SZ

Vandalismus in Wingeshausen
Pferdestall wird zum Ziel blinder Zerstörungswut

Eigentlich leben Heike und Jochen Born im Einklang mit ihren Tieren (unter anderem schottischen Hochlandrindern) glücklich auf dem Naturhof. Doch die mutwilligen Zerstörungen der vergangenen Wochen bereiten ihnen zunehmend Sorge.
4Bilder
  • Eigentlich leben Heike und Jochen Born im Einklang mit ihren Tieren (unter anderem schottischen Hochlandrindern) glücklich auf dem Naturhof. Doch die mutwilligen Zerstörungen der vergangenen Wochen bereiten ihnen zunehmend Sorge.
  • Foto: René Traut
  • hochgeladen von Michael Sauer

ll Wingeshausen. „Aus Begeisterung zu Mensch, Tier und Natur“ – mit diesem Motto wirbt der Naturhof Jochen Born in Wingeshausen seit vielen Jahren für sein besonderes Konzept mit nachhaltiger Landwirtschaft und bauernhof- beziehungsweise naturpädagogischen Aktivitäten. Doch die „Begeisterung“ zu Erstgenannten hat in der letzten Zeit spürbare Risse bekommen.

Zumindest wachsen bei Familie Born die Zweifel am gesunden Menschenverstand angesichts der Tatsache, dass der Naturhof seit ein paar Wochen zur systematischen Zielscheibe von Vandalismus geworden ist. Genauer gesagt nicht der Hof selbst, der sich in der Straße „In der Wester“ befindet, sondern der etwas entfernt gelegene Pferdestall „An der Bracht“.
Ein Zaun, ein Wassertank oder ein Stromgerät sind ersetzbar.

ll Wingeshausen. „Aus Begeisterung zu Mensch, Tier und Natur“ – mit diesem Motto wirbt der Naturhof Jochen Born in Wingeshausen seit vielen Jahren für sein besonderes Konzept mit nachhaltiger Landwirtschaft und bauernhof- beziehungsweise naturpädagogischen Aktivitäten. Doch die „Begeisterung“ zu Erstgenannten hat in der letzten Zeit spürbare Risse bekommen.

Zumindest wachsen bei Familie Born die Zweifel am gesunden Menschenverstand angesichts der Tatsache, dass der Naturhof seit ein paar Wochen zur systematischen Zielscheibe von Vandalismus geworden ist. Genauer gesagt nicht der Hof selbst, der sich in der Straße „In der Wester“ befindet, sondern der etwas entfernt gelegene Pferdestall „An der Bracht“.

Ein Zaun, ein Wassertank oder ein Stromgerät sind ersetzbar. Wir machen uns aber Sorgen um das Wohl der Tiere.
Heike Born
Bauernhof-Pädagogin über die Schäden durch Vandalismus

„Anfangs haben wir noch drüber hinweggesehen, aber dann ging es immer weiter. Jetzt haben wir gedacht: Irgendwann reicht´s“, macht Heike Born im Gespräch mit der SZ ihrem Ärger Luft. Über drei bis vier Wochen habe sie immer wieder unterschiedliche Beschädigungen festgestellt. Zunächst sei es ein Loch im Wassertank gewesen, der die Pferde, die in einem offenen Stall gehalten werden, normalerweise mit Flüssignahrung versorgt.

Auch ein Stromgerät wurde zerstört.
  • Auch ein Stromgerät wurde zerstört.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Michael Sauer

Das habe sie bereits verwundert, da der Tank als IBC-Container eigentlich derart robust hätte sein müssen, dass ihn jemand nur mit purer Absicht beschädigen kann. „Da geht man aber erstmal noch von einem Dumme-Jungen-Streich aus“, so Heike Born. Doch der Vandalismus sollte in den folgenden Tagen zunehmen.

Vandalismus am Naturhof Born: Was kommt als Nächstes?

