Schlägerei mit lauter Unschuldigen in Laasphe

jg Bad Berleburg. Es gibt in Wittgenstein die eine oder andere Kneipe oder Disco, die dem Staat Geld sparen könnte, wenn sie Kameras zur Videoüberwachung installieren würde. Gestern ging es im Bad Berleburger Amtsgericht um eine gemeinschaftliche und außerdem gefährliche Körperverletzung, bei der vor knapp elf Monaten mehrere Männer in einer Bad Laaspher Einrichtung mit Aschenbechern, Barhockern, Gläsern und Flaschen geworfen haben sollten, so dass am Ende einige Verletzungen zu beklagen waren. Von den angeblichen Tätern saßen gestern nur zwei auf der Anklagebank, aber der eigentlich aggressivste und Anführer fehlte, da waren sich diverse Zeugen der anderen Seite einig. Das Verfahren wurde am Ende auf Kosten der Staatskasse eingestellt.

Verantworten sollten sich gestern lediglich ein 27-jähriger und ein 31-jähriger Biedenkopfer. Während es der Ältere vorzog, gar nichts zu sagen, schilderte der Jüngere die Geschehnisse klar nachvollziehbar und einleuchtend, seine Botschaft dabei: Eigentlich war er das Opfer. Um Mitternacht seien er und sein Freund allein in die Disco gekommen, gleich zu Anfang hätten sie ein paar Mädchen zugeprostet, aber die seien offenbar schon mit anderen Jungs da gewesen, woraufhin sie sich zurückgezogen hätten. Drei oder vier Stunden später kam es dann jedoch wieder zum Zusammenstoß. Wobei der jüngere Angeklagte sagte, sie hätten gehen wollen, er sei schon mal zur Tür, habe seinen Begleiter verloren und sei deshalb wieder zurückgekommen. Da habe er den Älteren schon auf dem Boden liegen sehen, andere hätten auf ihn eingetreten: „Das war unmenschlich“, empörte sich der Angeklagte. Er sei dazwischen, dann sei die Sache schnell vorbei gewesen, vor der Tür hätten sie beide zusammen mit dem Sicherheitsdienst auf die Polizei gewartet.

Genauso unschuldig fühlten sich allerdings die Jungs aus der anderen Gruppe. Zwei der Berleburger sagten gestern als Zeugen aus. Beide schilderten sie, wie der jeweils andere das erste Opfer von handfester Gewalt geworden sei, die offenkundig aus heiterem Himmel entstanden sein sollte. Anschaulich berichtete ein Polizeibeamter als Zeuge, wie aus der Disco die Polizei zur Hilfe gerufen worden sei, um die befürchtete weitere Eskalation zu verhindern. Da der Streifenwagen jedoch erst mal aus Bad Berleburg nach Bad Laasphe musste, startete der Einsatz mit ein wenig Verzögerung. Am Ende waren sechs oder sieben eilig zusammengezogene Beamte vor Ort. Ein bisschen verwunderlich, denn beide Gruppen schilderten die Gegenseite zwar als Riesengruppe, aber die eigene sollte höchstens aus zwei oder drei Männern bestehen. Über Videoaufzeichnungen hatten alle Beteiligten von den Sicherheitskräften etwas gehört, zur Vereinfachung der Ermittlungen tauchten sie jedoch leider nie auf. So endete das Verfahren mit einer Einstellung auf Kosten der Landeskasse, lediglich ihre Rechtsanwälte müssen die Angeklagten selbst bezahlen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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