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Nordknoten-Baustelle Bad Berleburg
Scharfe Kritik am Landesbetrieb Straßenbau NRW

Händler, Unternehmer sowie Interessensvertreter forderten am Freitag eine bessere Kommunikation vom Landesbetrieb Straßenbau NRW ein, bevor die Baustelle am Nordknoten im Frühjahr wieder aktiv ist. Für den Moment herrscht Erleichterung: Die Stadt ist „offen“ – pünktlich zum Weihnachtsgeschäft.
  • Händler, Unternehmer sowie Interessensvertreter forderten am Freitag eine bessere Kommunikation vom Landesbetrieb Straßenbau NRW ein, bevor die Baustelle am Nordknoten im Frühjahr wieder aktiv ist. Für den Moment herrscht Erleichterung: Die Stadt ist „offen“ – pünktlich zum Weihnachtsgeschäft.
  • Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

tika Bad Berleburg. Bewusst haben die Händler und Unternehmer auf Protestaktionen verzichtet. „Wir wollen nicht mit Fahnen durch Bad Berleburg laufen, sondern wir wollen, dass alle Bürger und auch wir uns vernünftig durch Bad Berleburg bewegen können“, konstatierte Volker Treude. Der geschäftsführende Gesellschafter des Rewe-Marktes in Bad Berleburg hatte am Freitag einige Vertreter des Einzelhandels, der Unternehmen sowie Interessenvertreter versammelt. Das Ziel der Aktion einerseits: dem Ärger Luft machen. Andererseits allerdings stand vor allem eines im Vordergrund: ein deutliches Signal setzen.
„Bad Berleburg ist offen“, brachte es Volker Treude auf den Punkt – und blickte auf die Baustelle am Nordknoten, die die Verantwortlichen dieser Tage „winterfest“ machen.

tika Bad Berleburg. Bewusst haben die Händler und Unternehmer auf Protestaktionen verzichtet. „Wir wollen nicht mit Fahnen durch Bad Berleburg laufen, sondern wir wollen, dass alle Bürger und auch wir uns vernünftig durch Bad Berleburg bewegen können“, konstatierte Volker Treude. Der geschäftsführende Gesellschafter des Rewe-Marktes in Bad Berleburg hatte am Freitag einige Vertreter des Einzelhandels, der Unternehmen sowie Interessenvertreter versammelt. Das Ziel der Aktion einerseits: dem Ärger Luft machen. Andererseits allerdings stand vor allem eines im Vordergrund: ein deutliches Signal setzen.
„Bad Berleburg ist offen“, brachte es Volker Treude auf den Punkt – und blickte auf die Baustelle am Nordknoten, die die Verantwortlichen dieser Tage „winterfest“ machen. Und die den Händlern und Unternehmern mehr als nur ein Dorn im Auge war – und ist.

"Unter der Baustelle stark gelitten"

„Wir haben unter dieser Baustelle stark gelitten“, berichtete Volker Treude. Zum einen setze die Corona-Pandemie der Wirtschaft stark zu, zum anderen habe die Baustelle in Bad Berleburg, die ursprünglich bereits im Oktober fertiggestellt sein sollte, für massive Umsatzverluste gesorgt. „Die Kunden kommen einfach nicht – das hören wir wirklich jeden Tag“, haderte Per Wiebelhaus, Inhaber des gleichnamigen Fachgeschäfts für Optik, Hörakustik und Schmuck in der Kurstadt. Umsatzverluste hätten Händler bundesweit zu beklagen, „aber durch die Baustelle haben wir uns im direkten Vergleich bundesweit nach unten abgekoppelt“, erklärte Per Wiebelhaus.

