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Grüne Bad Berleburg machen Druck
Pleite von „Profitsolar“ lässt Fragen offen

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Salzmann-Schule (Foto) ist eines von zwei Projekten, das in Bad Berleburg mit „Profitsolar“ an den Start ging.
  • Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Salzmann-Schule (Foto) ist eines von zwei Projekten, das in Bad Berleburg mit „Profitsolar“ an den Start ging.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vö Bad Berleburg. Ob sich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, die sich die Energiepolitik der Stadt Bad Berleburg sehr dick auf die eigene Fahne geschrieben hat, mit dieser Antwort zufrieden gibt, bleibt abzuwarten: Die Partei hatte sich in einer Anfrage nach dem Stand der Dinge in Sachen Bürgersolar Bad Berleburg GbR erkundigt – und offenbar Hintergrundwissen angeeignet. Die Öko-Partei wunderte sich, dass es „bislang keinerlei Informationen über Bilanzen oder den Geschäftsverlauf“ der vor gut einem Jahrzehnt gegründeten GbR gegeben habe. Die Gesellschaft ist Betreiberin der beiden Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Grundschule Aue-Wingeshausen und der früheren Salzmann-Schule auf dem Bad Berleburger „Stöppel“.

Bad Berleburg. Ob sich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, die sich die Energiepolitik der Stadt Bad Berleburg sehr dick auf die eigene Fahne geschrieben hat, mit dieser Antwort zufrieden gibt, bleibt abzuwarten: Die Partei hatte sich in einer Anfrage nach dem Stand der Dinge in Sachen Bürgersolar Bad Berleburg GbR erkundigt – und offenbar Hintergrundwissen angeeignet. Die Öko-Partei wunderte sich, dass es „bislang keinerlei Informationen über Bilanzen oder den Geschäftsverlauf“ der vor gut einem Jahrzehnt gegründeten GbR gegeben habe. Die Gesellschaft ist Betreiberin der beiden Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Grundschule Aue-Wingeshausen und der früheren Salzmann-Schule auf dem Bad Berleburger „Stöppel“.

Grüne Bad Berleburg irritiert über Deaktivierung der Leistungsanzeige

Zudem zeigen sich die Grünen irritiert darüber, dass die digitale Leistungsanzeige an der Salzmann-Schule deaktiviert worden sei, während sie an der Grundschule Aue-Wingeshausen sogar ganz fehle – und dies in einer Kommune, die für sich den Titel der nachhaltigsten Kleinstadt Deutschlands in Anspruch nehme (die Siegener Zeitung berichtete). Die Verwaltung beantwortete die Anfrage sehr konkret, allerdings knapp. Nach Konkurs des ehemaligen Betreiberunternehmens „Profitsolar“ erfolge die Betreuung der Anlagen, die nicht im Eigentum der Stadt stünden, und der Genossenschaft durch einen örtlichen Steuerberater. Der teile die Gewinnermittlung mit und nehme die Zahlung der Anteile an die Stadt vor. Und weiter: „Die Demontage der Leistungsanzeige an der Grundschule Aue-Wingeshausen ist nach hiesigem Kenntnisstand von der Eigentümerin der Anlage veranlasst worden und kann hier nicht nachvollzogen werden.“ Auf Hinweis der Grünen sei die Leistungsanzeige an der ehemaligen Förderschule überprüft und wieder in Betrieb gesetzt worden. Das war alles? „Unter dem Strich wird eine Säule der Bad Berleburger Energiewende von einem Steuerberater weitergeführt“, fasste es Susanne Bald, die Fraktionssprecherin, auf Anfrage der Siegener Zeitung zusammen. Sie kündigte allerdings an, dass ihre Partei bei diesem Thema ebenso wenig locker lassen werde wie beim Integrierten Klimaschutzkonzept und dem European Energy Award (EEA).

Mischung aus Überforderung und falscher Selbsteinschätzung

Zurück zu „Profitsolar“: Das Unternehmen sei an einer Mischung aus Überforderung und falscher Selbsteinschätzung gescheitert, weiß ein Insider der Szene der SZ zu berichten: „Die haben mindestens noch in Hilchenbach, Burbach und Neunkirchen solche Baustellen hinterlassen.“ Spannend wird die Frage in Bad Berleburg an jenem Punkt, an dem die 20-jährige Einspeisevergütung für den umweltfreundlichen Strom ausläuft. Das dürfte dann in knapp zehn Jahren der Fall sein.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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