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Gastronomen von Lockerungen überrascht
Plötzliche Wiedereröffnung ist echte Herausforderung

Frank und Alexandra Barth freuen sich, ab Mittwoch wieder Gäste im Außenbereich bewirten zu können: „Wenn jetzt nur das Wetter mitspielen würde.“
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vc/vö Wittgenstein. Seit dem 2. November waren Gastronomen gezwungen, sich auf den Liefer- oder Abholservice zu beschränken. Jetzt ist die Wiedereröffnung nach dieser langen Zeit möglich. Doch es ist nicht einfach, einen Betrieb wieder zum Laufen zu bringen, der viele Monate im Dornröschenschlaf war.

Daher war der Start verhalten oder wurde vielerorts verschoben. Zudem müssen Gäste, die die Gastronomie besuchen möchten, auch nachweisen, dass sie aktuell nicht an Covid-19 erkrankt sind.

Das berichtete auch Ingrid Kesselaar, Inhaberin des Gasthofs „Zum Bahnhof“ in Arfeld. In Rücksprache mit dem Ordnungsamt der Stadt Bad Berleburg biete man keine Selbsttests für Gäste an.

vc/vö Wittgenstein. Seit dem 2. November waren Gastronomen gezwungen, sich auf den Liefer- oder Abholservice zu beschränken. Jetzt ist die Wiedereröffnung nach dieser langen Zeit möglich. Doch es ist nicht einfach, einen Betrieb wieder zum Laufen zu bringen, der viele Monate im Dornröschenschlaf war.

Daher war der Start verhalten oder wurde vielerorts verschoben. Zudem müssen Gäste, die die Gastronomie besuchen möchten, auch nachweisen, dass sie aktuell nicht an Covid-19 erkrankt sind.

Das berichtete auch Ingrid Kesselaar, Inhaberin des Gasthofs „Zum Bahnhof“ in Arfeld. In Rücksprache mit dem Ordnungsamt der Stadt Bad Berleburg biete man keine Selbsttests für Gäste an. Zulässig sind nur Gäste, die digital oder schriftlich nachweisen können, dass sie geimpft, genesen oder in einer zertifizierten Einrichtung getestet worden sind. Dazu gehören auch Schnelltests bei Arbeitgebern. „Die Schulung hätte uns 600 Euro gekostet – das ist einfach zu viel“, so die Arfelder Wirtin. Geöffnet hatte die Inhaberin der „Lambrie“ übrigens schon Sonntag.

Wareneinkauf zu kurzfristig 

„Wir hatten mehr Betrieb als erwartet. Sieben Tische standen zur Verfügung, die zeitweise voll besetzt waren“, berichtete Ingrid Kesselaar. Am Sonntagabend hatten dann verstärkt Böen eingesetzt, und die Tische seien nicht mehr nachgefragt worden – was aber normal sei bei so einem Wetter. Ab dem Wochenende biete man auch wieder etwas aus der Küche an – der Wareneinkauf sei so kurzfristig nur schwer möglich gewesen.

"Eine Rolle rückwärts
oder schnelle und unüberlegte Handlungen
können wir uns nicht erlauben."

Diana Hundte
Westfälischer Hof Erndtebrück

„Das war sehr überraschend – und sehr kurzfristig. Erfahren haben wir das ja erst den Mittwoch zuvor“, bestätigte Frank Barth aus Bad Laasphe. Die Lahnstuben am Wilhelmsplatz hatten am Wochenende noch nicht die Gastronomie im Außenbereich geöffnet. „Wir hatten renoviert. So habe ich Zeit gewonnen, noch die Grundreinigung durchzuführen. Ziel ist es, am Mittwoch zu öffnen“, berichtete Alexandra Barth. Die Zeit sei auch notwendig gewesen, um die Leitungen zu reinigen; auch die Mitarbeiter müssten informiert werden. „Es musste zum Beispiel geklärt werden, wie viele Personen erlaubt sind und wie die Schnelltests kontrolliert werden. Wir haben noch eine etwas verhaltene Vorfreude – schließlich ist das Wetter nicht gerade optimal für Außengastronomie. Wir freuen uns aber, dass wir aus dem siebenmonatigen Corona-Trott mal herauskommen.“

Für Außengastronomie noch nicht geöffnet

Der Westfälische Hof in Erndtebrück hat seinen Betrieb für die Außengastronomie noch nicht wieder aufgenommen. „Wir hatten sechs Monate keinen Restaurantbetrieb. Jetzt hat die Politik so lange keine Aussage zur Gastronomie getroffen – und dann sagt man uns am Mittwoch, dass wir am Samstag öffnen können. Das ist so schnell nicht möglich.“

Stephan Frettlöh, Inhaber und Küchenchef des Westfälischen Hofes und des Bistros Auszeit in Erndtebrück, betonte, dass es schon ein paar Tage Vorlauf brauche, um den Betrieb wieder hochzufahren. „Sei es der Liefer-Rhythmus bei den Lieferanten, die Personalplanung, die Umsetzung aller Vorschriften bzw. Hygieneauflagen oder Tätigkeiten, die aufgrund des langen Leerstandes anfallen. Die Organisation, die hinter einer derartigen Öffnung steht, ist nicht immer auf den ersten Blick für den ein oder anderen erkennbar. Ebenso unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit, braucht es eine gute Planung und Vorbereitung. Denn eine Rolle rückwärts oder schnelle, unüberlegte Handlungen können wir uns nicht erlauben“, sagte seine Partnerin Diana Hundte. „Wir planen daher zunächst ein Soft Opening ab Freitag im Biergarten in der Auszeit“, erläuterte Stephan Frettlöh abschließend. Im Westfälischen Hof bleibe man zunächst beim „Außer Haus“-Geschäft.

Zufriedenstellendes Fazit nach Öffnungs-Sonntag

Michael Kelch, Betreiber der Stadt-Schänke in Bad Laasphe, zog ein zufriedenstellendes Fazit nach dem ersten Öffnungs-Sonntag in diesem Jahr: „Bei dem Wetterbericht in der Woche hatten wir nicht mit sehr vielen Gästen gerechnet. Aber es kam anders, wir hatten ordentlich Betrieb“, so der Wirt aus der Bad Laaspher Altstadt. Ob man damit allerdings schon wirtschaftlich unterwegs sei, das stehe auf einem ganz anderen Blatt. Dass man mit professioneller Unterstützung ein Testangebot vor Ort zur Verfügung hatte, sei sicherlich das i-Tüpfelchen gewesen. „Natürlich haben wir ziemlich viele Anrufe bekommen, wie wir das möglich gemacht haben.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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