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Bauzaun-Lösung wurde abgelehnt
Modehaus Krug muss sich weiter gedulden

Das Modehaus Krug ist startklar – mit einer auf 800 Quadratmeter reduzierten Verkaufsfläche. Das Arbeitsministerium macht aber nicht mit.  Foto: Alexander Kollek
  • Das Modehaus Krug ist startklar – mit einer auf 800 Quadratmeter reduzierten Verkaufsfläche. Das Arbeitsministerium macht aber nicht mit. Foto: Alexander Kollek
  • hochgeladen von Martin Völkel (Redakteur)

vö Bad Berleburg. Diesen Montag hatten sich zum einen die Verantwortlichen des Modehauses Krug, aber auch die handelnden Personen im Bad Berleburger Rathaus anders vorgestellt. Deutlich anders. Denn eigentlich wollte der Mode- und Sportanbieter an der Poststraße in dieser Woche wieder seine Pforten öffnen – doch der wird jetzt auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Die Stadt Bad Berleburg wollte die Ampel eigentlich auf Grün stellen, nachdem Krug seine Verkaufsfläche mit einem Bauzaun auf 800 Quadratmeter reduziert hatte. Doch das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Karl-Josef Laumann machte der Kommune einen dicken roten Strich durch die Rechnung.

Es sei nicht erlaubt, die eigentlich größere Verkaufsfläche durch bauliche Maßnahmen auf 800 Quadratmeter zu reduzieren.

Bad Berleburg. Diesen Montag hatten sich zum einen die Verantwortlichen des Modehauses Krug, aber auch die handelnden Personen im Bad Berleburger Rathaus anders vorgestellt. Deutlich anders. Denn eigentlich wollte der Mode- und Sportanbieter an der Poststraße in dieser Woche wieder seine Pforten öffnen – doch der wird jetzt auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Die Stadt Bad Berleburg wollte die Ampel eigentlich auf Grün stellen, nachdem Krug seine Verkaufsfläche mit einem Bauzaun auf 800 Quadratmeter reduziert hatte. Doch das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Karl-Josef Laumann machte der Kommune einen dicken roten Strich durch die Rechnung.

Es sei nicht erlaubt, die eigentlich größere Verkaufsfläche durch bauliche Maßnahmen auf 800 Quadratmeter zu reduzieren. „Das ist schade, weil wir der festen Überzeugung sind, dass eine Öffnung unter Einhaltung sämtlicher Schutzmaßnahmen zu realisieren gewesen wäre“, sagte Bad Berleburgs Baudezernent Christoph Koch am Montagabend auf SZ-Anfrage. Doch die Antwort des Ministeriums sei eindeutig gewesen – leider. Zumal NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart am Samstag in einem Interview noch Lockerungen bei der Flächenreduzierung zumindest angedeutet hatte.

In der Odebornstadt seien von den Beschränkungen im Zuge der beschlossenen Lockerungen zunächst drei Betriebe betroffen gewesen. Durch die Freigabe für die Möbelhäuser sei nur noch einer übrig geblieben. Und für den werde sich die Kommune weiter stark machen: „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir zeitnah eine Lösung hinbekommen.“ Die Stadt Bad Berleburg sei gemeinsam mit der Gemeinde Burbach – hier geht es um einen Elektro-Fachmarkt – über den Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen in die Offensive gegangen.

Ein „unmissverständliches Schreiben“ sei, so Christoph Koch, an Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und Arbeitsminister Karl-Josef Laumann adressiert. Denn aus Sicht der Stadt Bad Berleburg „wäre es schön, die Logik nicht zu verlassen, dass sich alle Entscheidungen auch erklären und rechtfertigen lassen“. Klar sei doch eines, so der Baudezernent: Wenn der Kunde seine Artikel bei Krug nicht kaufen dürfe, werde er versuchen, das andernorts zu erledigen: „Das wäre unnötiger Einkaufsverkehr in anderen Städten, der in Zeiten von Corona nicht sein muss.“

Kritik an der Quadratmetergrenze und der harten Linie der NRW-Landesregierung kommt auch vom Modehaus Krug. Geschäftsführer Andreas Pitzer argumentiert, es sei möglich, alle Hygienemaßnahmen umzusetzen, man könne sogar Einlasskontrollen durchführen. Der Ärger ist vor dem Hintergrund, dass Krug seine vier hessischen Filialen seit Montag – reduziert auf jeweils 800 Quadratmeter Verkaufsfläche – öffnen darf. Dies trifft auf die Standorte in Dillenburg, Biedenkopf, Breidenbach und Gladenbach zu. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hatte am Samstag nach Protesten aus dem Handel die Tür für die Verkaufsflächen-Reduzierung nachträglich auf gemacht. Nordrhein-Westfalen dagegen nicht – wenngleich sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zuletzt als Vorreiter in Sachen Lockerungen herauskristallisiert hatte. Stadt Bad Berleburg und Krug hoffen weiterhin auf ein Einlenken.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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