SZ

Jugendschöffengericht stellt Verfahren ein
Organisierter Drogenhandel in Berleburg

In Bad Berleburg sind organisierte Drogendealer unterwegs, wie sich am Freitag bei einer Gerichtsverhandlung herausstellte.
  • In Bad Berleburg sind organisierte Drogendealer unterwegs, wie sich am Freitag bei einer Gerichtsverhandlung herausstellte.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

howe Bad Berleburg. Dass Bad Berleburg ein „Drogenproblem“ hat, ist seit Jahren gemeinhin bekannt. Am Freitag gelangte einmal ans Tageslicht, mit welcher Masche die Dealer in der Odebornstadt zu Werke gehen. Ein 22-jähriger Angeklagter schilderte nämlich vor dem Jugendschöffengericht, wie er von zwei Dealern regelrecht benutzt wurde, um Drogenhandel im Ort zu betreiben. Zunächst aber warf die Staatsanwaltschaft dem jungen Afghanen vor, zwischen August und Dezember 2018 in zwölf Fällen Betäubungsmittel veräußert zu haben, um sich eine Einnahmequelle zu verschaffen.
"Ich kenne die nicht"Bei dem gewerblichen, unerlaubten Handeltreiben setzte der damals Heranwachsende 500 Euro um.

howe Bad Berleburg. Dass Bad Berleburg ein „Drogenproblem“ hat, ist seit Jahren gemeinhin bekannt. Am Freitag gelangte einmal ans Tageslicht, mit welcher Masche die Dealer in der Odebornstadt zu Werke gehen. Ein 22-jähriger Angeklagter schilderte nämlich vor dem Jugendschöffengericht, wie er von zwei Dealern regelrecht benutzt wurde, um Drogenhandel im Ort zu betreiben. Zunächst aber warf die Staatsanwaltschaft dem jungen Afghanen vor, zwischen August und Dezember 2018 in zwölf Fällen Betäubungsmittel veräußert zu haben, um sich eine Einnahmequelle zu verschaffen.

"Ich kenne die nicht"

Bei dem gewerblichen, unerlaubten Handeltreiben setzte der damals Heranwachsende 500 Euro um. „Ich weiß nicht, wie das passiert ist, ich kenne die nicht“, überraschte der 22-Jährige mit einer durchaus ungewöhnlichen Einlassung. Dann aber beschrieb er, wie er von zwei Bad Berleburger Drogendealern regelrecht unter Druck gesetzt worden sei. Mit dem einen habe er in einer Wohngemeinschaft gelebt, der habe ihn nur ausgenutzt. Schließlich habe man ihn gezwungen, die Drogen an den Mann zu bringen. „Ich bin von der Polizei beobachtet und erwischt worden“, konnte der 22-Jährige seine Tat nicht leugnen.

Namen der Hintermänner bekannt

Aber letztlich sei nicht er derjenige, der dahinter stecke. „Er hat mich angerufen und befohlen, dass ich den Stoff nehme und dem Jungen gebe“, so der Angeklagte, der vor Gericht die beiden Namen der „Hintermänner“ nannte. Und so lief die Sache ab: Hintermann eins gab dem Angeklagten den unmissverständlichen Auftrag, Betäubungsmittel an einen Kunden weiterzugeben. Dafür sollte er in der Wohnung von Hintermann eins den Schlüssel der Wohnung von Hintermann zwei holen. Auf dessen Tisch lagen ein Handy und mehrere Tütchen Marihuana. „Das Handy sollte ich benutzen und die Drogen an mich nehmen.“ Später habe er das eingenommene Geld abgeben sollen. „Ich habe es behalten, da waren die anderen böse auf mich. Aber ich habe ja alles für die gemacht. Sogar gekocht.“ Irgendwann habe das Handy geklingelt, der Kunde habe eine WhatsApp-Nachricht geschrieben, dass er den Angeklagten am Bahnhof erwarte. „Da habe ich ihm dann den Stoff gegeben für 30 Euro.“

Marihuana gefunden

Drei weitere Gramm Marihuana in zwei Tüten fand die Polizei später bei dem 22-Jährigen in dessen Jackentasche. Besagtes Handy werteten Spezialisten der Kriminalpolizei aus. Dabei wiesen sie elf der zwölf Taten einwandfrei nach. „Da war ich aber davon ausgegangen, dass das Handy dem Angeklagten gehörte, den die Kollegen festgenommen hatten“, erläuterte der Kripo-Beamte. Der hatte im Nachgang vom Gericht den Auftrag erhalten, nochmal weiter zu recherchieren – im Hinblick auf die Frage, ob das Handy nicht eher jemand anderes gehört. Und tatsächlich: Allein die Sprachaufzeichnungen wiesen darauf hin, dass es sich bei dem Haupttäter um einen der beiden Hintermänner handelt. Der Angeklagte fungierte als Spielball. „Die haben mich mit dem Leben bedroht. Ich hatte Angst“, bekräftigte der 22-Jährige.

Bußgeld  geht an die  Erndtebrücker Tafel

Das Schöffengericht stellte das Verfahren auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein. Der Angeklagte soll nun eine Geldbuße über 600 Euro an die Berleburg-Erndtebrücker Tafel zahlen. Dann ist das Verfahren erledigt.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

9 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Anzeigen in der Siegener Zeitung
Anzeigen einfach online aufgeben

Egal ob privat oder gewerblich: Mit der Online-Anzeigenannahme der Siegener Zeitung können Kunden ihre Anzeige schnell und unkompliziert über das Internet aufgeben. Die Online-Anzeigenaufgabe bietet ein breites Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten und verschiedene Buchungsoptionen. Viele Kategorien und Muster für AnzeigenWählen Sie die gewünschte Kategorie und ein Anzeigenmuster, gestalten Sie Ihre eigene Anzeige und buchen Sie in der gewünschten Rubrik. Als registrierter Benutzer können Sie...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.