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Wisent-Projekt
Noch kein neuer Prozesstermin

Dies dürfte eine Folge des Unfalls mit einem Wisent bei Hoheleye sein: Entlang der Bundesstraße 480 – hier in Schüllar – wurde die Beschilderung mit Warnhinweisen vor den frei laufenden Tieren noch intensiviert.
  • Dies dürfte eine Folge des Unfalls mit einem Wisent bei Hoheleye sein: Entlang der Bundesstraße 480 – hier in Schüllar – wurde die Beschilderung mit Warnhinweisen vor den frei laufenden Tieren noch intensiviert.
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  • hochgeladen von Martin Völkel (Redakteur)

vö Bad Berleburg/Hamm. Was sich am 19. Juli in der Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe angedeutet hatte, ist nun Realität: Der Rechtsstreit um die frei lebenden Wisente im Rothaargebirge dürfte nicht von heute auf morgen erledigt sein. Anders formuliert: Der Konflikt zwischen dem Wisent-Trägerverein auf der einen und den Schmallenberger Waldbauern auf der anderen Seite des Rothaarkamms wird Anwälte, Richter und Sachverständige auch im Jahr 2020 beschäftigen. Der BGH hatte das Verfahren im Juli an das Oberlandesgericht (OLG) in Hamm zurückverwiesen – verknüpft mit der Aufforderung, das ganz konkret zu prüfen sei, ob die durch die Wisente verursachten Schälschäden für die betroffenen Waldbauern existenzbedrohend seien.

Bad Berleburg/Hamm. Was sich am 19. Juli in der Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe angedeutet hatte, ist nun Realität: Der Rechtsstreit um die frei lebenden Wisente im Rothaargebirge dürfte nicht von heute auf morgen erledigt sein. Anders formuliert: Der Konflikt zwischen dem Wisent-Trägerverein auf der einen und den Schmallenberger Waldbauern auf der anderen Seite des Rothaarkamms wird Anwälte, Richter und Sachverständige auch im Jahr 2020 beschäftigen. Der BGH hatte das Verfahren im Juli an das Oberlandesgericht (OLG) in Hamm zurückverwiesen – verknüpft mit der Aufforderung, das ganz konkret zu prüfen sei, ob die durch die Wisente verursachten Schälschäden für die betroffenen Waldbauern existenzbedrohend seien. Wann die Antwort auf diese Frage gegeben wird, steht derzeit noch nicht fest. „Die Akten liegen dem Senat wieder vor. Allerdings ist noch kein neuer Verhandlungstermin anberaumt worden“, erklärte Martin Brandt, Pressesprecher des Oberlandesgerichtes Hamm, auf Anfrage der Siegener Zeitung. Leider könne er zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine Angaben zu einer etwaigen Zeitschiene machen. Möglicherweise sei das aber im Laufe des Januars der Fall. Eine Situation, die den Waldbauern aus dem Schmallenberger Sauerland deutlich missfällt – sie hatten bereits in der Vergangenheit mehrfach auf ein Urteil gepocht, um endlich Rechtssicherheit zu haben. Der Wisent-Trägerverein kann die Arbeit des Gerichtes zumindest etwas gelassener beobachten, weil es mit jedem Tag zusätzlich schwieriger werden dürfte, den Wisenten ihre Freiheit wieder zu entziehen.

Unabhängig von der nächsten Verhandlung vor dem OLG in Hamm arbeitet der Wisent-Trägerverein allerdings daran, die Tiere mit verschiedenen Maßnahmen – vor allem im Bereich der Fütterung – auf die Wittgensteiner Seite zu „ziehen“. Fest steht unterdessen, dass der geforderte Zaun, der zwar den Wisenten den Zutritt zum Sauerland versperren, aber für andere Wildtiere und Menschen durchlässig bleiben soll, definitiv nicht mehr in diesem Jahr installiert wird. Begründung: Die technische Umsetzung der Maßnahme ist alles andere als im Handumdrehen erledigt. Der Zaun war Bestandteil eines Kompromisses, der unter der Regie von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser erarbeitet worden war.

Bekannt wurde zudem, dass der Kreis Siegen-Wittgenstein ein 200 000 Euro teures Gutachten in Auftrag geben wird – dessen Ergebnisse eine gewichtige Rolle spielen dürften, ob das Wisent-Projekt im Rothaargebirge eine Zukunft hat oder nicht. Das ist aber alles noch Zukunftsmusik. Was sich in den vergangenen Wochen konkret verändert hat, ist die Tatsache, dass die Beschilderung entlang der Bundesstraße 480 – mit dem Warnhinweis auf kreuzende Wisente – verstärkt wurde. Und dies nicht nur im Hochsauerland, sondern auch in Siegen-Wittgenstein. Eine Folge des Verkehrsunfalls mit einem Wisent bei Hoheleye.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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