Baustelle am „Nordknoten“ in Bad Berleburg wird zum Politikum

Kritik am Landesbetrieb Straßenbau NRW

Die Kritik der Händler und Unternehmer richtete sich vornehmlich an den Landesbetrieb Straßenbau NRW, der für die Planung der Baustelle verantwortlich zeichnet. „Wir stehen für Gespräche bereit, aber so kann es nicht mehr laufen. Straßenbau muss sein – aber in erträglichem Maße“, forderte Klaus Willmers beim kurzfristig einberufenen „Runden Tisch“ im Rewe-Markt in Bad Berleburg. Der Geschäftsführer des Handelsverbandes Südwestfalen beobachtet die Situation in der Odebornstadt mit großen Sorgen. „Der gesamte Einzelhandel blutet seit März. In Bad Berleburg besteht aber das besondere Problem der Baustelle, die eigentlich schon im Oktober fertiggestellt sein sollte. Da wurden Versprechungen seitens des Landesbetriebs gemacht, die offensichtlich nur leere Versprechungen waren“, erklärte Klaus Willmers. Die Unternehmen hätten teilweise mit bis zu 70 Prozent Umsatzeinbußen zu kämpfen, die Baustellensituation sei da unerträglich.

"Kommunikation mangelhaft"

Denn im Frühjahr soll die Baustelle fortgeführt werden, acht weitere Wochen sind veranschlagt – bei optimaler Witterung. „Das ist eine unschöne Situation, wir stehen alle mit dem Rücken zur Wand. Wir müssen aber jetzt nach vorne gucken. Wenn der Landesbetrieb eine Baustelle plant, dann muss er sie mit den Anliegern planen – dann darf man nicht übereinander reden, sondern muss miteinander reden“, forderte der Geschäftsführer der BLB-Tourismus GmbH, Andreas Bernshausen, auch mit Blick auf drohende Schließungen bei ausbleibenden Umsätzen: „Wenn eine Innenstadt tot ist, was sollen Touristen dann hier? Das Erlebnis ist wichtig.“ Einen Schritt weiter ging Karsten Wolter, der scharfe Kritik übte: „Die Kommunikation des Landesbetriebs Straßenbau NRW war mangelhaft bis gar nicht stattfindend“, erklärte der Vorsitzende des Vereins Markt und Tourismus.
Der Langholzfahrzeug-Verkehr habe um das Acht- bis Zehnfache zugenommen, die Rettungssituation sei prekär. „Man muss froh sein, dass angesichts dieser Tatsache nicht mehr passiert ist. Gerade in Rettungsfahrzeugen geht es im Zweifel um Leben und Tod“, erklärte Karsten Wolter mit Blick auf lange Wartezeiten und dichten Verkehr an den Baustellenampel. Die Befürchtungen der Verantwortlichen, die diese im August geäußert hätten, hätten sich bewahrheitet.

Forderung nach zweischichtiger Arbeit

„Das alleinige Mittel zur Besserung ist eine Verkürzung der Bauzeit“, konstatierte Karsten Wolter. Und schlug damit in die gleiche Kerbe wie Rainer Pöppel. „Ich habe mich vom ersten Tag an gefragt, warum nicht zweischichtig gearbeitet wird. Das hätte zwingend in der Vertragsvorlage vereinbart werden müssen“, haderte der Geschäftsführer der Firma BSW Regupol. Durch die Baustelle würden dem Unternehmen vor allem durch die suboptimalen Transportwege monatlich Mehrkosten in Höhe von 20 000 Euro entstehen – bei mindestens sechs statt zwei Monaten Bauzeit in Summe also 120 000 Euro. „Die Vergangenheit ist nicht änderbar, aber im Frühjahr muss es zweischichtig und mit Volldampf vorangehen“, forderte Rainer Pöppel 16-Stunden-Tage – und Arbeiten auch an Samstagen, um die verbleibende Bauzeit zu minimieren.
Der Blick war tatsächlich in die Zukunft gerichtet, für den Moment allerdings waren die Verantwortlichen froh, dass Bad Berleburg ab spätestens kommender Woche wieder „offen“ sein soll – und damit freie Fahrt für das laufende Weihnachtsgeschäft besteht. Etwas Erleichterung – inmitten der Corona-Krise.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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