„Bürgermeister vor Ort“ in Hemschlar
Ortsdurchfahrt bleibt weiter das große Problem

Wolfgang Grund (Bildmitte) erläuterte den Status quo zum Fußgängerüberweg. Ein neuralgischer Punkt im Hinblick auf die Verkehrssicherheit. Foto: Timo Karl
  • Wolfgang Grund (Bildmitte) erläuterte den Status quo zum Fußgängerüberweg. Ein neuralgischer Punkt im Hinblick auf die Verkehrssicherheit. Foto: Timo Karl
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tika Hemschlar. Wenn Bernd Fuhrmann durch die „Stadt der Dörfer“ tourt, ist dies immer auch mit einer kleinen Lobhudelei verbunden. Der Bürgermeister verteilt reichlich Komplimente an die Dorfgemeinschaften – und die Einwohner der Dörfer danken es ihrerseits mit Komplimenten an die Verwaltungsspitze. Aber: Diese Komplimente sind echt – und gerade dies ist entscheidend. Im Rahmen der Aktion „Bürgermeister vor Ort“ kommen allerdings immer auch unangenehme Wahrheiten auf den Tisch, denn genau diese will die Verwaltungsspitze bei ihren Ortsbesuchen aufnehmen und diskutieren, um zumindest einige von ihnen zu verbessern – oder sogar aus der Welt zu räumen. Beides traf am Donnerstagabend auch auf das Gastspiel in Hemschlar zu.

Das für die Hemschlarer größte Problem kristallisierte sich dabei schnell heraus: die Ortsdurchfahrt. Nicht ob der Qualität der gerade erst frisch sanierten Strecke übten die Einwohner Kritik, sondern ob der fehlenden Rücksicht der Verkehrsteilnehmer. Neuralgischer Punkt ist dabei der Fußgängerüberweg, der Passanten – und allen voran Kindern – Sicherheit beim Wechseln der Straßenseite gewährleisten soll. „Der Zebrastreifen ist gefährlich für Schüler. Innerorts wird einfach viel zu schnell gefahren“, brachte es Ortsvorsteher Helmut Janner auf den Punkt.

Zum Beweis führten die Hemschlarer die Stelle vor – und tatsächlich fuhren binnen weniger Minuten zahlreiche Pkw, Motorräder und Lkw merklich zu schnell durch den Ort. „Seit der Sanierung der Straße hat gerade der Lkw-Verkehr massiv zugenommen“, erklärte Helmut Janner. Dass die Situation offenkundig problematisch ist, wollte Bernd Fuhrmann nicht verhehlen – er trennte die Thematik aber: „Es ist ja grundsätzlich gut, dass wir den Zebrastreifen jetzt haben, darüber wurde in der Vergangenheit viel diskutiert“, erinnerte der Bürgermeister, der aber später ergänzen sollte: „Dass wir uns die Problematik gerade am Fußgängerüberweg angesehen haben, war gut und wichtig.“

Eine kurzfristige Lösung allerdings scheint kaum möglich. Die Hemschlarer forderten ein Tempolimit von 30 km/h – diese Reduktion in einer Ortsdurchfahrt ist aber in Nordrhein-Westfalen nur in besonders unübersichtlichen Durchfahrten möglich. Und dazu zählt Hemschlar nicht. „Wir haben die Thematik bereits in einer Verkehrsschau behandelt. Ein Tempo 30 ist nicht möglich. Wir werden aber an der Sache dranbleiben und das Thema möglichst in einer weiteren Verkehrsschau unterbringen“, erklärte der Abteilungsleiter Infrastruktur und Erhohlung der Stadt Bad Berleburg, Wolfgang Grund. Zumindest mittelfristig stellte er Verbesserungen im Hinblick auf den Zustand der Straßen abseits der Ortsdurchfahrt in Aussicht – ohne dabei konkrete Versprechungen abzugeben. „Im Hinblick auf Straßenaufbrüche haben wir noch viele Defizite. Wir haben bereits damit begonnen, diese punktuell zu schließen. Und es sieht in den kommenden fünf Jahren für Hemschlar nicht schlecht aus, dass wir gerade auch die Provisorien, die durch den Breitbandausbau entstanden sind, dauerhaft schließen“, erklärte Wolfgang Grund. Apropos Breitbandausbau: Im dritten Quartal des laufenden Jahres sollen alle Haushalte innerhalb des Ortes mit Internetgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s versorgt sein.

„In der nächsten Förderwelle im kommenden Jahr wollen wir dann möglichst auch die Außenlieger versorgen“, erklärte Manuel Spies als Abteilungsleiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung. Durch die Schaffung einer solche Infrastruktur wäre es künftig zumindest technisch möglich, dass das mobile Bürgerbüro in den Dörfern Bad Berleburgs regelmäßig vor Ort ist – die Verwaltung denkt darüber nach, den Service künftig mehr und mehr zu dezentralisieren. Derzeit ist sie mit dem Angebot im Rahmen von „Bürgermeister vor Ort“ jeweils vor Ort gewesen. Bereits jetzt ist ein Hotspot am Dorfgemeinschaftshaus angebracht, der Besuchern einen Internetzugang ermöglicht – quasi ab diesem Freitag, an dem das frisch renovierte, sanierte und neu gestaltete Gebäude seine offizielle Eröffnung erfährt.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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