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Philharmonie Südwestfalen im Bürgerhaus
Neujahrskonzert kehrte an alte Wirkungsstätte zurück

Solistin Anna Werle verdiente sich den Beifall des Publikums: Die Mezzosopranistin begeisterte nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit ihrem Spielwitz auf der Bühne. Foto: schn
  • Solistin Anna Werle verdiente sich den Beifall des Publikums: Die Mezzosopranistin begeisterte nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit ihrem Spielwitz auf der Bühne. Foto: schn
  • hochgeladen von Björn Weyand (Redakteur)

schn Bad Berleburg. Das Neujahrskonzert der Philharmonie Südwestfalen gehört zu den absoluten Standards in Bad Berleburg. Und in diesem Jahr waren Musiker und Besucher zurück an alter Wirkungsstätte. Das Ambiente im frisch umgebauten Bürgerhaus am Markt kann sich als Konzertsaal sehen lassen. Einmal mehr durfte die Kulturgemeinde ein „Ausverkauft“ an die Türen hängen. Die Philharmonie hatte mit Chefdirigent Nabil Shehata einen ganz frischen musikalischen Leiter zu bieten. Der Sohn deutsch-ägyptischer Eltern brachte seine Begeisterung für Musik mit seinem Ensemble dem Publikum ganz nahe. Ganz besonders deutlich wurde das am Ende, genauer gesagt in den Zugaben.

schn Bad Berleburg. Das Neujahrskonzert der Philharmonie Südwestfalen gehört zu den absoluten Standards in Bad Berleburg. Und in diesem Jahr waren Musiker und Besucher zurück an alter Wirkungsstätte. Das Ambiente im frisch umgebauten Bürgerhaus am Markt kann sich als Konzertsaal sehen lassen. Einmal mehr durfte die Kulturgemeinde ein „Ausverkauft“ an die Türen hängen. Die Philharmonie hatte mit Chefdirigent Nabil Shehata einen ganz frischen musikalischen Leiter zu bieten. Der Sohn deutsch-ägyptischer Eltern brachte seine Begeisterung für Musik mit seinem Ensemble dem Publikum ganz nahe. Ganz besonders deutlich wurde das am Ende, genauer gesagt in den Zugaben. Da griff Nabil Shehata selbst zum Bass und ganz in der Tradition der Wiener Philharmoniker intonierten die südwestfälischen Kollegen den Radetzky-Marsch in der Version von Leopold Weninger. Ein würdiger und gelungener Abschluss eines leichten und kurzweiligen Konzertes.

In diesem Jahr stand nicht nur die Welt der Operette im Fokus, der zweite Teil gehörte klassischen Opern von Wolfgang Amadeus Mozart bis Gioachino Rossini. Nabil Shehata führte mit lockeren Worten durch das Programm und hatte hintergründige Geschichten zu alle Komponisten zu bieten. Dabei bot er sicher nicht ein solches Entertainment, wie noch im vergangenen Jahr Johannes Klump. Nabil Shehata geht vor allem am Taktstock aus sich heraus, er leitet sein Orchester mit dem ganzen Körper, die jeweilige Stimmung der Stücke lässt sich direkt im Gesicht des Dirigenten ablesen. Eine eigenwillige Art, mit der er es schafft, die Feinheiten mit seinen Musikern aus den Werken herauszukitzeln. Dabei wagte sich die Philharmonie Südwestfalen in diesem Jahr an eher unbekannte Stücke heran, bei einem Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart kaum vorstellbar. Nabil Shehata bezeichnete Mozart als das „wahrscheinlich größte Musikgenie“ und hatte sich mit der Ouvertüre zur Oper „Lucio Silla“ zum Beginn des zweiten Teils etwas ganz besonderes ausgesucht. Ganz untypisch für eine Ouvertüre, hat Mozart hier drei Sätze geschrieben, während typischerweise nur ein Satz genutzt wird.

„Ich habe das Werk bisher noch auf keinem Konzertprogramm gesehen“, sagte Nabil Shehata. Auf Mozart folgte Georges Bizet, wie sollte es anderes sein, mit zwei Ausschnitten aus seinem Evergreen und Meisterwerk „Carmen“. Den Schluss bildete Rossini, einer der Großmeister der italienischen Oper. Der Komponist war sich seines Status’ als Ikone bewusst und lebte auch danach. So schrieb er in seinen späten Jahren Stücke mit Titeln wie „Gefolterter Walzer, asthmatische Etüde oder chromatischer Drehteller“. Im Neujahrskonzert wurde es allerdings etwas klassischer. Die Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla“ und eine Arie aus der Oper „Cenerentola“ sollten es sein.

Der erste Teil des Konzertes gehörte ganz traditionell der Wiener Operette. Walzerkönig Johann Strauß (Sohn) machte den Anfang. Zweimal die „Fledermaus“ und einmal „Eine Nacht in Venedig“ boten den Einstieg in den Abend und sorgten für die richtige Stimmung. Hier hatte auch Solistin Anna Werle ihren ersten Auftritt. Die Mezzosopranistin begeisterte nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit ihrem Spielwitz auf der Bühne. Im „Schwipslied“ aus „Eine Nacht in Venedig“ durfte sie eine betrunkene Dame geben, die allerlei zu erzählen hat. Dabei zeigte sich ihr leichtes Zusammenspiel mit dem Orchester und die Harmonie mit Dirigent Nabil Shehata.

Der Walzer „Die Schlittschuhläufer“ von Émile Waldteufel zeigte, wie groß der Einfluss der Wiener Musikszene auch in Frankreich war, zumindest im goldenen und silbernen Zeitalter der Operette. Mit Albert Lortzing steuerte auch ein Deutscher seinen Beitrag zum Neujahrskonzert bei, wobei seine Oper „Der Waffenschmied“ in Wien uraufgeführt wurde. Und dann war da noch der Walzer „Wilde Rosen“ von Franz Lehár, der sich in seiner Opulenz zunächst gar nicht als Walzer zu erkennen gab.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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