Markus Haßler ist neuer Schützenkönig
Pure Emotionen auf dem Berleburger Schützenplatz

Markus Haßler ist der neue Schützenkönig in Bad Berleburg. Den "Schützen-Traum" erfüllt er sich gemeinsam mit seiner Königin Tina Grebe. Foto: Sarah Benscheidt
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  • Markus Haßler ist der neue Schützenkönig in Bad Berleburg. Den "Schützen-Traum" erfüllt er sich gemeinsam mit seiner Königin Tina Grebe. Foto: Sarah Benscheidt
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sabe Bad Berleburg. Die Sonne strahlt – und Markus Haßler strahlt mit. Allerdings erst, nachdem die „butterweichen Knie“ wieder festen Stand hatten und die leicht feucht gewordenen Augen getrocknet waren. Nach der fast greifbaren Anspannung folgte schnell die erlösende Euphorie: „Es ist einfach nur herrlich“, so die leidenschaftlichen Jubelworte. Der 46-jährige Berleburger ist neuer Regent in der Odebornstadt. Königin an seiner Seite ist Tina Grebe. „Sie ist die beste Freundin meiner Frau“, erklärt Haßler und lässt damit nicht nur seine Schützenträume wahr werden. Auch für die neue Regentin werden Wünsche zur Realität, denen hitziges Mitfiebern vor dem Zaun vorangingen: „Das Stangenfieber gibt es auch vor dem Zaun. Wer einen Herzinfarkt haben möchte, der kriegt ihn hier“, lacht Tina Grebe während der Krönung gen Menge. "Ich bin jetzt sehr glücklich."

Ein Bilderbuch-Tag für die Schützen

Keine Frage, das war nicht nur in Sachen Wetter ein Bilderbuch-Tag für die Bad Berleburger Schützen. Fast 2000 Gäste hielten während des packenden Zweikampfs zwischen Markus Haßler und seinem letzten Konkurrenten Bastian Kargl minutenlang die Luft an.

„Genau das ist Leben: Wenn man die Spannung kaum aushalten kann“, kommentiert Moderator Frank Rother das Geschehen. Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der 2,10 Meter lange und zehn Kilo schwere Vogel strauchelt. Der leidenschaftliche Sportschütze Markus Haßler (stellvertretender Führer der 2. Kompanie) hat das stolze Tier aus Fichtenholz fast von der Stange geholt. Ein Elfmeter für Kargl (Schützenoffizier der 3. Kompanie). Die Szenerie des letzten Jahres scheint sich zu wiederholen.

Neues Spiel, neues Glück

Hier verpasste Markus Haßler die Königswürde knapp und musste diese – nachdem er gut vorgelegt hatte und sich der Vogel ein paar Mal um die eigene Achse gedreht hatte – an Pascal Bikar abgeben. Vorerst, denn: Obwohl Haßler selbst in dem vor Spannung knisternden Moment nicht daran geglaubt hatte („ich hab den Vogel nicht mehr bei mir fallen sehen“), war für den leidenschaftlichen Schützen bei diesem Vogelschießen noch nicht aller Tage Abend. Obwohl beide Kontrahenten millimetergenau getroffen hätten, so formulierte es stellvertretender Schützenhauptmann Michel Hildebrandt, war bei diesem neuen Spiel, (insgesamt das vierte, so oft war Haßler nun schon zum Vogelschießen angetreten), das Glück nebst Können auf seiner Seite: Bastian Kargl verschießt, Haßler bringt das von Matthias Dickel erbaute Wappentier zu Fall.

Schützenpaar kommt aus Traditionshäusern

14.31 Uhr. Nach 175 getanen Schüssen reißt Markus Haßler die Arme gen wolkenlosem Himmel und schneller, als er jubeln kann, sitzt er auf den Schultern der feiernden Kameraden. Als zahlreiche Gratulanten dem passionierten Schützen mit aller Herzlichkeit ihre Glückwünsche bekunden und auf den Qualitätsprüfer ein ordentliches Ständchen angestimmt wird, da verspricht es Haßler vor Rührung die Sprache. Mit einem erleichternden „Ah“ nach dem wohlverdienten Schluck aus dem traditionellen Bierglas findet er sie wieder: „Es ist unbeschreiblich – unbeschreiblich schön.“

Jede Menge Emotionen also, und die kommen nicht von ungefähr, wissen seine Schützenkameraden im Gespräch mit der SZ. "König wie auch Königin stammen aus einem Traditionshaus", so stellvertretender Schützenhauptmann Günther Strack. Nicht nur war der gebürtige Raumländer vor 25 Jahren bereits Schützenkönig in Oberndorf, auch sein Vater räumte dort vor knapp 40 Jahren den Vogel ab. Und weiter geht’s in der Familientradition: Petra Leser-Haßler, die Ehefrau des frisch gekürten Königs, war 2012 selbst Schützenkönigin an der Seite von Christian Grebe (im übrigen Bruder der neuen Schützenkönigin Tina Grebe). Leser-Haßlers Vater, Gerhard Leser, wie auch Großvater Ludwig Leser, hatten beide schon einmal das Zepter in der Hand: Gerhard Leser regierte 1984 und Ludwig Leser vor knapp 50 Jahren. Noch mehr „Schützen-Träumchen“ gefällig? Tinas und Christian Grebes Vater ist Karl Ludwig Grebe, ehemaliger langjähriger Kassierer der Berleburger Schützen.
So ist man sich also in einem ganz sicher: „Wir werden unser Bestes geben,“ sagt Tina Grebe bei der Königsehrung und erhält ein beipflichtendes Nicken von Markus Haßler: „Wir machen uns ein tolles Jahr – alle gemeinsam.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Volontärin) aus Bad Berleburg

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