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Mehr als nur Schauplatz eines Volksfests
Müsse ist von ihrem Dorf überzeugt

Einmal im Jahr wird Stünzel beim größten Wittgensteiner Volksfest von Menschenmassen heimgesucht. Ansonsten ist es hier jedoch beschaulich und ruhig – ein Vorzug, den die Bewohner sehr zu schätzen wissen.
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  • Einmal im Jahr wird Stünzel beim größten Wittgensteiner Volksfest von Menschenmassen heimgesucht. Ansonsten ist es hier jedoch beschaulich und ruhig – ein Vorzug, den die Bewohner sehr zu schätzen wissen.
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schn Stünzel. Petra Müsse hat von ihrem Haus aus einen grandiosen Blick über das Wittgensteiner Land. Die Dörfer, die in der Ferne zu sehen sind, gehören heute schon zum Sauerland. Sie habe mit ihrer Familie schon mal überlegt, ob sich nicht Ferienwohnungen und eine Gastronomie lohnen würden, berichtet sie. Die Ortsvorsteherin von Stünzel genießt die Fernsicht, obwohl diese für sie zum Alltag gehört.
Das Leben in Stünzel sei etwas besonderesAus der Idee, ein Gastgewerbe zu gründen, ist bis heute leider nichts geworden. Die Aussicht allerdings ist sicher einer der Gründe, warum der kleine Ort mit nicht einmal 60 Einwohnern in den vergangenen Jahren bei jungen Familien sehr beliebt war. „Wir hatten hier viele Anfragen, wir hätten ständig Bauplätze verkaufen können“, verrät Petra Müsse.

schn Stünzel. Petra Müsse hat von ihrem Haus aus einen grandiosen Blick über das Wittgensteiner Land. Die Dörfer, die in der Ferne zu sehen sind, gehören heute schon zum Sauerland. Sie habe mit ihrer Familie schon mal überlegt, ob sich nicht Ferienwohnungen und eine Gastronomie lohnen würden, berichtet sie. Die Ortsvorsteherin von Stünzel genießt die Fernsicht, obwohl diese für sie zum Alltag gehört.

Das Leben in Stünzel sei etwas besonderes

Aus der Idee, ein Gastgewerbe zu gründen, ist bis heute leider nichts geworden. Die Aussicht allerdings ist sicher einer der Gründe, warum der kleine Ort mit nicht einmal 60 Einwohnern in den vergangenen Jahren bei jungen Familien sehr beliebt war. „Wir hatten hier viele Anfragen, wir hätten ständig Bauplätze verkaufen können“, verrät Petra Müsse. Aktuell muss sie Interessenten indes absagen, die Bauplätze sind derzeit alle vergeben.

Ortsvorsteherin Petra Müsse

Die Entscheidung, nach Stünzel zu ziehen, werde sehr bewusst getroffen. Das Dorf ist klein, der Weg in die nächsten Dörfer und weiter in die Schule und zum Einkaufen ist weit. Dennoch sehen viele Menschen die Vorteile. Dazu gehört sicher auch der Glasfaserausbau. Stünzel hat von seiner Lage profitiert und war früh mit Glasfaser-Hausanschlüssen dran. „Das ist bestimmt für Familien interessant, Breitbandinternet wird ja immer wichtiger. Homeoffice und Onlineschule hatten wir ja auch hier“, so Petra Müsse. Von den Vorzügen ihres Dorfes ist sie überzeugt, das Leben sei hier schon etwas Besonderes.

Das Dorffest wird seid 1833 ausgerichtet

Zum Jahreslauf gehört das Stünzelfest, die Kreistierschau. Das Dorf selbst hat mit dem größten Volksfest der Region tatsächlich nur sehr wenig zu tun. Der Festplatz gehört dem Landwirtschaftlichen Kreisverein, der auch die Tierschau ausrichtet. Dennoch sei der Ort auf das Fest stolz, das seit 1833 ausgerichtet wird. Die Dorfgemeinschaft putzt zum zweiten Samstag im Juni den Ort heraus, alles wird vorbereitet, damit die Menschenmassen den Weg finden. Zigtazusende kommen nach Stünzel, gut und gerne rund das 200- oder 300-fache der Einwohnerzahl. Für den Ort und seine Bekanntheit ist das Fest wichtig.

Der Kinderwald ist eines der aktuellen Projekte, das sich aus der Dorfgemeinschaft Stünzel entwickelt hat – ein weiteres Vorzeigeprojekt in der kleinen Ortschaft.
  • Der Kinderwald ist eines der aktuellen Projekte, das sich aus der Dorfgemeinschaft Stünzel entwickelt hat – ein weiteres Vorzeigeprojekt in der kleinen Ortschaft.
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2011 war für die Dorfgemeinschaft ein wichtiges Jahr

Für die Dorfgemeinschaft selbst war allerdings das Jahr 2011 wohl noch wichtiger, damals feierte Stünzel sein 300-jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Die Veranstaltungen waren gut besucht und die Menschen im Dorf rückten spürbar näher zusammen. Der damals gegründete Gemeinschaftsverein trägt seither viele Aktionen im Dorf. 2015 folgte ein Holzbildhauersymposium, dessen Werke bis heute zu sehen sind und einen Skulpturenpfad bilden. Auch darauf ist Petra Müsse sichtlich stolz. Begeistert berichtet sie von der Zusammenarbeit im Dorf und davon, was sich über die Jahre entwickelt hat. Ein weiteres Highlight ist nun der Kinderwald (die SZ berichtete). Höhepunkte und Aktionen gebe es einige – vom Gemeinschaftsabend bis hin zur Aktion sauberes Stünzel.

Eltern und ihre Schützlinge legen eine Quelle frei

Nicht unerwähnt will Petra Müsse den Himmelfahrtsgottesdienst lassen, der am Windhof, bei ihr vor der Haustür, stattfindet. Zunächst sei die Idee zu einem Freiluft-Gottesdienst entstanden, dann kam das gemeinsame Suppeessen dazu und heute wird auch Kaffee und Kuchen gereicht. Da schließt sich der Kreis.

Touristen kommen gerne nach Stünzel

Es sei schon vorgekommen, dass Motorradfahrer gefragt hätten, ob sie zum Essen bleiben könnten. Im vergangenen Winter haben viele Touristen den Weg nach Stünzel gefunden. Als in Winterberg die Hänge gesperrt wurden, suchten Spaziergänger und Winterwanderer die Einsamkeit im kleinen Ort. „Hier sind viele Leute hingekommen. Aber alle haben sich schnell verteilt“, so Petra Müsse. Probleme habe es nicht gegeben. Aber Stünzel ist ein Anlaufpunkt geblieben, auch im Frühjahr sind die Wege rund um den Ort beliebt.

Petra Müsse ist seid 2009 Ortsvorsteherin

In ihr Amt als Ortsvorsteherin ist Petra Müsse irgendwie hinein gewachsen. Sie ist über Vereins- und Vorstandsarbeit Anwärterin auf das Amt geworden. Im Jahr 2009 begann ihre Laufbahn als Ortsvorsteherin. Seither sieht sie ihre Aufgabe in der Interessenvertretung ihres Dorfes. „Netzwerken ist alles. Man muss die Dinge immer mehr verknüpfen und Kontakte sind extrem wichtig“, macht Petra Müsse deutlich. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit den Nachbarn. Weidenhausen ist der wichtigste Partner, früher gehörte man zur Kirchengemeinde Weidenhausen, heute gemeinsam zu Raumland. Mit den Vereinen in Weidenhausen sprechen sich die Bürger aus Stünzel gerne ab. Gemeinsame Aktionen sind ihnen wichtig. Der Flohmarkt am Windhof im Jahr 2019 war schon mal ein voller Erfolg.

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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