Nichts Neues aus dem Wisent-Lager

Tagung in Berleburg: Ergebnis der Machbarkeitsstudie lautet »ungefährlich und tragfähig«

howe Bad Berleburg. Es waren beileibe nicht die neusten Neuigkeiten, die gestern während der Tagung zum Wisent-Naturprojekt im Bad Berleburger Bürgerhaus verbreitet wurden. Teile der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie stellte Projektleiter Uwe Lindner weitgehend kommentarlos vor, eine Bewertung blieb er der Öffentlichkeit eher schuldig. Nur soviel: »Ich glaube, dass wir das hier machen können.« Vorgestellt wurden jene Zahlen und Fakten, die hinlänglich bekannt sind: Die Bürger Wittgensteins sprechen sich prozentual betrachtet für die Ansiedlung der überschaubaren Herde von etwa 20 Tieren aus, gefährlich sind die Könige des Waldes so gut wie gar nicht, das Gebiet ist tragfähig und der Entschädigungsfonds mit 30000 e schon üppig gefüllt – alles schon mal gehört.

Auch wäre es geschickt gewesen, hätten die Verantwortlichen eine Referentin eingeweiht, dass es »der Wisent« und nicht »das Wisent« heißt. Ein Entscheidungsträger aus Oberer Jagdbehörde, Unterer Landschaftsbehörde und Bezirksregierung Arnsberg hätte das vielleicht gewusst. Von diesen »Abteilungen« war allerdings niemand zugegen. Soweit zu dem Teil, der dank eines Landrats in Hochform nicht die Hauptrolle spielen sollte. Bereits in seiner Einleitung machte Paul Breuer allen klar, worum es geht: »Obwohl wir keinen Wisent besitzen, besitzen wir ihn doch.« Dabei erzählte Breuer die kurze Anekdote von dem Treffen im Düsseldorfer Landtag. Dort habe ihn nämlich ein Politiker im Scherz gefragt, ob er die Wisente denn nicht dabei habe. Die Tiere sind in aller Munde und inzwischen ist Wittgenstein in aller Munde.

Breuer brachte das Beispiel der Welt am Sonntag, die in einer Ausgabe die Wisent-Region vorgestellt hat – mit Karte von Bad Berleburg, Berghausen und Wingeshausen. Vor Jahren sei diese Aufmerksamkeit für die hiesige Region gar nicht möglich gewesen. »Es hätten Morde passieren müssen.« Der Landrat sprach von einer zukunftsweisenden Idee. »Wenn die Wisente kommen, schaffen wir ein einmaliges Naturerlebnis, das uns so schnell niemand nachmachen wird.« Aber: Andere würden nicht schlafen. Mit Null-Acht-Fuffzehn gewinne man den Kampf der Fortgestaltung nicht, so Paul Breuer, der diejenigen Akteure lobte, die die Dimension einer Wisent-Ansiedlung erkannt hätten. Zuweilen hätten das aber auch die verstanden, »die vorgestern noch in den Schützengräben gelegen haben«. Projektleiter Uwe Lindner stellte den gut 150 Zuhörern die weitere Zeitschiene der Wisent-Entscheidung vor: Die Machbarkeitsstudie sei in diesem Monat abgeschlossen, dann erfolge die Entscheidungsphase.

Ein Ergebnis der Behörden erwarte man Anfang 2007. Die Errichtung von Eingewöhnungs- und Schaugehege sei für Frühjahr/Sommer 2007 vorgesehen, die Freisetzung der Tiere frühstens 2007/2008. Angedacht sei, Tiere aus Zoos oder Wildparks in Wittgenstein anzusiedeln.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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