Alles zur richtigen Entsorgung
Schadstoffmobil in Bad Berleburg unterwegs

Das Fachpersonal des Schadstoffmobils der Firma REMONDIS kümmert sich um die sichere Annahme von umweltbelastenden oder umweltgefährdenden Abfallstoffen.
  • Das Fachpersonal des Schadstoffmobils der Firma REMONDIS kümmert sich um die sichere Annahme von umweltbelastenden oder umweltgefährdenden Abfallstoffen.
  • Foto: Alexander Kollek
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ako Bad Berleburg. Reinigungsmittel, Altöl, Farben oder giftige Chemikalien: Jeden Tag werden in vielen Haushalten Produkte verwendet, die umweltbelastende oder sogar umweltgefährdende Stoffe enthalten. Über einen längeren Zeitraum kommt so eine erhebliche Menge an schadstoffhaltigen Abfällen zusammen. Diese dürfen jedoch auf keinen Fall in der Restmülltonne landen, sondern müssen zum Beispiel an einem Recyclinghof abgegeben werden.

Liegt keine stationäre Annahmestelle für gefährliche Abfälle in der unmittelbaren Nähe, bieten Kommunen mobile Schadstoffsammlungen an. Die Bürger der Stadt Bad Berleburg hatten am Freitag die Möglichkeit, chemische Produkte und gefährlichen Müll beim Schadstoffmobil der Firma REMONDIS  abzugeben.

10 Tonnen an einem Tag

Als die beiden Lastkraftwagen des Unternehmens aus Lennestadt auf ihrer durchgeplanten Tour gegen 10 Uhr an der vierten Tages-Station in der Kernstadt – Ecke Bernauer Straße/Brandenburger Straße – Halt machten, waren auch schon mehrere Bürgerinnen und Bürger zugegen, um ihren schadstoffhaltigen Abfall an das Fachpersonal zu übergeben. Insgesamt vier Mitarbeiter des Unternehmens, darunter eine chemische Fachkraft, kümmerten sich um die sichere Annahme von lösungsmittelhaltigen Altfarben und Lacken, Spraydosen, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln oder Haushaltsreinigern. Über den Tag können in dem Container gut 10 Tonnen schadstoffhaltiger Abfälle zusammenkommen, erklärte der anwesende Niederlassungsleiter Michael Merten.

Weil die richtige Entsorgung von Schadstoffen unter der Einhaltung von Sicherheitsstandards erfolgt, ist das Schadstoffmobil von REMONDIS gemäß den Vorgaben der Technischen Regeln für Gefahrenstoffe (TRGS 520) konstruiert worden. Zur sicherheitstechnischen Ausstattung gehören neben einer Schutzausrüstung und einer Notdusche mit Wassertank unter anderem auch ein flüssigkeits-, säure- und chemikalienfester, elektrisch ableitender Boden, explosionsgeschützte elektrische Anlagen, ein Abzug, eine Einrichtung zur Ersten Hilfe und Rettung aus Gefahr sowie Sicherheitsbehälter für die angenommenen Abfälle. Diese werden von dem Unternehmen nach Einsammlung fachgerecht entsorgt.

Zwischenlagerung in Lennestadt

Konkret heißt das, dass die schadstoffhaltigen Abfälle in der Niederlassung Lennestadt zwischengelagert und nach einer Vorbehandlung von dort aus dann in die finalen Entsorgungslager gebracht werden.
Bundesweit hat die Firma REMONDIS über 180 Kommunalverträge abgeschlossen, in Südwestfalen ist das Schadstoffmobil in elf Kommunen unterwegs: „Wir sammeln Schadstoffe im Hochsauerlandkreis, im Kreis Olpe und in Siegen-Wittgenstein ein“, sagte Michael Merten.

Das Schadstoffmobil ist zwei Mal jährlich in Bad Berleburg unterwegs – im Frühjahr und Herbst. Die Menge der eingesammelten Schadstoffe hat der Verwaltung zufolge in den vergangenen Jahren „immer wieder, aber in begrenztem Rahmen“ zugenommen: „Im vergangenen Jahr gab es einen erheblichen Anstieg bei den entsprechenden Schadstoffen, was sicherlich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist“, erklärte Marco Dieckmann von der Abteilung Sicherheit und Ordnung der Stadt Bad Berleburg auf Anfrage der SZ.

Einiges ist verboten

Die mobile Schadstoffsammlung richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Die Gebühren der Einsammlung bzw. Anlieferung und Entsorgung der schadstoffhaltigen Abfälle sind in den Gebühren der Restabfalltonne enthalten, so Marco Dieckmann. Die Abgabe ist auf haushaltsübliche Mengen begrenzt. Folgende Stoffgruppen dürfen laut Stadt „auf keinen Fall“ eingesammelt werden: Chemikalien, die dauerhaft gekühlt werden müssen, Sprengstoff, infektiöse Abfälle, Munition, pyrotechnische Artikel, radioaktive Stoffe und Tierkadaver. Auch Gasflaschen werden nicht vom Schadstoffmobil angenommen, betonte Michael Merten.

Aufgrund der räumlichen Distanzen zwischen den einzelnen Bad Berleburger Ortschaften hält das Schadstoffmobil der Firma REMONDIS auch am Samstag noch einmal an mehreren Standorten – unter anderem in Wingeshausen, Aue, Berghausen, Weidenhausen, Stünzel, Sassenhausen, Dotzlar, Schwarzenau und Beddelhausen.

Vier einfache Regeln

Um die Übergabe von Schadstoffen, Chemikalien und anderen gefährlichen Problemabfällen zu erleichtern, hat das Unternehmen REMONDIS vier einfache Tipps parat:

  • Am besten originalverpackt: Je mehr über einen Problemabfall bekannt ist, desto sicherer kann er entsorgt oder sogar verwertet werden. Produkte und Chemikalien sollten daher originalverpackt – mit Hinweisen auf Inhalt und Herkunft – an das Fachpersonal übergeben werden.
  • Auf keinen Fall mischen: Die einzelnen Substanzen dürfen nicht miteinander vermengt werden, denn die enthaltenen Stoffe können miteinander reagieren. Mischungen können daher unter Umständen erheblich gefährlicher sein als die einzelnen Ausgangsprodukte.
  • Gut gesichert transportieren: Vor der Fahrt zum Schadstoffmobil sollte kontrolliert werden, ob die einzelnen Gefäße auch wirklich gut verschlossen sind. Beim Transport sollten die Behälter gegen Umfallen und Auslaufen gesichert werden.
  • Persönliche Übergabe schafft Sicherheit: Die schadstoffhaltigen Abfälle sollten immer persönlich und direkt beim Fachpersonal abgegeben werden. Materialien dürfen keinesfalls einfach an Stationen abgestellt werden, an denen das Schadstoffmobil Halt macht, weil Kinder oder Tiere durch die abgestellten Abfälle gefährdet werden können.
Autor:

Alexander Kollek

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