SZ

Wichtige Orientierungshilfe im Wald
Rettungspunkte schützen Leben

Rettungspunkte wie dieser am Wanderparkplatz Sengelsberg in Bad Berleburg erleichtern die Rettung in Notsituationen. An jedem Punkt sind die entsprechenden Koordinaten in der Kreisleitstelle hinterlegt.
  • Rettungspunkte wie dieser am Wanderparkplatz Sengelsberg in Bad Berleburg erleichtern die Rettung in Notsituationen. An jedem Punkt sind die entsprechenden Koordinaten in der Kreisleitstelle hinterlegt.
  • Foto: Alexander Kollek
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ako Wittgenstein. Ein Spaziergang mit der Familie im Wald, eine längere Wanderung oder eine Fahrradtour mit Freunden. Wie schnell der idyllische Ausflug in der Natur zu einer gefährlichen oder gar lebensbedrohlichen Situation werden kann, hat jetzt noch einmal der Fall einer gestürzten Fahrradfahrerin in einem Waldstück zwischen Banfe und Fischelbach (Sohl) gezeigt (die SZ berichtete). Für die verletzte Person oder einen Angehörigen ist es dann oftmals schwierig, den Rettungskräften den genauen Aufenthaltsort mitzuteilen – vor allem für ortsfremde Menschen. Rettungspunkte können im Fall der Fälle Leben retten.

ako Wittgenstein. Ein Spaziergang mit der Familie im Wald, eine längere Wanderung oder eine Fahrradtour mit Freunden. Wie schnell der idyllische Ausflug in der Natur zu einer gefährlichen oder gar lebensbedrohlichen Situation werden kann, hat jetzt noch einmal der Fall einer gestürzten Fahrradfahrerin in einem Waldstück zwischen Banfe und Fischelbach (Sohl) gezeigt (die SZ berichtete). Für die verletzte Person oder einen Angehörigen ist es dann oftmals schwierig, den Rettungskräften den genauen Aufenthaltsort mitzuteilen – vor allem für ortsfremde Menschen. Rettungspunkte können im Fall der Fälle Leben retten.

Durch die Punkte kann der Rettungsdienst den exakten Standort einer verletzten oder verunglückten Person direkt ausfindig machen – an jedem Rettungspunkt sind die entsprechenden Koordinaten in der Kreisleitstelle hinterlegt. Eine „sehr sinnvolle“ Sache, findet auch Maik Hobrath, der aber am Beispiel der gestürzten Frau bei Banfe auf mögliche Probleme aufmerksam macht: „Bei dem Vorfall hätte uns der Rettungspunkt nicht viel geholfen, weil er viel zu weit von der Unfallstelle entfernt war“, so der stellv. Leiter der Feuerwehr Bad Laasphe. Grundsätzlich gebe es an einigen Orten in Wittgenstein auch noch zu wenig festgelegte Rettungspunkte, weiß der 42-Jährige.

"Die meisten Menschen wissen in diesem Moment nicht, wo sie gerade sind."
Maik Hobrath
Stellv. Leiter der Feuerwehr Bad Laasphe über Notfälle im Wald

Angelegt worden sind Rettungspunkte ursprünglich, um die Versorgung von Waldarbeitern in Notsituationen zu verbessern und Rettungsfahrzeuge schneller an den richtigen Ort zu leiten. Allerdings wissen viele Touristen und Wanderer nicht, wo sich die Rettungspunkte überhaupt befinden – was in Notfällen durchaus problematisch ist: „Die meisten Menschen wissen in diesem Moment nicht, wo sie gerade sind“, sagt Maik Hobrath.

Unfallgefahr durch Abholzung erhöht

Vor allem E-Bike-Fahrer seien besonders gefährdet. Sie können mittlerweile weite Distanzen zurücklegen und dringen oft in Gefilde vor, die für Rettungskräfte nur schwer zugänglich sind. Die Feuerwehr greift in diesen Fällen meist auf ihre „gute“ Ortskenntnis zurück: „Das ist das A und O“, betont Maik Hobrath. Die flächendeckende Abholzung wird dabei aber zu einer echten Herausforderung. Es ergeben sich viele neue Wege, gleichermaßen verschwinden bereits bekannte Orientierungspunkte: „Dadurch verändern sich die Wege nicht täglich, aber wöchentlich“, betont der Feuerwehrmann. Verschmutzte Fahrbahnen nach Forstarbeiten – Äste und Gestrüpp liegen auf der Straße – erschweren zudem die Durchfahrt.

Gestaltet sich die Suche nach vermissten oder verletzten Personen schwierig, kann die Feuerwehr auch Luftunterstützung anfordern – oder das Handy des Betroffenen von der Polizei orten lassen. Dies ist im Polizeigesetz geregelt, erklärt Stefan Pusch auf Anfrage der SZ. Demnach kann unter anderem bei Vorliegen einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben der Behördenleiter oder eine von ihm autorisierte Person bei Gefahr im Verzug eine Handyortung ohne Wissen oder Einwilligung des Betroffenen anordnen: „Diese erfolgt bei dem jeweiligen Provider, der dann zunächst ermittelt werden muss“, so der Kreispolizei-Sprecher.

Der Provider kann die Funkzelle mitteilen, bei der das Mobiltelefon letztmalig eingeloggt war. Die Polizei erhält dann die Position des Funkmastes, ggf. mit dessen Abstrahlrichtung/-winkel. „Oftmals sind die Radien mehrere Hundert Meter bis zu mehreren Kilometern groß, je nach Dichte der Funkmastenabdeckung der jeweiligen Region“, betont Stefan Pusch. Eine genaue GPS-Ortung erfolgt somit nicht. Ist das Handy nicht eingeloggt, können auch keine Funkzelldaten erhoben werden.

Besser nicht allein unterwegs sein

Wer bei einem Unfall im Wald den Notruf wählt, sollte sich markante Orientierungspunkte merken und diese der Leitstelle mitteilen: „Je detaillierter die Angabe, desto weniger Fehlinformationen für uns“, sagt Maik Hobrath, der folgenden Tipp parat hat: „Am besten nie alleine, sondern immer zu zweit unterwegs sein.“

Nützlich können in Notfällen auch Apps sein, die Rettungspunkte in der jeweiligen Region auflisten – wie z. B. „Resq Map“. „Die habe ich mir direkt installiert“, sagt Maik Hobrath, der selbst oft im Wald unterwegs ist und an der App vor allem die leichte Bedienung schätzt. „Man findet schnell einen Rettungspunkt. Allerdings liegt es auch an der Person, sich im Notfall daran zu erinnern, dass sie die App auf dem Handy hat.“

Autor:

Alexander Kollek

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