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Zwei Bauabschnitte: Straßen NRW stellt Pläne für B 480 vor
Optimismus hüben – Skepsis drüben

Wann soll die Begradigung der berüchtigten Uellendahl-Kurve endlich beginnen? Wenn alles gut läuft, vielleicht ab 2026. Straßen NRW will aber vorher schon mit einem ersten Bauabschnitt beginnen.
  • Wann soll die Begradigung der berüchtigten Uellendahl-Kurve endlich beginnen? Wenn alles gut läuft, vielleicht ab 2026. Straßen NRW will aber vorher schon mit einem ersten Bauabschnitt beginnen.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

bw Bad Berleburg. Optimismus versprühten Johannes Müller und Ralf Langenhagen im Bad Berleburger Ausschuss für Planen, Bauen, Wohnen und Umwelt am Dienstagabend – sonderlich ansteckend wirkte dies bei den Ausschussmitgliedern indes nicht, obwohl die beiden Planer von Straßen NRW gleich mehrmals versicherten: „Wir waren noch nie so weit.“ Dass die Skepsis der Kommunalpolitiker in Bad Berleburg so groß war, liegt sicherlich an der langen Historie, die sich hinter dem Ausbau der Bundesstraße 480 zwischen Raumland und Ortseingang von Bad Berleburg verbirgt.
Baumaßnahme seit Jahrzehnten ThemaDie Baumaßnahme ist seit Jahrzehnten ein Thema, Lösungen für den durch Bahnviadukt und die Uellendahl-Kurve schwierigen Straßenabschnitt lagen schon einige auf dem Tisch.

bw Bad Berleburg. Optimismus versprühten Johannes Müller und Ralf Langenhagen im Bad Berleburger Ausschuss für Planen, Bauen, Wohnen und Umwelt am Dienstagabend – sonderlich ansteckend wirkte dies bei den Ausschussmitgliedern indes nicht, obwohl die beiden Planer von Straßen NRW gleich mehrmals versicherten: „Wir waren noch nie so weit.“ Dass die Skepsis der Kommunalpolitiker in Bad Berleburg so groß war, liegt sicherlich an der langen Historie, die sich hinter dem Ausbau der Bundesstraße 480 zwischen Raumland und Ortseingang von Bad Berleburg verbirgt.

Baumaßnahme seit Jahrzehnten Thema

Die Baumaßnahme ist seit Jahrzehnten ein Thema, Lösungen für den durch Bahnviadukt und die Uellendahl-Kurve schwierigen Straßenabschnitt lagen schon einige auf dem Tisch. Die Gemengelage aus Straßen NRW und Bahn verhinderte aber bisher stets eine Umsetzung. Das soll freilich nun anders werden. Dafür bedient sich der Landesbetrieb Straßenbau zunächst eines Kniffs: Das Großprojekt werde aufgeteilt, kündigte Projektleiter Johannes Müller im Ausschuss an. Der erste Bauabschnitt umfasst dabei die weniger problembehafteten 560 Meter am Ortsausgang der Kernstadt bis zur Einmündung Limburgstraße. Dort soll ein Kreisverkehr gebaut werden, zwischen Reifenhändler und Klärwerk. Clou an der Sache: Baubeginn für diesen ersten Abschnitt könnte bereits im kommenden Jahr sein – abhängig von der Finanzierung, abhängig von der Vergrämung der Haselmaus, die hier vorkommt und für die ein anderes Habitat geschaffen werden muss. Johannes Müller erläuterte den Vorteil der Vorgehensweise: „Wir wollen die Zeit nutzen, während das Verfahren für den zweiten Bauabschnitt weiterläuft.“ Die Bundesstraße soll durchgehend von 6,40 Meter auf 8,00 Meter verbreitert werden und die seit vielen Jahren dringend geforderte Spur für Radfahrer erhalten. Für den ersten Bauabschnitt ist eine Bauzeit von einem bis anderthalb Jahren notwendig.

Zweiter Abschnitt mit Fragezeichen versehen

Während jedoch der erste Bauabschnitt durchaus realistisch erscheint, stehen hinter dem zweiten noch viele Fragezeichen. Es geht um 1160 Meter zwischen der Einmündung Limburgstraße und der Einmündung der L 553 in Raumland. Der Zeitplan sieht den Beginn des erforderlichen Planfeststellungsverfahrens für 2023 vor – ein Baustart sei frühestens 2026 denkbar, verriet Johannes Müller. Immerhin haben der Landesbetrieb und die Bahn bereits eine Planungsvereinbarung abgeschlossen und die Vorgehensweise abgestimmt. Die Bahn will eine neue Fachwerkbrücke errichten, die eine Stützweite von 64 Metern besitzt. Mit dieser Bauweise kann auf den bisherigen Mittelpfeiler verzichtet werden – dies schafft dann wiederum Platz für die Begradigung der Uellendahl-Kurve. In dem Bereich soll die Bundesstraße (in ferner Zukunft) doch deutlich von ihrer alten Trasse abweichen, so Ralf Langenhagen. Für die gesamte Maßnahme zeichnen sich Kosten von fast 20 Millionen Euro ab.

Ohne Vollsperrung nichts zu machen

Allerdings gab der Bauplaner auch zu, dass hier noch ganz dicke Bretter zu bohren sind. Das fängt bei den Grundstückseigentümern an, denn über den Erwerb von Flächen wird noch zu verhandeln sein. Ein weiterer Knackpunkt: Die Bahn müsste für die neue Brücke ein Widerlager im Bereich der Pfarrwiese bauen. „Die werden wir dafür brauchen“, betonte Ralf Langenhagen, „es geht nicht ohne.“ Wenn diese Fragen alle geklärt sein sollten, dann würde dieser Bauabschnitt sicherlich drei Jahre dauern, und ohne eine Vollsperrung sei auf dieser Strecke gar nichts zu machen, erklärte Johannes Müller: „Man kann den Verkehr an dieser Stelle nicht durch die Baustelle führen.“ Die ortsnahe Umleitung dürfte über den Stöppel führen oder alternativ sicherlich auch über Dotzlar.

„Ich verstehe Ihren Frust“

Im Ausschuss blieb die Skepsis dagegen groß. „Nehmen Sie es mir nicht übel, dass die Freude sich in Grenzen hält“, konstatierte Bernd Weide (SPD) vielsagend. Johannes Müller entgegnete: „Ich verstehe Ihren Frust. Aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“ Und für Ralf Langenhagen stand fest, dass diese Ausbaumaßnahme kommen wird. Die Frage sei allerdings, wann dies der Fall sei.
Übrigens: Eine erste Informationsveranstaltung zu der Baumaßnahme für Bürger soll bereits am 27. Mai stattfinden, sofern die Corona-Pandemie dies zulässt.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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