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Lebensmittel von Direktvermarktern sind gefragt
Schnelles Essen vom Bauernhof

André Schneider mit seiner Frau Christina und Sohn Arthur (2) im Volkholzer Hofladen unter der Linde: Hier kauften vor allem im ersten Lockdown mehr Menschen ein – ein paar sind auf den Geschmack gekommen.
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  • André Schneider mit seiner Frau Christina und Sohn Arthur (2) im Volkholzer Hofladen unter der Linde: Hier kauften vor allem im ersten Lockdown mehr Menschen ein – ein paar sind auf den Geschmack gekommen.
  • Foto: Sarah Panthel
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

sp Volkholz/Weidenhausen. Die Corona-Pandemie brachte und bringt einiges ins Rollen – und das auf vielen Ebenen. Da gab es den Corona-Ausbruch bei dem Tönnies-Schlachtbetrieb, der einen Skandal mit sich zog. Da waren die leeren Regale, weil sich kurz vor dem ersten Lockdown alle mit haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln eindecken wollten. Und da nsind die weitreichenden Einschränkungen, die dafür sorgen, dass die Menschen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen.
Wie wirkt sich das auf die Essgewohnheiten der Menschen aus? Findet ein Umdenken beim Einkaufen statt? Die SZ fragte bei Landwirten und Direktvermarktern aus der Region nach.

sp Volkholz/Weidenhausen. Die Corona-Pandemie brachte und bringt einiges ins Rollen – und das auf vielen Ebenen. Da gab es den Corona-Ausbruch bei dem Tönnies-Schlachtbetrieb, der einen Skandal mit sich zog. Da waren die leeren Regale, weil sich kurz vor dem ersten Lockdown alle mit haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln eindecken wollten. Und da nsind die weitreichenden Einschränkungen, die dafür sorgen, dass die Menschen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen.
Wie wirkt sich das auf die Essgewohnheiten der Menschen aus? Findet ein Umdenken beim Einkaufen statt? Die SZ fragte bei Landwirten und Direktvermarktern aus der Region nach.

Volkholzer Hofladen: Umdenken bemerkt

„Letztes Jahr im März, als es anfing, war es extrem, wir hatten sehr viele Kunden“, erinnert sich André Schneider vom Volkholzer Hofladen. „Den Leuten wurde bewusst, dass wenn die Regale im Supermarkt leer sind, man bei den heimischen Metzgern noch was bekommt.“ Die Pandemie habe den Menschen bewusst gemacht, dass nicht immer alles vorrätig ist, vor allem nicht in fünffacher Ausführung. Nach den Lockerungen im Sommer habe sich aber alles wieder normalisiert. „Menschen vergessen sehr schnell.“ Ein paar Kunden seien auf den Geschmack gekommen und geblieben. Die, die kommen, haben eine große Auswahl in der kleinen Selbstbedienungshütte unter der alten Linde. Verkauft werden Produkte, die von den Tieren des Hofes stammen: Fleisch, Eier, Wurst … alles regional, ohne lange Transportwege und zu einem fairen Preis. Schneider sagt: „Es ist absolut ein Umdenken da, aber es könnte mehr sein.“ Und als vergangenes Jahr der Urlaub für viele ausfiel, da gaben einige das Geld „für ein gutes Steak“ aus. Ein Besuch im Restaurant ist nicht möglich, das merken auch die Schneiders. Neben dem Hofladen haben sie einen eigenen Imbiss, bei dem die Bestellungen zahlreich sind.

Hof Teiche: Alles dreht sich um Nudeln

Um Nudeln dreht sich alles auf dem Hof Teiche bei Christianseck. „Die sind seit Corona noch mehr gefragt, ich habe alle Hände voll zu tun damit“, sagt Herbert Feige, so viel, dass er es kaum noch schaffe. Er stellt auch fest, dass die Zahl der Hühnerhalter zunimmt – und die bringen die Eier zu ihm, damit er sie weiterverarbeiten kann. Seine Nudeln verkauft er unter anderem in Supermärkten in der Region oder auch im Hofladen der Familie Schneider. Feige hat den Eindruck, dass mehr Nudeln gekauft werden, jetzt, da die Leute mehr zu Hause essen: „Ein Nudelgericht ist ja schnell gemacht.“

Biohof Kapplermühle: höhere Verkaufszahlen

Ein „komplettes Umdenken der Menschen“, stellt Christian Schenkel vom Biohof Kapplermühle in Aue fest. Skandale wie bei Tönnies sorgten dafür, dass Produkte aus der Region und aus ökologischer Erzeugung wieder mehr gefragt seien. „Es ist nur die Frage, wie lange das anhält.“ Wie werden sich Lockerungen auswirken? Was, wenn die Geschäfte wieder öffnen und Urlaub möglich ist? Es könne sein, dass die Leute ihr Geld wieder mehr für andere Sachen ausgeben als für Produkte vom Direktvermarkter, vermutet Schenkel. Aber: „Ich bin da sehr verhalten zu, wie sich das entwickelt.“ Aktuell ist die Lage aber eindeutig: „Wir haben viel höhere Verkaufszahlen. Das brauchen wir nicht abzustreiten.“

„Regio-Fass“: Gulaschsuppe und Currywurst

Das „Regio-Fass“ von Familie Afflerbach in Weidenhausen ist gefragt. Verkauft werden dort „Produkte, die wir selbst herstellen und aus der Region sind“. Das begrüßten die Leute, sagt Alexandra Afflerbach. Man treffe dort – anders als in Geschäften – keine Leute und könne in aller Ruhe einkaufen. Auch der Skandal um die Großschlachterei habe sich bei ihnen ausgewirkt. „Das ist für uns kleine Unternehmen ein Vorteil.“ Alexandra Afflerbach stellt außerdem fest, dass „alles für die schnelle Küche“ besonders gerne gekauft werde. Gulaschsuppe oder Currywurst im Glas, das gehe gut weg.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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