Mitbewohnerin übel zugerichtet

Übergriffe in einer Wohngruppe: »Treibende Kraft« gestern zu 60 Arbeitsstunden verurteilt

Bad Berleburg. Was die 15-Jährige im Mai letzten Jahres über sich ergehen lassen musste, wünscht man niemandem: Zuerst setzte es Prügel, dann wurde die Jugendliche in den Schwitzkasten genommen, um ihr einige Haare abzuschneiden. Negativer Höhepunkt des tätlichen Übergriffs: Die Schülerin bekam Nagellackentferner über den Kopf gegossen.

Wegen Körperverletzung mussten sich gestern drei junge Frauen im Alter von 15, 16 und 20 Jahren vor dem Bad Berleburger Amtsgericht verantworten. Das Trio hatte zur Tatzeit wie die 15-jährige Geschädigte eine Betreuungseinrichtung für Mädchen im Altkreis Wittgenstein bewohnt. Die Angeklagten räumten das Vorgehen ohne Wenn und Aber ein. Sie hätten erfahren, dass ihr späteres Opfer in der Öffentlichkeit verbreitet habe, »dass wir kiffen«, so die Darstellung der Beschuldigten. Dies sei die Gelegenheit gewesen, die Rechnung zu begleichen.

Später habe sich herausgestellt, dass die 15-Jährige nichts dergleichen herum erzählt habe. »Deshalb tut mir die Sache unheimlich leid. Ich habe mich mehrfach entschuldigt. Heute ist das Verhältnis wieder in Ordnung«, so die jüngste der drei Angeklagten. Das Verfahren gegen sie wurde letztlich gegen eine Auflage von 40 gemeinnützigen Arbeitsstunden eingestellt, die 20-jährige Angeklagte muss 20 Stunden sozial arbeiten.

Indes kam die 16-jährige Angeklagte nicht um eine Verurteilung herum, zu umfangreich waren ihre strafrechtlichen Vorbelastungen. Die junge Frau, die nach außen einen besonnenen Eindruck vermittelte, wurde in schwierigen sozialen Verhältnissen groß und fiel bereits in der Vergangenheit wegen ihrer Aggressionen auf. Staatsanwalt Wolfgang Nau sah sie daher als »treibende Kraft« in dem gestern verhandelten Verfahren und forderte einen Wochenendarrest, »weil es so nicht weiter gehen kann«.

Richter Torsten Hoffmann verurteilte die 16-Jährige zu 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Er habe ein »gewisses Gewaltpotenzial« bei der jungen Frau ausgemacht, wolle aber mit einem Freizeitarrest nicht den Erfolg einer gerade begonnenen Therapie gefährden, hieß es in der Urteilsbegründung.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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