Peinlich oder überbewertet?

Über Lapsus der Wittgensteiner ProChrist-Aktivisten gibt es unterschiedliche Auffassungen

Bad Berleburg. »Zweifeln und Staunen« – so lautet der Titel der ProChrist-Reihe, die am vergangenen Wochenende mit den Veranstaltungen für Kinder in Bad Berleburg und Bad Laasphe eröffnet wurde (die Siegener Zeitung berichtete). Morgen, 16. März, beginnen die Themenabende, am Sonntag, 23. März, steht die Abschlussveranstaltung auf dem Programm.

Was auffällt, ist die Tatsache, dass das Wittgensteiner ProChrist-Team die Sache mit großem Engagement propagiert und ein enormer Werbeaufwand betrieben wird. Großflächige Plakate in vielen Ortschaften, Flugblätter, Pressemitteilungen in den lokalen Zeitungen – man muss sich in diesen Tagen schon enorm anstrengen, um nicht über die auffällig roten Werbematerialien zu stolpern. Das ist jedoch durchaus legitim, schließlich obliegt es jedem Bürger selbst, die Veranstaltungen zu besuchen oder nicht. Legitim auch die Tatsache, dass sich die ProChrist-Macher prominente Wittgensteiner mit ins Boot holen, um die Werbetrommel für die Veranstaltungen zu rühren.

Auf der Rückseite eines 16-seitigen Prospektes, der am Samstag flächendeckend im Altkreis Wittgenstein verteilt wurde, freuen sich die Bürgermeister Hans-Werner Braun, Heinz-Josef Linten und Robert Gravemeier auf ProChrist und »sind dankbar, dass es die Technik ermöglicht, auch Wittgenstein daran zu beteiligen«. Etwas sauer aufgestoßen ist jedoch die Tatsache, dass auch der erst vor wenigen Wochen verstorbene Landrat Elmar Schneider als Befürworter der Veranstaltung dort abgebildet ist.

Wie es dazu gekommen ist, erklärt der Vorsitzende des ProChrist-Trägerkreises Wittgenstein, Horst Seeger, im SZ-Gespräch. Das Heft sei zu einem Zeitpunkt gedruckt worden, als der Landrat noch bei guter Gesundheit gewesen sei. Aus Kostengründen habe man jedoch davon Abstand genommen, das Druckwerk einzustampfen. Parallel zur Verteilung des Prospektes als Beilage eines heimischen Anzeigenblattes sei ein entsprechender redaktioneller Hinweis geplant gewesen, den der Verlag zwar zugesagt, aber letztlich nicht abgedruckt habe. Dies sei allerdings vier Tage später nachgeholt worden.

Horst Seeger findet es »bedauerlich, wenn uns die Sache nun zum Vorwurf gemacht wird«. Elmar Schneider sei zweifellos ein leidenschaftlicher Befürworter der ProChrist-Sache gewesen. »Wir haben der Familie des Landrates unser Beileid bekundet, bereits seit Wochen findet man zudem einen Hinweis auf unserer Internet-Homepage«, betont Horst Seeger. Dennoch sorgt der Lapsus an verschiedenen Stellen für Gesprächsstoff. Hans-Peter Langer, Pressesprecher der Kreisverwaltung im Siegener Kreishaus, findet es »ärgerlich und bedauerlich«, dass das Werbematerial mit der Abbildung des Verstorbenen verteilt wurde.

Auch Bad Berleburgs Bürgermeister Hans-Werner Braun hätte sich »etwas mehr Sorgfalt« gewünscht. Er halte die Veröffentlichung für »ungeschickt und wenig hilfreich für die Sache«. Verständnis bringt indes Bürgermeister Heinz-Josef Linten auf, der nachvollziehen kann, »dass man das Papier nicht einfach so einstampft«. Schuldzuweisungen seien absolut fehl am Platz. Dass Verstorbene abgedruckt würden, komme leider immer mal wieder vor, so der Erndtebrücker. Sein Fazit: »Bei diesem enormen ehrenamtlichen Engagement, das die Beteiligten zeigen, sollte man die Sache nicht zu hoch hängen.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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