Prügelattacke in der Tankstelle

Gestern im Gericht: 25-Jähriger Laaspher zu einjähriger Bewährungsstrafe verurteilt

Bad Berleburg. Der 25-jährige Bad Laaspher, der gestern Morgen auf der Anklagebank des Bad Berleburger Amtsgerichtes Platz nahm, sprach in deutlichen Worten: »Du hast noch zu wenig abgekriegt.« Damit meinte er einen 20-jährigen, dem der Angeklagte im Januar bei einer Prügelattacke in der Aral-Tankstelle der Lahnstadt heftig zugesetzt hatte.

Blutende Nase, Striemen am Hals

Doch der Reihe nach: Gefährliche Körperverletzung warf Hanne Gummersbach von der Siegener Staatsanwaltschaft dem 25-Jährigen und einem mitangeklagten 20-Jährigen vor. Das Duo soll im Januar einen 20-Jährigen in der »blauen Lagune«, wie die Tankstelle umgangssprachlich gern genannt wird, grundlos verprügelt haben. Das Opfer habe unliebsame Bekanntschaft mit der Faust des 25-Jährigen gemacht. Die Folgen für den Geschädigten: blutende Lippe und Nase, Spuren am Jochbein und Striemen am Hals.

Angeklagte sahen Geschehen anders

Die beiden Beschuldigten ordneten das Geschehen freilich etwas anders ein. Das vermeintliche Opfer habe zunächst den 25-Jährigen auf den Rücken gespuckt und dann seine Mutter schlimm beleidigt, schilderte das Duo seine Sicht der Dinge – auffallend parallel ihre Darstellung übrigens. Erst danach habe der 25-Jährige zugeschlagen, dem flüchtenden 20-Jährigen in Richtung Toilette nachgesetzt und »ihm dann noch einmal eine oder zwei mitgegeben«. Der jüngere Angeklagte wollte das Geschehen zudem nur als Beobachter gesehen und schlichtend eingegriffen haben.

Angestellte rief die Polizei

Pech für die beiden, dass drei Zeugenaussagen dem ganz erheblich widersprachen. Sowohl das 20-jährige Opfer als auch die zwei Jahre ältere Mitarbeiterin der Tankstelle sagten aus, dass die Angeklagten gegen 1.20 Uhr in die Tankstelle gekommen seien. Sie hätten erst nach einem Taxi verlangt und dann den 20-jährigen Kunden aufgefordert, sie nach Hause zu fahren. Als der entgegnet habe, dass er ohne Auto da sei, habe die einseitige Prügelei begonnen. »Ich habe selbst ein bisschen Angst bekommen und dann die Polizei gerufen«, so die Angestellte.

»Man sah, das etwas vorgefallen war«

Die Ordnungshüter stellten die beiden Schläger nach Aussage eines Polizisten rund 300 Meter von der Tankstelle entfernt und kümmerten sich anschließend um das Opfer: »Da waren deutliche Würgemale am Hals und Verletzungen im Gesicht. Man sah, dass etwas vorgefallen war«, so der Beamte gestern im Gerichtssaal.

»Vorwürfe bestätigt bekommen«

Für die Vertreterin der Staatsanwaltschaft genügten diese Aussagen, »wir haben die Vorwürfe bestätigt bekommen«. Das vermeintliche Spucken des 20-Jährigen sei nur ein Versuch der Angeklagten gewesen, sich vor einer hohen Strafe zu schützen. Hanne Gummersbach beantragte eine sechsmonatige Bewährungsstrafe und 800 e Geldbuße für den 20-Jährigen sowie neun Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und 1300 e Geldbuße für den 25-Jährigen.

Richter setzte noch einen drauf

Richter Torsten Hoffmann stimmte in seinem Strafmaß für den 20-Jährigen mit dem Antrag der Staatsanwaltschaft überein, setzte aber für den 25-Jährigen »noch einen drauf«, wie der Richter selbst sagte. Das Urteil: zwölf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und 1300 e Geldbuße. »Weil mir zu seinen Gunsten wirklich recht wenig einfällt«, so die schlüssige Begründung des Richters. Der dürfte den 25-Jährigen übrigens recht schnell wiedersehen, denn für die anfangs geschilderte Bemerkung mit »zu wenig abgekriegt« kündigte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft ein weiteres Strafverfahren an.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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