisierungstechnik hat während seines Studiums einen 3D-Drucker gebaut, den er nun für den Druck von Visieren verwendet. Inzwischen in einer bemerkenswerten Geschwindigkeit: „Nach einer Testphase habe ich die Produktion auf ein Visier pro Stunde heruntergedrückt“, berichtet Daniel Neutzler, der die Produktion von Visieren nun für soziale Einrichtungen und Dienstleister anbietet – ehrenamtlich.

tika Bad Berleburg/Raumland. In Serie geht Daniel Neutzler mit seinem Produkt nicht. Dazu fehlen dem 28-jährigen Bad Berleburger die technischen Möglichkeiten. Dennoch leistet der Kurstädter inmitten der Corona-Krise einen wertvollen Beitrag: Der ehemalige Student der Mechatronik und Automatisierungstechnik hat während seines Studiums einen 3D-Drucker gebaut, den er nun für den Druck von Visieren verwendet. Inzwischen in einer bemerkenswerten Geschwindigkeit: „Nach einer Testphase habe ich die Produktion auf ein Visier pro Stunde heruntergedrückt“, berichtet Daniel Neutzler, der die Produktion von Visieren nun für soziale Einrichtungen und Dienstleister anbietet – ehrenamtlich.

Die Idee entstand, als eine befreundete Aachenerin den Bad Berleburger auf einen entsprechenden Bedarf in einem Krankenhaus in der Domstadt aufmerksam machte. „Ich habe vier Stück zum Test gedruckt“, erzählt Daniel Neutzler. Und tatsächlich erwiesen sich die Visiere in der Praxis als nützlich. Inzwischen ist der Bedarf der Bedarf für entsprechende Masken und Visiere peu à peu gestiegen – unter anderem auch in Kindertagesstätten.

Für die Kita „Blauland“ in Raumland – dort absolviert seine Partnerin Emelie Crone derzeit ihr Praxisjahr als Erzieherin – hat er jetzt insgesamt 19 Visiere per 3D-Druck hergestellt und an die Einrichtung gespendet. Parallel dazu haben die Erzieherinnen und Kinder, die derzeit in der Notbetreuung sind, Masken für sich selbst und ihre Eltern genäht. Auf diese Weise sollen vor Ort alle einen gewissen Schutz vor dem Virus erhalten. „Die Masken und Visiere werden derzeit ja vielerorts genutzt und müssen genutzt werden – deshalb hat beispielsweise auch die Kita nach Lösungen gesucht“, erklärt Daniel Neutzler, der mit seiner Technik eine solche Lösung parat hatte – und die Visiere nun auch anderen Einrichtungen und Dienstleistern anbieten will.

Theoretisch kann er bis zu 24 Masken pro Tag produzieren – vorausgesetzt, er nimmt die fertigen Produkte alle zwei Stunden vom Druckbett herunter und startet den Prozess neu. Durchaus zeitintensiv und daher in der Praxis kaum realisierbar. Dennoch hat er die Produktion im Zuge der Entwicklung der Visiere optimiert. „Die Vorlage für die Visiere kam aus Spanien. Die Aufgabe war es, das Ganze dann zu konfigurieren. Ich habe die Schlagzahl dann im Verlauf des Prozesses deutlich erhöht“, berichtet Daniel Neutzler. Exakt diesen Prozess hat der Kurstädter mit Begeisterung forciert – wie auch den Bau seines eigenen 3D-Druckers vor einigen Jahren. Im Rahmen seines Studiums hatte der Wittgensteiner das Gerät selbst konzipiert und mithilfe eines bereits vorhandenen 3D-Druckers selbst gedruckt und gebaut. „Den Drucker selbst habe ich dann für das Studium genutzt. Inzwischen nutze ich das Gerät im Hobby, um beispielsweise Teile für das Auto zu drucken oder aber Gardinenhalter – dabei spart man natürlich auch Geld“, weiß der Odebornstädter.

Mittels des 3D-Druckers produziert er etwa auch Teile für den Modellflug, der wiederum sein Hobby ist. „In der Konstruktion von Teilen ist man im 3D-Druck völlig frei, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich habe damit auch schon Vasen gedruckt“, erklärt Daniel Neutzler. Dass er allerdings einmal Gesichtsschilde mit seiner Eigenkonstruktion herstellen würde, damit hatte der 28-Jährige wohl selbst niemals gerechnet. „Irgendwie ist das etwas surreal, wenn man in der Werkstatt steht und die Visiere baut. Plötzlich liegen da 20 Visiere auf dem Tisch.“ Aus seinem Hobby ist damit gewissermaßen ein Dienst für die Allgemeinheit avanciert. „Die Visiere erfüllen ihren Zweck: Sie schützen. Und das zählt“, konstatiert Daniel Neutzler.

Auch das Aachener Krankenhaus hat die Masken für nützlich befunden, hat von einer weiteren Produktion in der Werkstatt des Bad Berleburgers allerdings abgesehen – aufgrund des hohen Bedarfs. Vor Ort produziert nun ein Werk eines Automobilherstellers die entsprechenden Visiere, naturgemäß deutlich schneller als es Daniel Neutzler möglich ist. „Es geht ja nicht darum, besonders viele Masken zu produzieren, sondern das, was möglich und nötig ist.“ In Serie geht der Wittgensteiner daher nicht, die technischen Möglichkeiten sind begrenzt.

Vor Ort allerdings hat er die Möglichkeit, wertvolle Dienste für die Gesellschaft zu leisten und zumindest einen Teil des Bedarfs zu decken. „Draußen müssen jetzt alle Menschen mit Masken herumlaufen. Noch hat aber sicherlich nicht jeder eine Maske oder aber – wo es notwendig ist – ein Visier. Wenn allerdings jeder etwas im Rahmen seiner Möglichkeiten leistet, dann kommen wir alle schnell ans Ziel.“

Daniel Neutzler hat 19 Visiere für die Kita „Blauland“ produziert – den Anstoß gab seine Freundin Emelie Crone. Fotos: privat
Die Erzieherinnen der Kita „Blauland“ sind nun mit Visieren ausgerüstet. Die Kinder haben Masken genäht und tragen diese nun.
Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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