Ungewisse Zukunft in Bad Berleburg
Schloss-Schänke wird nicht wieder verpachtet

Gastronomie wird es in der Bad Berleburger "Schloss-Schänke" vorerst nicht geben. Die Eigentümer übernehmen die Räumlichkeiten zunächst in Eigenregie, mittelfristig soll aber ein neues Konzept her.
  • Gastronomie wird es in der Bad Berleburger "Schloss-Schänke" vorerst nicht geben. Die Eigentümer übernehmen die Räumlichkeiten zunächst in Eigenregie, mittelfristig soll aber ein neues Konzept her.
  • Foto: Christian Völkel
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sz/vö Bad Berleburg. Die Corona-Krise fordert ihr nächstes Opfer – und reduziert das gastronomische Angebot in Bad Berleburg erneut: Die Schloss-Schänke wird zunächst nicht wieder verpachtet, kündigen die Wittgenstein-Berleburg‘sche Rentkammer sowie der bisherige Pächter der „Schänke“, Michael Kavanozies, in einer gemeinsamen Presseerklärung an. Damit steht einer der wohl schönsten Gastronomiebetriebe mit der unverwechselbaren Atmosphäre des Schlossgemäuers erst einmal leer – zumindest weitgehend.

Corona und Personalmangel

Der zwischen der Rentkammer und Michael Kavanozies abgeschlossene Pachtvertrag lief Ende des vergangenen Jahres turnusmäßig aus. Schon das Jahr 2020 sei von erheblichen Einbrüchen hinsichtlich der Einnahmen geprägt gewesen, da Corona-bedingt die „Schänke“ lange geschlossen bleiben musste. Übrig blieb letztlich nur das sehr schmale Zeitfenster im Sommer. Der erhebliche Personalmangel in der Gastronomie habe das Übrige dazugetan. Michael Kavanozies gilt in Bad Berleburg als erfahrener Gastronom, der sich seine Entscheidungen reiflich überlegt. Sein griechisches Restaurant „Poseidon“ am Goetheplatz ist in normalen Zeiten eine gefragte und stark frequentierte Adresse, muss sich allerdings in diesen Zeiten ebenfalls auf Essen zum Mitnehmen beschränken.

Verpachten derzeit nicht zumutbar

„Unter diesen Umständen und vor dem Hintergrund, dass es auch im vor uns liegenden Jahr für die Gastronomie sehr viele Unsicherheiten gibt, ist es kaum zumutbar, ein Objekt wie die Schloss-Schänke zu Beginn des Jahres wieder an einen Gastronomen zu verpachten“, wird Johannes Röhl, Forstdirektor der Wittgenstein-Berleburg‘schen Rentkammer, in der Pressemitteilung zitiert.
Nach zahlreichen Gesprächen und Überlegungen, wie man weiter mit diesem wunderschönen gastronomischen Objekt verfahren solle und in Absprache mit dem bisherigen Pächter habe dann der Eigentümer, Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, beschlossen, die Schänke zunächst – sobald eine Bewirtschaftung überhaupt wieder erlaubt sei – im Eigenbetrieb zu bewirtschaften. Geplant sei, sobald die Museen wieder öffnen dürften, die Eintrittskarten für das Schloss in den Räumen der „Schänke“ zu verkaufen, dazu sei auch der Verkauf von Merchandising-Artikeln und Wildbret angedacht. Außerdem sollen die Schlossbesucher die Möglichkeit haben, die modernen Toilettenanlagen in der Schloss-Schänke zu nutzen.

Zukunft der Schloss-Schänke 

Ob und in welchem Umfang möglicherweise in weiteren Schritten noch Tagesgastronomie oder der Betrieb des Biergartens wieder beginnen werde, hänge von den Rahmenumständen ab. Hier brauche es noch konzeptionelle Überlegungen. Ebenfalls werde darüber nachgedacht, wann und in welcher Form die Schloss-Schänke auch für externe Veranstaltungen wie zum Beispiel Seminare, Vortragsveranstaltungen oder private Feiern gemietet werden könne, bei denen dann unter Umständen hiesige Caterer die Versorgung übernehmen.
Fest steht offenbar, dass hinter die Gastronomie nicht einfach ein Haken gesetzt wird: Die Einrichtung von Theke und Küche bleibe jedenfalls erhalten, kündigt die Rentkammer an. Wie es dann mittelfristig mit der „Schänke“ weiter gehe, werde die Entwicklung zeigen. „Das Objekt ist zu schön und besonders, um es der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Wie wir das genau machen wollen, werden wir in der nächsten Zeit beraten und entscheiden“, so Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein abschließend.

Schänke steht für Öffnung des Schlosses

Die Schloss-Schänke steht auch symbolisch für die Öffnung des berühmtesten Gebäudes der Stadt nach außen. In diesen Zeitraum fallen auch das erweiterte Angebot an Schloss-Führungen sowie die Einrichtung eines offiziellen Trauzimmers der Stadt Bad Berleburg in der Orangerie. Dort fanden bereits zahlreiche Trauungen statt. Hinzu kamen Veranstaltungen im Schlosshof wie Open-Air-Konzerte, die Weihnachts-Zeitreise oder auch die Bad Berleburger Oldtimer-Tour. Entscheidungen, von denen Bad Berleburg zweifellos profitiert hat. Das Schloss ist jährlich beliebter Anlaufpunkt Tausender Besucher, für die die Gastronomie mit dem herrlichen Blick im Biergarten eine der ersten Anlaufstellen in der Oberstadt bedeutete. Nach einigen Pächterwechseln zu Beginn war es der Rentkammer gelungen, mit Michael Kavanozies einen erfahrenen Gastronom für das Objekt zu gewinnen, der seine Ideen und eine schlüssige Konzeption einbrachte. Allerdings: Dass Corona eine ganze Branche dermaßen aus der Bahn werfen kann, war in diesem Umfang mit Sicherheit nicht abzusehen. Und der Personalmangel in der Gastronomie kommt als Problemstellung noch oben drauf.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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