Pazifismus kein Anti-Amerikanismus

200 Bürger demonstrierten in Bad Berleburg gegen einen drohenden Irak-Krieg

hasi Bad Berleburg. »Wir die Kinder dieser Erde, bitten sehr, dass Frieden werde. Peace, Shalom und Mir – in 100 Sprachen bitten wir…«, mit diesem Gedicht von Irmela Wend drückte die kleine Marina Sittler, zehn Jahre alt, nicht nur die Gefühle der Kinder, sondern aller Bürger aus, die sich am Samstag anlässlich des Internationalen Aktionstages gegen den Irakkrieg auf dem Bad Berleburger Marktplatz zu einer Kundgebung versammelten. Knapp 200 Personen kamen zusammen, um an der von SPD und Jusos organisierten Veranstaltung teilzunehmen und mit weltweit über elf Millionen Menschen, von Melbourne in Australien über Tokyo und Gaza-Stadt in Palästina, an diesem Tage für eine friedliche Lösung des Irakkonflikts zu demonstrieren.

Die Begrüßungsrede hielt SPD-Stadtverbandsvorsitzender Dietmar Beuter, der den Bürgern für ihr Erscheinen dankte und dann das Mikrophon an den Bundestagsabgeordneten für Siegen-Wittgenstein, Willi Brase (SPD), weiterreichte. Brase, der vorher schon auf der Demonstration in Siegen mit 4000 Menschen gesprochen hatte, verlangte vehement eine friedliche Lösung des Irakkonflikts. Er wies aber darauf hin, dass diese pazifistische Haltung gerade nicht das bedeute, als was die Amerikaner sie gerne hinstellen: Pazifismus sei kein Antiamerikanismus. Er wolle ebenso wie die Vereinigten Staaten eine Entwaffnung des Irak, aber eine friedliche. Außerdem die es ja geradezu unverständlich, den Irak, dem der Besitz von Massenvernichtungswaffen noch nicht bewiesen werden kann, gerade jetzt anzugreifen, aber den Nordkoreanern Verhandlungen anzubieten. Sie verfügen nachweislich über Massenvernichtungswaffen, wenn nicht gar über funktionsfähige Atomraketen, also soll der friedliche Weg, der in Nordkorea angestrebt wird, auch in Irak angewendet werden.

Grundsätzlich sei der kriegerische Lösungsversuch sowieso zum Scheitern verurteilt: Solange das gesamte Pulverfass des Nahen Osten nicht effektiv entschärft und entwaffnet wird, wird eine kurzsichtige militärische Intervention im Irak nur weitere Kreise ziehen und die aggressive Stimmung im Nahen Osten aufheizen. Schließlich solle ja erreicht werden, dass die Menschen im Irak friedlich Leben, und das gehe nicht mit Krieg. Den Waffeninspektoren soll seiner Meinung nach also so viel Zeit gegeben werden wie sie bräuchten. Auch, wenn es mehrere Monate bis zu einer Entwaffnung des Iraks dauerte.

Er beendete seine Rede mit einem Zitat von Papst Johannes Paul II, der mahnte: »Lasst uns den Weg des Friedens gehen und nicht in eine kriegerische Auseinandersetzung schliddern.« Nach Brase sprach der Berleburger SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Sittler der seine Zuhörer darauf aufmerksam machte, dass wenn alle Menschen an diesem Tage zusammen eine Botschaft des Friedens verkünden, diese auch von den Amerikanern nicht überhört werden könne. Und in Erinnerung an die deutsche Geschichte wünschte er den Irakern, dass an ihnen das Schicksal vorbeigehen werde, ihr Land nach einem Krieg wieder aufbauen zu müssen.

Anschließend verteilten die Helfer von den Jusos an alle anwesenden Bürger Teelichter, die auf ein vorbereitetes Transparent mit der Aufschrift »Friede« gestellt wurden. Da der kalte Wind die Kerzen immer wieder auszublasen drohte, wird das Transparent ins Rathaus gebracht um dort an öffentlicher zugänglicher Stelle mit brennenden Kerzen für eine Entwaffnung des Iraks durch die Arbeit der UNO-Waffeninspektoren und nicht durch einen Krieg, zu demonstrieren.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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