Rettungshunde am Prüfstand: »Es geht um Menschenleben«

Leider lag die Durchfallquote in Bad Berleburg recht hoch

akj Bad Berleburg. Rettungshunde können Leben retten. Ob vermisste oder etwa verschüttete Personen, Hunde haben einen wesentlich feineren Geruchssinn als wir Menschen und dienen daher als ganz besondere »ehrenamtliche Helfer«. Wichtig ist hier aber eine tadellose Ausbildung sowohl des Hundes als auch seines Führers. Auf dem Schützenplatz in Bad Berleburg fand jetzt die Rettungshundehauptprüfung für Nordrhein-Westfalen statt, an der 19 Hundeführer mit ihren Vierbeinern teilnahmen.

Vier Teams gehörten der Rettungshundestaffel der DRK-Ortsgruppe Bad Berleburg an, andere kamen aus Münster, Meschede oder Steinfurt. Jedes Jahr findet die Prüfung an einem anderen Ort statt, wo es ebenso wie in der Odebornstadt eine Rettungshundestaffel gibt. Auf Wittgensteiner Boden war dies nun die zweite Prüfung. »Hier geht es um Menschenleben«, betonte Matthias Böhl von der Berleburger Rettungshundestaffel. Zu Beginn der Prüfung waren es die Hundeführer, die ordentlich schwitzen mussten. Es galt einen Fragebogen auszufüllen, der Wissen etwa zur Anatomie und dem Verhalten der Tiere, der Versorgung von Verletzten oder etwa der Ausbildungsarbeit mit Rettungshunden forderte.

Nachdem hier alle Prüflinge mit mindestens gut bestanden hatten, waren auch die Hunde an der Reihe. Zuerst hieß es, Befehle wahr zu nehmen. Unter dem strengen Auge von Prüferin Judith Höhn hieß es genau zu gehorchen und zum Beispiel durch eine Menschengruppe hindurch zu gehen, angeleint oder auch ohne Leine. Als nächstes ging es dann in einen Geräteparcours. »Ein umgestürztes Haus birgt viele Hindernisse, die durch einen Parcours simuliert werden«, erklärte Matthias Böhl. So mussten die Rettungshunde einen Tunnel, eine Wippe, Gerümpel sowie weitere Hindernisse überwinden. Richtig interessant wurde es dann beim vierten Teil der Rettungshundehauptprüfung, nun ging es ins Gelände. Hund und Hundeführer hatten 15 Minuten lang Zeit, um ein 35000 Quadratmeter großes Waldstück zu durchkämmen und einen dort versteckten Menschen zu finden. Wenn das erfolgreich abgeschlossen war, dann hatte der Hundeführer auch noch die Aufgabe, die Erstversorgung am Verletzten durchzuführen. Am Ende eines anstrengenden Prüfungswochenendes machte sich dann aber etwas Enttäuschung bei Volker Koch, dem Fachberater für Rettungshundearbeit im DRK-Landesverband, breit. Lediglich neun der 19 Teams bestanden die hohen Anforderungen. Erfreulich aus Berleburger Sicht: Die Odebornstädter verfügen über drei neue geprüfte Rettungshunde, insgesamt sind es jetzt vier.

»Das Gesamtergebnis ist erschreckend, das Niveau in den letzten Jahren war deutlich besser«, so ein Fachberater aus Kassel. Bestanden haben aus heimischer Sicht Christoph Schneider mit seinem Deutschen Schäferhund »Jack«, Brigitte Schade mit dem Golden Retriever »Samson«, Brigitte von Stzawinski mit dem Samojeden »Wanda« von der Rettungshundestaffel Bad Berleburg). Außerdem nahm eine Jugendhundeführerin an der Prüfung teil. Die 16-jährige Mandy Ginzel von der Rettungshundestaffel Meschede hat die Aufgaben mit ihrem Deutschen Schäferhund »Tami« erfolgreich abgeschlossen. An Einsätzen darf die junge Frau allerdings noch nicht teilnehmen.

»Besonders auffällig ist, dass die Hunde bei der Aufgabe zum Gehorsam und im Geräteparcours oftmals erfolglos blieben, nur drei der durchgefallenen Hunde erbrachte nicht die erforderte Suchleistung«, bemerkte Volker Koch abschließend.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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