Herausgerissene Zaunpfähle, aufgeschnittene Siloballen, ein zerstörtes Stromgerät und abgeschraubte Isolatoren, die anschließend auf der Mistestelle platziert wurden, ließen für Heike und Jochen Born und Tochter Maria Brinkschulte nur einen Schluss zu: „Das muss jemand mutwillig gemacht haben.“

Die Täter hinterließen aufgeschnittene Siloballen.
  • Die Täter hinterließen aufgeschnittene Siloballen.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Michael Sauer

Noch sei bisher alles halbwegs glimpflich ausgegangen, doch die bange Frage, die sich die Borns stellen, lautet: Was kommt als Nächstes? „Ein Zaun, ein Wassertank oder ein Stromgerät sind ersetzbar. Wir machen uns aber Sorgen um das Wohl der Tiere“, bringt es Heike Born auf den Punkt. So könne man von Glück reden, dass die Pferde nicht bereits durch den zerstörten Zaun gebrochen und über Nachbars Grundstück auf die Hauptstraße in Richtung Jagdhaus gelangt seien, sondern weiterhin brav ihr Dasein auf der Koppel genießen.

Vandalismus am Naturhof Born: Posting auf Facebook

Konkrete Maßnahmen will die Familie trotz der jüngsten Vorfälle zunächst nicht ergreifen. Eine Wildkamera in der Nähe des Pferdestalls hält Heike Born beispielsweise für nicht zielführend, da diese auf Bewegung reagiere und die Tiere ja ebenfalls auch in den Abendstunden noch aktiv seien. Doch auch von einer Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei möchten die Hofbetreiber aufgrund zu geringer Chancen absehen. Stattdessen setzen sie auf Zivilicourage – und den gesunden Menschenverstand.

So hat Heike Born den Vandalismus mit einem Posting im sozialen Netzwerk Facebook öffentlich gemacht und erhält seitdem enormen Zuspruch von allen Seiten. Über 160 mal ist der Beitrag in der Zwischenzeit geliked worden, zudem wurde er häufig geteilt und es gibt zahlreiche Kommentare. Von Fassungslosigkeit, über Wut und Entsetzen bis hin zu Anteilnahme und Sorge reichen die Reaktionen. „Das ist pure Boshaftigkeit“, schreibt eine Nutzerin, „Dummheit, Neid und Eifersucht sind so gefährlich“, eine andere.

Vandalismus am Naturhof Born: Appell an Nachbarn und Spaziergänger

„Warum sollte aber jemand auf uns neidisch sein“, fragt sich Heike Born, die mit ihrer Familie vor einem Rätsel steht. Sie sei zwar die einzige aktiv praktizierende Bauernhof-Pädagogin im Umkreis, aber dennoch könne sie sich nicht vorstellen, dass Neid oder Missgunst ein mögliches Tatmotiv sein könnte. Zumal der Naturhof im Ort selbst und auch darüber hinaus einen guten Ruf genieße. „Bei uns ist jeder willkommen – ganz egal ob klein oder groß. Unsere Angebote sind stets gut gebucht. Und die Familien freuen sich doch, wenn sie mit ihren Kindern die Tiere hautnah erleben können.“

Unbekannte haben die Zaunpfähle herausgerissen.
  • Unbekannte haben die Zaunpfähle herausgerissen.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Michael Sauer

Damit das noch möglichst lange so bleiben kann, hat Heike Born eine Bitte an alle Nachbarn, Spaziergänger oder Bürger, die sich in der Nähe des Pferdestalls bewegen: „Haltet weiterhin Augen und Ohren offen, ob ihr etwas Ungewöhnliches beobachtet. Besonders in den Abendstunden hat dort niemand mehr etwas verloren.“ Mit diesem Appell und der dadurch erhöhten Wachsamkeit soll der Spuk möglichst bald ein Ende finden. So hoffen alle gemeinsam, dass sie den Leitspruch „Aus Begeisterung zu Mensch, Tier und Natur“ schon bald wieder ohne jedwede Zweifel leben können.

Autor:

Lars Lenneper

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen