Nach Strom-Diebstahl auf Berleburger Anklagebank

jg Bad Berleburg. Weil sie über eine längeren, nicht mehr genau nachzuhaltenden Zeitraum gemeinschaftlich Strom geklaut hatten, mussten sich gesten ein 41-jähriger Mann und eine 35-jährige Frau aus Bad Laasphe im Berleburger Amtsgericht verantworten. In jener Zeit waren die beiden Hartz-IV-Empfänger ein Paar gewesen. Der Frau hatten sie in ihrer Wohnung den Strom abgestellt, kurzerhand hatte ihr damaliger Freund mit einem Verlängerungskabel durch ein Ofenrohr Strom auf dem Dachboden über ihrer Wohnung besorgt.

Der Mann musste sich zudem noch für eine Beleidigung aus der alleruntersten Schublade gegenüber einer anderen Frau verantworten, angeblich sollte diese beim Zurücksetzen mit ihrem Auto auf dem Parkplatz einer Laaspher Schule fast den Sohn des 41-Jährigen umgefahren haben. „Das war vielleicht nicht richtig“, zu genauso soviel Selbstkritik reichte es beim Angeklagten in Bezug auf die Beleidigung immerhin. Die Sache mit dem Strom ordnete er selbst folgendermaßen ein: „Das musste halt sein. Ich sehe ein, dass es falsch war.“ Während er schon unter anderem wegen Nötigung und Betrug, wegen Vortäuschens einer Straftat und Fahrens ohne Fahrerlaubnis auffällig geworden war, saß die Frau gestern erstmals auf der Anklagebank. Eine Erfahrung, die sie offenkundig zu beeindrucken schien.

Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel von der Staatsanwaltschaft beantragte für die geständige Frau eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 10 Euro. Bei dem Mann tat sie sich indes schwerer, nochmal auf eine Geld- und keine Haftstrafe zu kommen: Er arbeite sich offenkundig durchs Strafgesetzbuch, jetzt fehle nur noch Körperverletzung. Wenn er kein Geständnis abgelegt hätte, dann hätte sie für eine Freiheitsstrafe plädiert. So bleibe es für die Beleidigung und den Strom-Klau bei einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 10 Euro. Genau zu diesen Strafmaßen kam Richter Torsten Hoffmann auch in seinem anschließenden Urteil. Beide Angeklagte wies er darauf hin, dass die Geldstrafen auch in abzuleistende gemeinnützige Arbeitsstunden umgewandelt werden könnten. Das Urteil wurde gestern rechtskräftig.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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