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Unzumutbare Zustände in Bad Berleburg
Müll im Parkhaus oder „Ticket“

Wer das zugemüllte und durch Vandalismus beschädigte Parkhaus nicht nutzen möchte, entscheidet sich für den geschotterten Platz davor – riskiert dann allerdings ein „Ticket“ wegen Überschreitung der zweistündigen Parkzeit.
  • Wer das zugemüllte und durch Vandalismus beschädigte Parkhaus nicht nutzen möchte, entscheidet sich für den geschotterten Platz davor – riskiert dann allerdings ein „Ticket“ wegen Überschreitung der zweistündigen Parkzeit.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vö Bad Berleburg. Über den Leerstand im ehemaligen Eins-A-Einkaufszentrum wurde in den vergangenen Jahren mindestens so oft berichtet wie über den desolaten Zustand des Parkhauses: Verdreckte Parkplätze, herumliegende Spritzen, demolierte Lampen und ein durchgehend unangenehmer Geruch machen das Parkhaus nicht gerade zu einer ersten Adresse für Autofahrer. Das Problem: Anwohner und Mitarbeiter von Unternehmen in der Umgebung sind eigentlich auf die Stellflächen angewiesen.
Gerd Reddemann nimmt Stadt in die Pflicht
Wenn aktuell die Rede davon sei, dass in die Eins-A-Thematik Bewegung komme, dann sei das ein gutes Signal, sagt Gerd Reddemann.

Bad Berleburg. Über den Leerstand im ehemaligen Eins-A-Einkaufszentrum wurde in den vergangenen Jahren mindestens so oft berichtet wie über den desolaten Zustand des Parkhauses: Verdreckte Parkplätze, herumliegende Spritzen, demolierte Lampen und ein durchgehend unangenehmer Geruch machen das Parkhaus nicht gerade zu einer ersten Adresse für Autofahrer. Das Problem: Anwohner und Mitarbeiter von Unternehmen in der Umgebung sind eigentlich auf die Stellflächen angewiesen.

Gerd Reddemann nimmt Stadt in die Pflicht

Wenn aktuell die Rede davon sei, dass in die Eins-A-Thematik Bewegung komme, dann sei das ein gutes Signal, sagt Gerd Reddemann. Allerdings löse das die kurzfristigen Probleme nicht, schiebt der Betreiber einer Praxis für Physiotherapie hinterher – und wird konkret: Es gibt Ärger mit den Parkplätzen. Der Unternehmer verweist auf einen gültigen Vertrag des Vorbesitzers seiner Immobilie mit der Stadt Bad Berleburg. Mangels eigener Stellflächen habe der noch zu D-Mark-Zeiten 17 Plätze im Parkhaus gekauft, zum Preis von immerhin 170.000 D-Mark. Im Vertragswerk verpflichtet sich die Kommune, die Flächen dauerhaft zur Verfügung zu stellen – und zwar auch für den Fall, dass der Eigentümer des Parkhauses dies, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr tut. Für Gerd Reddemann eine ganz klare Angelegenheit: „Wenn es den Eigentümer nicht interessiert, dass das Parkhaus durch Vandalismus zerstört und verunreinigt wird, muss die Stadt in die Lücke springen und die Infrastruktur sicherstellen.“
Das sei, vorsichtig formuliert, nur unzureichend gelungen. „Vielleicht ist man als Mann noch etwas schmerzfreier. Aber meine Mitarbeiterinnen und Mieterinnen möchten in das Parkhaus nicht mehr hineinfahren. Und ich kann sie absolut verstehen. Das geht nicht.“ Selbst wenn die Zufahrt weiterhin möglich sei, gebe es auch ein subjektives Sicherheitsgefühl, das nicht einfach unter den Tisch zu kehren sei. Er gehe zwar jetzt mit dem Thema an die Öffentlichkeit, doch das Problem hätten weitere Anlieger und Unternehmen, die vor Jahren im Parkhaus Parkplätze erworben hätten.

Mitarbeiterinnen bekommen "Knöllchen"

Richtig ärgerlich werde er dann, so Gerd Reddemann, wenn die Stadtverwaltung erst aktiv werde, wenn ihr die Alternativen nicht gefielen, die sich aber zwangsläufig ergäben. Gerd Reddemann redet nicht um den heißen Brei herum. Seine Mitarbeiterinnen hätten sich – mangels zumutbarer Alternative – für den geschotterten Parkplatz vor dem Parkhaus entschieden. Und prompt mehrere „Tickets“ kassiert, weil sie die zweistündige Parkzeit überschritten hätten. Darauf hin habe er, so der Physiotherapeut, im Rathaus angerufen – mehrfach. Sein Vorschlag: Die Kommune stelle ersatzweise 17 Parkausweise für den Schotterplatz aus, damit wäre das Thema erledigt. Doch dies habe er bislang nicht erreicht, so Gerd Reddemann, vielmehr gewinne er den Eindruck, „dass da ein bisschen herumgeeiert wird“. Und das könne es nicht sein, da müsse die Stadt im Interesse von Gewerbetreibenden und Anliegern ein anderes Engagement an den Tag legen. Auch wenn es für das Eins-A-Areal eine langfristige Strategie gebe, sei hier kurzfristiges Handeln gefordert.

Stadt Bad Berleburg möchte sich am Dienstag äußern

Wohin die derzeitige Situation führe, sehe er, so Gerd Reddemann, jeden Tag beim Blick aus dem Fenster. Mitarbeiter unterschiedlicher Unternehmen stellten ihre Autos zwischen den leer stehenden Gebäuden rund um das Eins-A-Grundstück ab. „Das geht morgens schon vor 6 Uhr los. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“
Die Siegener Zeitung gab die Fragestellung an die Stadt Bad Berleburg weiter. Die Verwaltung wird sich am Dienstag dazu äußern.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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