»Reelle Chance auf den Chefsessel«

Bad Berleburger SPD stellte gestern Bürgermeister-Kandidaten Arno Wied vor

howe Bad Berleburg. Er schwätzt »Wittjesteener Platt«, stammt aus einer Rückershäuser Arbeiterfamilie, schätzt seine Freunde, seine Heimat und ist aufgrund seiner beruflichen Erfahrung ein absoluter Verwaltungsfachmann: Die Rede ist von Arno Wied. Der 39-Jährige, bei einem mittelständischen Beratungsunternehmen in Düsseldorf tätig und dort unter anderem auf Verwaltungsmodernisierung spezialisiert, wurde gestern Abend von Stadtverbands- und Fraktionsspitze der Odebornstadt-SPD als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters in das Kommunalwahl-Rennen 2004 geschickt und vorgestellt. »Das lange Warten und Spekulieren hat ein Ende«, eröffnete Stadtverbandsvorsitzender Dietmar Beuter die Präsentation des dreifachen Familienvaters und ehemaligen Beigeordneten der Gemeinde Erndtebrück. Bad Berleburg brauche einen Verwaltungsfachmann und eine Persönlichkeit mit Führungsprofil.

Mit Arno Wied als Bürgermeisterkandidat wolle die SPD stärkste Fraktion werden und die Stimmenmehrheit der Zählgemeinschaft ablösen. Arno Wied warb gestern für sich selbst. Als er 2000 die Gemeinde Erndtebrück nach Düsseldorf verlassen habe, habe er erklärt, er wolle etwas anderes versuchen. Sein Wissen habe er erweitern können. Fragen der Verwaltungsmodernisierung seien stets orientiert an den Wünschen der Einwohner, eingebettet in einen strategisch-konzeptionellen Beratungsansatz. »Ich vermisse persönlich die Möglichkeit, eine Stadt über eine lange Zeit mitzugestalten.« Diese Erkenntnis könne er nur gewinnen, wenn er auch Vergleichsmöglichkeiten habe, deutete Wied auf seine bisherigen Tätigkeiten beim Kreis Siegen-Wittgenstein, als Geschäftsführer des Zweckverbands Region Wittgenstein oder als Beigeordneter in Erndtebrück. Wittgenstein, das sei seine Heimat. »Hier sind die Menschen so, wie ich selber bin.« Er freue sich darauf, seine Erfahrung und sein Wissen hier einsetzen zu können.

Ein fertiges Konzept, was er für die Stadt Bad Berleburg plane, mit welchen Dingen er sich in der Verwaltung vertraut machen müsse, habe er noch nicht, so Arno Wied. Er wolle aber nichts für sich allein im stillen Kämmerlein entwickeln, sondern »Anregungen aus dem Dialog mit der breiten Masse der Bevölkerung aufnehmen.« Es sei notwendig, auf die Menschen zuzugehen, betonte Arno Wied. Politik und Verwaltung dürften nicht weit weg vom Bürger sein. Darum werde er sich intensiv mit den Vorstellungen der Bad Berleburger SPD auseinandersetzen, auch sei er offen für die Vorstellungen anderer Parteien und Gruppierungen. Die Eckpfeiler seiner Führungskultur: »Wir müssen zusammenfinden und gemeinsam Lösungen finden.« Der Bürgermeister müsse als Moderator im gesellschaftlichen Prozess fungieren – im breiten Dialog, im Wettstreit um die besten Ideen. Andererseits könne ein Bürgermeister nicht abhängig von der Fraktion sein. »Ich muss mich in meiner Arbeit an den Dingen orientieren, die für das Wohl der Einwohner das Beste sind.« Seine wesentlichen Aufgaben sehe er zunächst einmal nicht in Einzelbetrachtungen.

Man müsse wegkommen von Wunschvorstellungen und man dürfe sich keine unerreichbaren Ziele setzen, erläuterte Arno Wied. Stärken habe Bad Berleburg reichlich – etwa gesunde soziale Strukturen in den Vereinen als gesellschaftliches Fundament. Zu seinen Aufgaben zähle er neben Senioren-, Kinder- oder Jugend gerechten Angeboten eine effizient arbeitende Verwaltung, aber auch die Verlässlichkeit der Politik. »Ich will dafür sorgen, dass ich ein verlässlicher Partner für die hiesigen Unternehmer und Bürger bin.«

SPD-Fraktionschef Michael Sittler sprach davon, der Bürgermeisterkandidat habe eine »reelle Chance, den Chefsessel zu erklimmen.« Und dann der Seitenhieb, auf den alle gewartet hatten: »Wir setzen andere Schwerpunkte als das offenbar die CDU getan hat.« In Sachen Interkommunales Gewerbegebiet etwa sei es wichtig, einen Mann zu haben, der sich mit Wirtschaftsförderung auskenne. Im Übrigen stelle Bad Berleburg im kommenden Jahr den Verbandsvorsteher des Zweckverbands Region Wittgenstein. Arno Wied bezeichnete Michael Sittler als »Geburtshelfer und Hebamme« dieses Zweckverbands. Da sei es gut, wenn man mit Arno Wied den richtigen Mann habe.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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