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Musikschule Wittgenstein: trotz Corona viel Interesse
Präsenzunterricht sehr gefragt

In der Musikschule Wittgenstein an der Schloßstraße 13 in Bad Berleburg wird akribisch auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen geachtet. Der geforderte Abstand zwischen Klavierlehrerin Silke Wied und ihren Schülern ist jederzeit gewährleistet.
  • In der Musikschule Wittgenstein an der Schloßstraße 13 in Bad Berleburg wird akribisch auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen geachtet. Der geforderte Abstand zwischen Klavierlehrerin Silke Wied und ihren Schülern ist jederzeit gewährleistet.
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  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

ako Bad Berleburg.  Anfang des Monats legte der „Lockdown light“ die Musikschulen in NRW lahm. Musik- und Gesangsunterricht ist genauso wie z. B. Sport und andere Freizeitaktivitäten untersagt worden, jedoch nur für einen kurzen Zeitraum. Denn der Beschluss währte lediglich drei Tage. Seit dem 5. November darf Musikunterricht wieder stattfinden. Dafür hatte sich der Verband Deutscher Musikschulen eingesetzt – die Landesregierung, die die Musikschulen bis zum 30. November schließen wollte, nahm eine Anpassung in der Corona-Schutzverordnung vor. Aus diesem Grund darf auch in der Musikschule Wittgenstein wieder Unterricht stattfinden, allerdings unter eingeschränkten Bedingungen.
Momentan nur Einzelunterricht„Im Augenblick findet nur Einzelunterricht statt“, sagte Eike Gücker, 1.

ako Bad Berleburg.  Anfang des Monats legte der „Lockdown light“ die Musikschulen in NRW lahm. Musik- und Gesangsunterricht ist genauso wie z. B. Sport und andere Freizeitaktivitäten untersagt worden, jedoch nur für einen kurzen Zeitraum. Denn der Beschluss währte lediglich drei Tage. Seit dem 5. November darf Musikunterricht wieder stattfinden. Dafür hatte sich der Verband Deutscher Musikschulen eingesetzt – die Landesregierung, die die Musikschulen bis zum 30. November schließen wollte, nahm eine Anpassung in der Corona-Schutzverordnung vor. Aus diesem Grund darf auch in der Musikschule Wittgenstein wieder Unterricht stattfinden, allerdings unter eingeschränkten Bedingungen.

Momentan nur Einzelunterricht

„Im Augenblick findet nur Einzelunterricht statt“, sagte Eike Gücker, 1. Vorsitzender des Musikschulvereins. Um Musikstunden anbieten zu können, hat die Musikschule Wittgenstein schon nach dem ersten Lockdown ein Hygienekonzept erarbeitet und dieses mit der Stadt Bad Berleburg abgesprochen. Im Gebäude an der Schloßstraße wurde ein Einbahnstraßensystem eingerichtet. Um den Kontakt so gering wie möglich zu halten, dürften Eltern und Begleiter das Gebäude gar nicht erst betreten: „Die Lehrer holen die Schüler ab.“

„Verschärfte Bedingungen“ bei Bläsern

Während der Unterrichtsstunde müssen Schüler und Lehrkraft die Abstandsregeln einhalten und eine Maske tragen. Im Unterricht für Blasinstrumente gelten „verschärfte Bedingungen“. So muss der Abstand zwischen den beteiligten Personen noch größer sein, da beim Spielen des Blasinstrumentes die Maske abgesetzt wird. „Gesangsunterricht haben wir nur ganz wenig, aber hier ist es ähnlich wie bei den Blasinstrumenten. Ein größerer Abstand – und man muss beim Singen auf die Ausstoßrichtung achten“, sagte der 64-Jährige.
Die Schüler bringen meist ihre eigenen Streich- oder Blasinstrumente mit. Beim Klavierunterricht ist das nicht möglich. „Hier haben wir den Vorteil, dass wir einen großen Raum haben, in dem zwei Klaviere stehen. Eins für den Lehrer, das andere für den Schüler“, sagte Eike Gücker, der selbst Pianist ist. Nach dem Unterricht werden die Musikinstrumente desinfiziert. Gleiches gilt auch für die Nutzung der Räume. Diese werden vor einem Wechsel gereinigt und in regelmäßigen Abständen gelüftet.

Keine Orchesterproben, kein Gruppenunterricht

Gruppenunterricht findet nicht statt. Auch die Proben der verschiedenen Orchester wurden eingestellt. Die Übungssäle im Gebäude an der Schloßstraße seien zu klein. Die vielen Teilnehmer können dort nicht den geforderten Abstand von 2 Metern einhalten. Eike Gücker zufolge haben die Ensembles zwar die Möglichkeit, z. B. in die Aula vom Johannes-Althusius-Gymnasium auszuweichen, aber alle Orchester sind „im Augenblick“ ausgesetzt.
Obwohl die Musikschule gegenwärtig nur eingeschränkt Unterricht anbieten kann, werde das Angebot „erfreulicherweise“ zu „100 Prozent“ angenommen. „Eigentlich sind alle bei der Stange geblieben. Es gab keine Absagen wegen Corona“, betonte der Vorsitzende. Lediglich zwei/drei Lehrer, denen der Weg nach Bad Berleburg im Winter „zu beschwerlich“ sei, hätten nun aufgehört – und Corona habe „ihre Entscheidung“ bestärkt.

„Musiklehrer sind die eigentlich Leidtragenden“

Wegen der Pandemie hat die Musikschule Wittgenstein aber auch „Schwierigkeiten“. Schließlich sind zahlreiche Veranstaltungen ausgefallen. Dem Musikverein sind viele Einnahmen weggebrochen. Aber: „Die Musiklehrer sind die eigentlich Leidtragenden“, sagte Eike Gücker. Der Verein mit seinen 197 Mitgliedern beschäftigt 16 Lehrkräfte – „alle auf Honorarbasis“. Als die Musikschule in der Zeit von März bis Mai schließen musste, ist für viele von ihnen eine finanzielle Lücke entstanden: „Wie es jetzt individuell aussieht, weiß ich natürlich nicht. Aber Verdienstausfälle sind da“, betonte der 1. Vorsitzende, der schilderte, was passiert, wenn es zu einem erneuten Lockdown kommt: „Wenn wir nochmal komplett herunterfahren müssen, dann gucken die Lehrer in die Röhre. Und wir können das nicht auffangen.“
Zwar hatten viele Musiklehrer versucht, die im Frühjahr ausgefallenen Unterrichtsstunden nachzuholen, „aber die Lücke ist erstmal da“. Auch der Online-Unterricht – „einige waren damit sehr erfolgreich“ – könne den Präsenzunterricht auf Dauer nicht ersetzen. „Wie soll der Lehrer dann die Fingerposition des Schülers am Klavier überprüfen?“, fragte Eike Gücker und verwies zudem auf Verbindungsprobleme oder eine schlechte Tonqualität.

Autor:

Alexander Kollek

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