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„Alles bestens gereejelt“ in Dotzlar
Plädoyer mit Humor für Wittgensteiner Platt

Das begeisterungsfähige Publikum fieberte der Premiere mit großer Vorfreude entgegen – in der Dotzlarer Kulturhalle durfte am Wochenende wieder kräftig gelacht werden.  Foto: fhe
  • Das begeisterungsfähige Publikum fieberte der Premiere mit großer Vorfreude entgegen – in der Dotzlarer Kulturhalle durfte am Wochenende wieder kräftig gelacht werden. Foto: fhe
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fhe Dotzlar. Die Stimmung war schon gut, da hatten die „Heinerländer“ noch gar nicht angefangen zu spielen – freudig gespannt saßen die Gäste der Dotzlarer Amateur-Schauspieler am Wochenende auf ihren Plätzen. Denn neben der Vorfreude, bis sich der Vorhang endlich öffnen sollte, saßen die Zuschauer offensichtlich auch schon mit der Gewissheit in der Dotzlarer Kulturhalle „Wittgenstein“, dass es gleich viel zu lachen gibt – und sie sollten wieder einmal nicht enttäuscht werden.

Überrascht wurde das Publikum allerdings schon gleich zu Beginn, als sich nicht der Vorhang öffnete, sondern Lena Schnaubelt als Postbotin Lisa mit ihrem Fahrrad das Feld von hinten aufräumte und durch den Gästegang fuhr.

fhe Dotzlar. Die Stimmung war schon gut, da hatten die „Heinerländer“ noch gar nicht angefangen zu spielen – freudig gespannt saßen die Gäste der Dotzlarer Amateur-Schauspieler am Wochenende auf ihren Plätzen. Denn neben der Vorfreude, bis sich der Vorhang endlich öffnen sollte, saßen die Zuschauer offensichtlich auch schon mit der Gewissheit in der Dotzlarer Kulturhalle „Wittgenstein“, dass es gleich viel zu lachen gibt – und sie sollten wieder einmal nicht enttäuscht werden.

Überrascht wurde das Publikum allerdings schon gleich zu Beginn, als sich nicht der Vorhang öffnete, sondern Lena Schnaubelt als Postbotin Lisa mit ihrem Fahrrad das Feld von hinten aufräumte und durch den Gästegang fuhr. Sie sehnt sich Tag für Tag nach der großen Liebe – in ihrer Sehnsucht bestärkt wird sie dazu ebenfalls täglich durch das Lesen der Frauenzeitschrift „Herz-Schmerz“, in der Kolumnistin Britta von Schwallbach ihren Lesern Ratschläge für die große Liebe gibt. Rosi, die von Manuela van de Wetering gespielte Jungbäuerin, hat dagegen ganz andere Sorgen: Neben ihrer unverschämten und geizigen Nachbarin, brillant gespielt von Nicole Saßmannshausen, die ihr ein ums andere Mal auch ihre neue „Herz-Schmerz“-Ausgabe abluchst und zudem alles gebrauchen kann, um selbst kein Geld ausgeben zu müssen, macht der Bäuerin auch der Vater ihres verstorbenen Mannes zu schaffen.

Schwiegervater Anton, der von Bernd Mettbach verkörpert wird, sind die Feriengäste, die bald auf dem Hof beherbergt werden sollen, nämlich ein Dorn im Auge. Hinzu kommt noch, dass Rosis Mutter Klara (Doris Koch) mit ihrem Putzfimmel alles auf den Kopf stellt und Antons Ruhe stört. So kündigt er an, Urlaubsgäste so schnell wie möglich wieder vom Hof zu vertreiben und gibt sogar heimlich in der „Herz-Schmerz“ eine Anzeige auf, worin seine Schwiegertochter Rosi angeblich einen zupackenden Bauern sucht.

Mit Gustav Glitzer – gespielt von Nachwuchs-Schauspieler Kevin Fischer – taucht sogar ein „Heiratskandidat“ auf, der aber scheinbar nur Augen für den „Mähdrescher“ auf dem Hof hat. Zuvor verirrt sich auch noch ein orientierungsloser Wanderer (Thorsten van de Wetering) auf dem Hof – und wird von der Bäuerin fälschlicher Weise für die sehnlichst erwartete Tierarzt-Vertretung gehalten. Der erste Feriengast, ein bekannter Autor (gespielt von Hans Georg Saßmannshausen), möchte bei seiner Arbeit eigentlich ungestört und unerkannt bleiben – das soll ihm aber nicht gelingen: Spätestens als seine Geliebte Sonja (Birte Fischer) auftaucht, deckt Opa Anton ein Geheimnis auf.

Ein großes Chaos ist also schon vorprogrammiert. Warum das Stück letztendlich aber „Alles bestens gereejelt“ heißt, wird der Zuschauer dann am Ende des Bühnenspiels herausfinden. Möglichkeiten gibt es dazu noch an den kommenden Spieltagen: Freitag, 1. November, 20 Uhr, Samstag, 2. November, 15 Uhr und 20 Uhr und Sonntag, 3. November, 17 Uhr.

Nicht nur, dass die „Heinerländer“ seit über 20 Jahren mit ihren Bühnenstücken jedes Mal von Neuem ihr Publikum zum Lachen bringen – ganz nebenbei erhalten sie mit ihren „Lustspeelen“ auf Platt auch die Mundart am Leben und brechen mit ihrem Humor jedes Mal eine Lanze fürs „Platt schwätzen“: So wären die von Hans Georg Saßmannshausen ins „Dutzelarer Platt“ übersetzten Stücke nämlich nur halb so komisch, würden sie auf hochdeutsch aufgeführt werden.

Dem ein oder anderen Wittgensteiner dürften die „Heinerländer“ mit ihrer Spielart aber auch mal den Spiegel vorgezeigt haben – gerade die neugierige und geizige Art von Nachbarin Brunhilde hat gerade auf „Platt“ den ein oder anderen vielleicht selbst an das „Geschwätz“ auf dem Land erinnert – immer bestens darüber informiert, was man sich so im Dorf über die Nachbarn erzählt. Deutlich wurde in jedem Fall wieder eines:

Die „Heinerländer“ verbinden Generationen – im Publikum wie auch auf der Bühne. Familien, Paare oder Freunde in jeder Altersklasse schauen sich Jahr für Jahr das Bühnenprogramm der Mundart-Spielgruppe an und auch auf der Bühne ist die Altersspanne mit Nachwuchs-Schauspieler Kevin Fischer deutlich größer geworden – so dürften wohl auch in Zukunft keine Sorge entstehen, dass „ee Dutzelar baale nett mie Platt geschwätzt wird.“

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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